/Internetverbindung zum Rathaus bleibt vorerst abgeschaltet / weiterhin Einschränkungen bei Bürgerdienstleistungen sowie keine E-Mails / schrittweise Wiederinbetriebnahme ab der kommenden Woche/
Pressemitteilung Nr. 2 vom 02.01.2023

Umfangreiche Sicherheits-Tests nach präventiver Abschaltung der Internetverbindungen

Cyber-Sicherheit, Foto: pickup/stock.adobe.com
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Die Landeshauptstadt Potsdam führt nach dem am 29. Dezember 2022 erfolgten, präventiven Abschalten der Internetverbindung aufgrund einer Warnung der Sicherheitsbehörden des Landes Brandenburg, derzeit zahlreiche Überprüfungsmaßnahmen ihrer IT-Systeme durch, um die schrittweise Wiederinbetriebnahme der Bürgerdienstleistungen und IT-Systeme vorzubereiten. „Die Sicherheitsbehörden haben uns mitgeteilt, dass es eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere IT-Systeme gibt. Die Warnung haben wir sehr ernst genommen und sofort präventiv reagiert, um die Daten der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden und die Vorbereitung der IT-Abteilungen der Stadt und der kommunalen Unternehmen konnte wahrscheinlich einen Zugriff auf unser Systeme sowie Schäden verhindert werden“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert.

Neben der Warnung der Sicherheitsbehörden hat die Landeshauptstadt am 29. Dezember 2022 im Rahmen des Monitorings eine sogenannte Brute-Force-Attacke, eine IT-Angriffsmethode auf die Systeme erkannt und die Internetverbindung ausgeschaltet. Auch die städtischen Unternehmen haben Ende vergangener Woche aus Sicherheitsgründen die Internetverbindung offline gestellt.

Wenn die IT-Systeme der Stadt die Checks in dieser Woche bestehen und in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden weitere Vorkehrungen getroffen sind, sollen die Systeme ab der kommenden Woche schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Die Unternehmen werden beginnend in dieser Woche schrittweise wieder online gehen. „Wenn die abschließenden Untersuchungen die Ergebnisse bestätigen, hätten sich die Vorkehrungen diesmal bewährt. Der Aufwand, sich gegen diese skrupellosen Kriminellen im Netz zu schützen, wird jedoch immer größer. Das ist lokal in Städten und Kommunen kaum zu bewältigen und das wissen die Angreifer. Die Fälle von Cyberattacken auf Kommunen, Krankenhäusern und Stadtwerken allein in den letzten zwei Jahren sind besorgniserregend. Wir brauchen deshalb auch bei der Investition von Bund und Ländern in die Cybersicherheit eine Zeitenwende“, so Oberbürgermeister Mike Schubert.

Die Mitarbeitenden der Landeshauptstadt sind weiterhin nicht per E-Mail erreichbar, auch die Internetverbindung bleibt vorerst offline. Der Bürgerservice der Landeshauptstadt Potsdam ist daher nur eingeschränkt nutzbar. Die vereinbarten Termine können gewährleistet werden. Nicht möglich sind jedoch derzeit unter anderem die An- und Abmeldung von Fahrzeugen, die Bestellung eines Express-Reisepasses und die Ausstellung eines Führungszeugnisses. Auch die Urkundenstelle des Standesamtes, das Portal Maerker und Maerker Plus sowie das Ratsinformationssystem stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Da E-Mails zur Meldung von Kindeswohlgefährdungen derzeit nicht bearbeitet werden können, bitten wir um telefonische Meldung an das Jugendamt unter (0331) 2893030. Telefone und Fax stehen weiter ohne Probleme zur Verfügung. Bei Fragen stehen die Behördennummer 115 sowie die zentrale Nummer 0331 2890 zur Verfügung, dort werden die Anruferinnen und Anrufer an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen weitergeleitet.

Die Stadt ist aktuell dabei, die Systeme so auszurichten, dass ab Anfang Januar möglichst mit Ausweichlösungen die Arbeitsfähigkeit für Fachverfahren, insbesondere für die Sozialverfahren, aufrechterhalten werden kann. Um die Systeme gegen externe Angriffe zu stärken werden IT-Sicherheitsfirmen und IT-Forensiker beauftragt, um die IT-Spezialisten der Verwaltung bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Hintergrund
Die Landeshauptstadt Potsdam hat am Donnerstagabend die Internetverbindung der Verwaltung abgeschaltet. Die Stadt wurde durch die Sicherheitsbehörden des Landes Brandenburg über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf die IT-Strukturen und Daten informiert. Nach Rücksprache der IT-Verantwortlichen mit dem Land und den brandenburgischen Sicherheitsbehörden hat Oberbürgermeister Mike Schubert entschieden, in einem ersten Schritt die Internetverbindungen offline zu stellen und die Systeme zu überprüfen, Sicherheitsstandards anzupassen und dann wieder online zu gehen. Mit dem Abschalten der Systeme haben wir Szenarien wir in anderen deutschen Städten nach Cyberattacken verhindert.

Aktuelle Informationen zum Stand der Arbeiten kommunizieren wir auf der Internetseite www.potsdam.de[1] sowie auf Twitter https://www.potsdam.de/social-media-angebote-der-landeshauptstadt-potsdam[2].