„Lernhäuser“, integrierter Stadtteiltreff, Photovoltaik und ganz viel Grün sind Teil des Siegerentwurfs
Pressemitteilung Nr. 351 vom 12.07.2022

Neues Gymnasium Bornstedt: Sieger im Realisierungswettbewerb stehen fest

Sieger im Realisierungswettbewerb für das Gymnasium Bornstedt stehen fest
Sieger im Realisierungswettbewerb für das Gymnasium Bornstedt stehen fest
Sieger im Realisierungswettbewerb für das Gymnasium Bornstedt stehen fest. Foto LHP/ Robert Schnabel
Siegerentwurf vom Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH zusammen mit HFP Höhne Fitschen + Partner und QUERFELDEINS Landschaft, Städtebau, Architektur Part. GmbH
Siegerentwurf vom Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH zusammen mit HFP Höhne Fitschen + Partner und QUERFELDEINS Landschaft, Städtebau, Architektur Part. GmbH
Siegerentwurf vom Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH zusammen mit HFP Höhne Fitschen + Partner und QUERFELDEINS Landschaft, Städtebau, Architektur Part. GmbH © Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH

Die Landeshauptstadt Potsdam plant eine neue Schule in Bornstedt, die für Nachhaltigkeit und Integration des Stadtteils neue Maßstäbe setzen soll. Zum Schuljahresbeginn 2027/28 eröffnet ein neues Gymnasium in der Pappelallee, Ecke Reiherweg, um der starken Nachfrage nach gymnasialen Schulangeboten im Potsdamer Norden Rechnung zu tragen. Am Dienstag, den 12. Juli 2022 präsentierten Bürgermeister Burkhard Exner, die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel, und der Werkleiter des Kommunalen Immobilien Service Potsdam (KIS), Bernd Richter, die Ergebnisse eines Realisierungswettbewerbs zum Neubau eines vierzügigen Gymnasiums an der Pappelallee und stellten in einer Ausstellung in der Turnhalle der Karl-Foerster-Grundschule die Gewinner vor. Erster Preisträger ist das Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH zusammen mit HFP Höhne Fitschen + Partner und QUERFELDEINS Landschaft, Städtebau, Architektur Part. GmbH, allesamt aus Dresden.

Bürgermeister Burkhard Exner: „Ich bin sehr beeindruckt von den hervorragenden Entwürfen für dieses dringend erforderliche Gymnasium im Potsdamer Norden. Sie zeigen, dass wir als Landeshauptstadt Potsdam bei unserer Bildungsinfrastruktur mit Energieeffizienz und Nachhaltigkeit innovativen Anforderungen entsprechen können. Hybride Bauweise, Gründächer und Photovoltaikanlagen gehören dazu, wenn wir  für die kommenden Generationen bauen. In Zeiten knapper werdender Finanzspielräume und steigender Baupreise sind 46 Millionen Euro für einen Schulstandort mit Sportangeboten und Stadtteiltreff kein kleines Budget. Es handelt sich um gut angelegtes Geld, denn hier wird in unsere Bildungsinfrastruktur und damit in die Zukunft unserer Stadt investiert.“

Bei dem Wettbewerb handelte es sich um einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb für die Errichtung eines Gebäudes für das Gymnasium für vier Klassenzüge in der Sekundarstufe I, 7. bis 10. Klassen (ca. 480 Schüler und Schülerinnen) und Kurse und Tutorien in der Sekundarstufe II, (ca. 224 Schüler und Schülerinnen). Darüber hinaus sollen auf dem künftigen Schulareal eine 3-Feld-Sporthalle (für eine Schul- und Vereinsnutzung) zuzüglich eines zusätzlichen Feldes, im Sinne einer Einfachhalle für Akrobatik, sowie Außensportanlagen, Funktions- bzw. Spiel-, Pausenanlagen und erforderliche Stellplätze für Autos und Fahrräder sowie interne Wege untergebracht werden. Die Sportaußenanlagen sollen auch für die Öffentlichkeit frei zugänglich gestaltet werden. Des Weiteren sind ein Stadtteilzentrum für die Stadtteilarbeit anzubinden. Der Bildungsstandort soll so geplant werden, dass mit modernen pädagogischen Konzepten, das Arbeiten in unterschiedlichen Teamstrukturen in offenen Lernlandschaften ermöglicht wird und die individuelle Förderung von Kindern sowie ein einfacher Zugang zu digitalen Medien möglich ist.

