Pressemitteilung Nr. 65 vom 14.02.2022

Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Foto: Pixabay
Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Foto: Pixabay
Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Foto: Pixabay

Anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien - Children of Addicts (CoA-Week) - vom 13. bis 19. Februar 2022 weist die Koordinatorin für Suchtprävention der Landeshauptstadt Potsdam, Katrin Hayn, wie jedes Jahr auf die Risiken für Kinder und Jugendliche hin, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen und verweist auf entsprechende Unterstützungsangebote für diese besonders schützenswerte Zielgruppe. Alle in Potsdam stattfindenden Aktionen sind online zusammengefasst unter:https://coa-aktionswoche.de/mitmachen/aktivitaeten

Im Rahmen des Projektes selbstbestimmt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen finden in der CoA-Week täglich kostenfreie Online-Seminare statt.

Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. Im Land Brandenburg leben schätzungsweise 22.000 minderjährige Kinder in einem suchtbelasteten Haushalt. Das ist ungefähr jedes 6. Kind. Das Projekt selbstbestimmt der Brandenburgischen Landesstelle e.V. informiert darüber, dass 62 Prozent der betroffenen Kinder überwiegend einen Elternteil mit einer alkoholbezogenen Problematik haben. Für diese Kinder besteht ein erhöhtes Risiko, später selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln. Ein großer Teil der Kinder (42 Prozent) lebt beim anderen Elternteil, knapp 10 Prozent sind fremdbetreut in Pflegefamilien oder in anderen Einrichtungen. 3 Prozent leben bei Ihren Großeltern.

„Die Suchterkrankung der Eltern stellt für die im Haushalt lebenden Kinder und Jugendlichen eine große Belastung dar. Die Corona-Pandemie hat mit den wechseln zwischen Präsenz- und Homeschooling die Situation für die suchtbelasteten Kinder noch verschärft. Die Isolation dieser Kinder von stabilen Säulen, wie z.B. Mitschüler*innen, Freund*innen, Schulsozialarbeit, Lehrkräften und anderen sozialen Kontakten, kann sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Kinder haben dadurch auch weniger Möglichkeiten, Hilfssignale zu senden“, so Hayn.

Das Projekt Seelische Gesundheit trifft Schule in Potsdam hat vor allem die psychisch stark belasteten Kinder und Jugendlichen im Blick. Das Projekt soll aufbauend auf bestehenden Netzwerken die seelische Gesundheit der sucht- und psychisch belasteten Kinder stärken. Der Öffentliche Gesundheitsdienst der Landeshauptstadt Potsdam wird dabei vom Lysion-Institut für Suchtprävention, Kultur- und Medienforschung unterstützt.

Eine verlässliche Ansprechpartnerin für Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahre ist die Fachstelle für Konsumkompetenz des Chillout e.V.. Sie bietet offene Sprechstunden auf analogem, digitalem und telefonischem Weg an.
Kinder und Jugendliche können sich anonym und kostenfrei melden, per E-Mail unter chillout@chillout-pdm.de, telefonisch unter 0331-287 912 58 oder persönlich in der Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam. Auf der Homepage: https://www.chillout-pdm.de/ steht auch ein Chat bereit.

Die ambulante Suchtberatungsstelle des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V. unterstützt und berät suchterkrankte Eltern anonym und kostenfrei und kann auch in der Häuslichkeit oder direkt in der Klinik mit aufsuchenden Hilfen unterstützen. Die Beratungsstelle ist zu erreichen per E-Mail unter suchtberatungsstelle@awo-potsdam.de oder telefonisch unter 0331-730 407 40.

Diese und alle weiteren Hilfsangebote zum Thema Sucht und seelische Gesundheit finden sich auch im Online-Wegweiser der Landeshauptstadt Potsdam unter https://www.potsdam.de/wegweiser-seele.