Suchtprävention/Suchthilfe

"Gemeinsam sind wir stark" (© Africa Studio/Fotolia.com)
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Suchtprävention und Suchthilfe in der Landeshauptstadt Potsdam

Die Landeshauptstadt Potsdam verfolgt in den Bereichen der Suchtprävention und der Suchthilfe eine vorsorgende Gesundheitspolitik. Dafür wurde 2013 ein Rahmenkonzept zur Suchtprävention und Suchtbehandlung in der Landeshauptstadt Potsdam - Handlungsansätze und Perspektiven erarbeitet, das mit zweijährigen Aktionsplänen konkretisiert wird (siehe Downloadbereich). Es wird der Ansatz verfolgt, Suchtprävention und Suchthilfe in den Lebensbedingungen zu verankern, in denen Menschen lernen (Schule), arbeiten (Betrieb), zusammen leben (Familie) oder ihre Freizeit verbringen. Prävention, der Erwerb von Konsumkompetenzen, Therapie und Selbsthilfe müssen vor diesem Hintergrund entwickelt werden.

Zuständig für die strategische Umsetzung des Rahmenkonzeptes ist die Koordinatorin für Suchtprävention in der Arbeitsgruppe Planung und Steuerung. Sie koordiniert alle lokalen Akteure im Aktionskreis der Suchtprävention und Suchthilfe. Zudem arbeitet sie in allen fachrelevanten Arbeitskreisen der Landeshauptstadt Potsdam und im Arbeitskreis Suchtprävention der Landessuchtkonferenz mit.

Sucht ist in der Alltagssprache ein häufig verwendeter Begriff für ein intensives Verhalten und Verlangen, das trotz sichtbarer gesundheitlicher und sozialer Schädigungen fortgesetzt wird. Diese allgemeine Definition führt einerseits dazu, unsere Gesellschaft zu „versüchteln“ (immer mehr Süchte zu definieren) und verleitet andererseits, die öffentliche Wahrnehmung auf das Stadium der Sucht(-erkrankung) zu verkürzen. Doch bis sich eine Sucht manifestiert, dauert es oft eine lange Zeit (Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte). In dieser Phase geht es – in der Landeshauptstadt Potsdam wie überall – um Konsummuster, die in einem bestimmten biographischen Abschnitt riskant sind, in die Sucht führen können, jedenfalls gesundheitliche Risiken darstellen.

Der Ansatz eines nachhaltigen „Suchtkonzeptes“ sollte deshalb in allen Lebensabschnitten sucht- oder verhaltensbedingte Risiken berücksichtigen (Vorbeugung, Ansprache, Wahrnehmung) sowie professionelle Hilfe und Selbsthilfe für Menschen mit einer manifesten Sucht anbieten. Gezielte Nachfürsorge und Re-Integration sind nicht zu vernachlässigen, um Suchtüberwindung dauerhaft zu machen.

Ein solch verzweigter Blick auf Risikolagen und Suchtgefahren kann die sich entwickelnden Netzwerke und Bündnisse an Gesundheitsförderung, Familienfreundlichkeit und Älter werden in Potsdam nutzen und Themen wie „Risikolagen“ oder „Verhaltenssüchte“ und „abhängigen Konsum“ in die Arbeit von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft einbauen. Das stärkt Beratungen, Maßnahmen und Hilfesysteme. Der Verbund von Fachleuten, freien Trägern, Einrichtungen, Initiativen, Betroffenen und Projekten – wie er sich im Neustart der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft in der Landeshauptstadt zeigt – schafft Synergien und erhöht die Erfolgschancen bei der Wahrnehmung von Sucht auslösenden Risikolagen wie Sucht überwindenden Faktoren.

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