„Es freut mich sehr, dass mit der Errichtung des Gymnasiums an der Pappelallee ein weiterer Schulstandort die Bildungslandschaft Potsdams ergänzt. Wir setzen damit ein wichtiges Zeichen für die Bereitstellung von dringend benötigten Schulplätzen und geben Schülerinnen und Schülern mit Gymnasialwunsch eine Perspektive für die Zukunft. Gleichzeitig setzen wir neue Maßstäbe im Schulbau. Mit der Integration des Stadtteilzentrums sowie der Öffnung der Außensportanlagen schaffen wir einen Ort, der nicht nur Schule ist, sondern gleichzeitig Treffpunkt und Begegnung für Kinder und Jugendliche sowie Bürgerinnen und Bürger“, sagt Potsdams Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel.

Im Wettbewerb wurde größter Wert auf einen möglichst hohen energetischen Standard gelegt. Es ist angestrebt, diesen Standard bis hin zum Plus-/Nullenergiestandard umzusetzen. Das folgt zum einen dem hohen Anspruch, den die Landeshauptstadt Potsdam im Rahmen ihres "Masterplans 100% Klimaschutz bis 2050“ an Neubauvorhaben im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung anlegt, zum anderen unterliegt der ausführende Kommunale Immobilien Service strikt dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, weshalb bei neuen Bauvorhaben ohnehin Wirtschaftlichkeitsanalysen unter Einbeziehung der Lebenszykluskosten durchgeführt werden. Energie- und somit Kostenerparnis hat dabei oberste Priorität. Erreicht werden soll dies auch durch die zwingend vorgeschriebene gestalterische und funktionale Integration von Photovoltaikanlagen bei möglichst maximaler Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Flächen.

Die Entscheidung fiel u.a. auf das Atelier Schmelzer Weber Architekten, weil hier eine kleine Stadtlandschaft geschaffen werden soll, die in einer Pavillonstruktur aufgebaut wird und somit das Raumprogramm geschickt in einzelne Häuser gliedert, die aufgrund ihrer versetzten Stellung unterschiedlich nutzbare Höfe schaffen. Was den Außenraum betrifft, so hebt die Jury bezüglich der Grünfläche positiv hervor, dass der Pausenhof sich elegant zum Wäldchen öffnet. Baumcluster schaffen einen folgerichtigen Übergang zum dichtbewaldeten Grünraum. Was Funktion und Architektur angeht, liefert das Atelier eine überzeugend durchgearbeitete Lösung, welche die bauliche, funktionale und freiräumliche, nicht einfache Aufgabe optimal umsetzt. Das Konzept „Lernhäuser“ wird als pädagogisch wertvoll erachtet.

KIS-Werkleiter Bernd Richter zu den Ergebnissen des Wettbewerbs:  „Neben guten städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Lösungen wurden mit der Wettbewerbsauslobung auch gute Lösungen für das Thema Nachhaltiges Bauen gesucht. Fast alle Wettbewerbsteilnehmer setzten hierbei u.a. auf den Baustoff Holz und verfolgten teilweise innovative energetische Ansätze. Die Preisträger hatten in ihren Arbeiten auch in diesem Themenfeld gute Lösungsansätze aufgezeigt.“

Der Baustart für das Gymnasium ist für den Sommer 2024 vorgesehen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 geplant. Der Kostenrahmen für den Schulneubau liegt mit der 3-Feld-Sporthalle und dem Stadtteilzentrum bei 46 Millionen Euro. Das drei- bis vierzügige Gymnasium Bornstedt wird den Betrieb zum Schuljahr 2022/2023 aufnehmen – zunächst unter dem Namen „Gymnasium Bornstedt“ im Gebäude des jetzigen Oberstufenzentrums I (Technik) in der Jägerallee.


