Auguste Zöllner, geb. Hirschberg

Auguste Zöllner, Tochter einer alteingesessenen und prominenten Potsdamer Familie, wurde am 16. Juni 1943 mit dem "91. Alterstransport" nach Theresienstadt deportiert.
Sie erlag im Alter von 91 Jahren diesen Strapazen.

Familie Hirschberg, in die Auguste am 1.12.1851 hineingeboren wurde, war eine sehr prominente jüdische Familie, die weit über die Grenzen Potsdams hinaus bekannt war. Augustes älterer Bruder Julius (1843-1925) war ein weltberühmter Wissenschaftler, Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, Geheimer Medizinalrat und innovativer Augenarzt mit eigener Augenheilanstalt in der Reichshauptstadt. Bruder Rudolf (1850-1926) genoss als erfolgreicher Bankier hohes Ansehen und gehörte bis zu seinem Tod der Repräsentantenversammlung der Synagogengemeinde und ihrer Bestattungsbruderschaft „Chewra Kadischa" an.


Bruder Wilhelm (1858-1919) wohnte in der Jägerallee 7 und war mit Meta Hirschberg, geb. Katzmann (1865-1942 Auschwitz) verheiratet. Deren Sohn Dr. med. Fritz Hirschberg, mit privater Praxis in Potsdam, emigrierte 1939 nach Norwegen. Auguste heiratete Julius Zöllner (geb. 5.12.1839, gest. 17.6.1891). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Früh verwitwet, erbte sie das Haus in der Jägerallee 8. Nach dem Tod ihrer Kinder, 1910 und 1939, blieb sie allein in Potsdam. In der NS-Zeit wurde der bereits 80-jährigen Dame systematisch das gesamte Familien- und Grundeigentum geraubt. Vergeblich versuchte sie dem Vermögensverlust durch großzügige „Schenkungen" zuvorzukommen. Auguste Zöllner wurde 1943 mit 91 Jahren nach Theresienstadt deportiert und überlebte dieses Schicksal nur wenige Tage.

Die repräsentative Familiengrabstätte der Familie Hirschberg auf dem Jüdischen Friedhof Potsdam wurde mit rotem Sandstein aus der Rhein-Main-Region errichtet - das gleiche Material, wie es seit 1903 an der Fassade der Synagoge am Wilhelmplatz verwendet wurde.

Adresse: 
Stolperstein für Auguste Zöllner, geb. Hirschberg
Jägerallee 8
14469 Potsdam
Deutschland