Hier finden Sie die drei Preisträger im Überblick

1.    Preis
Atelier Schmelzer Weber, Architekten Part. GmbH, Dresden mit HFP Höhne Fitschen + Partner, Dresden und mit QUERFELDEINS Landschaft, Städtebau, Architektur Part. GmbH, Dresden

2.    Preis
Tusker Ströhle Freie Architekten BDA, GbR, Stuttgart mit Wiedemann + Schweizer Landschaftsarchitektur, Stuttgart

3.    Preis
Kersten Kopp Architekten, Berlin mit capattistaubach urbane Landschaften, Berlin


Informationen zum Preisgericht

Fachpreisrichter*innen
Prof. Dipl.-Ing. Claus Anderhalten, Architekt Berlin, Universität Kassel
(Entwerfen im Bestand, Umweltbewusstes Planen und Experimentelles Bauen)
Prof. Dipl.-Ing. Angela Mensing-de Jong, Architektin, TU Dresden, Professur für Städtebau, Mitglied im Gestaltungsrat der Stadt Potsdam
Prof. Roland Borgwardt, Architekt Berlin, BHT Berlin, Fachbereich IV / Architektur und Gebäudetechnik
Dipl.-Ing. Marcel Adam, Landschaftsarchitekt, Potsdam
Dipl. Ing. Norbert John, Architekt, Potsdam

Stellvertretende Fachpreisrichter*innen
Prof. Dipl.-Ing. Claudia Schulte, Architektin, Hochschule Neubrandenburg, Baukonstruktion und Technisches Darstellen, Sachverständige für Energetische Gebäudeplanung
Dipl.-Ing. Sebastian Gaa, Architekt, Berlin
Dipl.-Ing. Anke Steinbrügge, Landschaftsarchitektin

Sachpreisrichter*innen
Dörte Schubert, beauftragte Lehrkraft für das Gymnasium
Bernd Richter, KIS-Werkleiter
Erik Wolfram, Leitung des Fachbereichs Stadtplanung
Annegret Lauffer, Fachbereich Bildung, Sport, Jugend
Realisierungswettbewerb „Neubau 4-zügiges Gymnasium Pappelallee / Reiherweg, Potsdam“

Stellvertretende Sachpreisrichter*innen
Jakob Simon, Stellvertretung Frau Schubert
Petra Hesse, KIS 2, Investitionen, Bereichsleiterin
Yvonne Stolzmann, Bereichsleiterin Stadterneuerung
Christian Hilbert, Bereichsleiter Bau und Betrieb Kita / Schule

Sachverständige
Uwe Tefs, Fachbereich Bildung, Jugend und Sport
Annett Schilsky; KIS 2, Investitionen
Jeanette Hanko, KIS Nachhaltigkeitsberaterin
Jana Schmiedeke, Fachbereich Bildung, Jugend und Sport
Dr. Gabriele Horn, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ (SPSG)
Dr. Jörg Wacker, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ (SPSG)
Christian Kube, Stadtteilkoordination Bornstedt
Dr. Christian Spitz, Stadtteilkoordination Bornstedt, Vertreter von Christian Kube
Christin Kühn, Verbindliche Bauleitplanung
Antje Graumann, Untere Denkmalschutzbehörde

Vertreter der Brandenburgischen Architektenkammer
Steffen Pfrogner, Stadtplaner / Architekt, Potsdam

Vertreter*innen der Wettbewerbsbetreuung
Andrea Baecker, KIS 2.2 Arbeitsgruppe Investitionen (Vorprüfung seitens des Auslobers)
Christian Adelmeyer, MNP, Nachhaltigkeitsprüfung
GRUPPE PLANWERK, Berlin, vertreten durch
Antje Hendriks, GRUPPE PLANWERK
Tabea Enderle, GRUPPE PLANWERK
Jannes Becker, GRUPPE PLANWERK
Jos Tivadar, GRUPPE PLANWERK