Die Brunnen, Fontänen und Bachläufe im Park Babelsberg sind wieder am Netz

Pücklers Wassermusik

Kaiserliche Pracht: Schloss Babelsberg nach der Fassaden- und Dachsanierung. (© SPSG/Leo Seidel)
Kaiserliche Pracht: Schloss Babelsberg nach der Fassaden- und Dachsanierung. (© SPSG/Leo Seidel)
Kaiserliche Pracht: Schloss Babelsberg nach der Fassaden- und Dachsanierung. (© SPSG/Leo Seidel)
Das Schloss mit den 2015 wiederhergestellten Eisengussbänken unterhalb der Goldenen Terrasse. (© SPSG/Max Daiber)
Das Schloss mit den 2015 wiederhergestellten Eisengussbänken unterhalb der Goldenen Terrasse. (© SPSG/Max Daiber)
Das Schloss mit den 2015 wiederhergestellten Eisengussbänken unterhalb der Goldenen Terrasse. (© SPSG/Max Daiber)
Die Gotische Fontäne im Park Babelsberg. (© SPSG/Leo Seidel)
Die Gotische Fontäne im Park Babelsberg. (© SPSG/Leo Seidel)
Die Gotische Fontäne im Park Babelsberg. (© SPSG/Leo Seidel)
Die Porzellanterrasse mit dem Städtebrunnen während der Wiederherstellungsarbeiten. (© SPSG/Leo Seidel)
Die Porzellanterrasse mit dem Städtebrunnen während der Wiederherstellungsarbeiten. (© SPSG/Leo Seidel)
Die Porzellanterrasse mit dem Städtebrunnen während der Wiederherstellungsarbeiten. (© SPSG/Leo Seidel)

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat das ca. 10 Kilometer lange Brauchwassernetz rund um das Schloss Babelsberg wiederhergestellt. Damit sind die nach dem Ende der Monarchie 1918 weitgehend stillgelegten Wasserspiele wieder erlebbar.

Nach Abschluss der – Fassade und Dach umfassenden – Hüllensanierung des Schlosses Babelsberg im Jahr 2015 sind nun auch die fünf – das Haus umgebenden – Terrassen mit ihren Brunnen, Setzstufen und Stützmauern aus Naturstein fertig gestellt. So zeigt sich die seit 1990 zur UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ gehörende ehemalige Sommerresidenz Wilhelms I. (1797-1888) wieder ganz in der kaiserzeitlichen Pracht der Ära zwischen 1870 und 1890. Auf unterschiedlichen Ebenen angelegt und von den Innenräumen aus erreichbar, verbinden die Terrassen das Schloss mit dem von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) gestalteten Pleasureground.

Dem Gartenkünstler wird die SPSG 2017 die Ausstellung „Pückler.Babelsberg“ widmen. Die Schau wird in den noch nicht restaurierten Schlossinnenräumen und im Park das Wirken des „grünen Fürsten“ in Babelsberg und am preußischen Hof thematisieren.

Zur Geschichte des Parks Babelsberg

Der ab 1833 angelegte Park Babelsberg ist ein herausragendes Gartenkunstwerk, das seit 1990 zum UNESCO-Welterbe gehört. Gleich zwei bedeutende Gartenkünstler haben den 124 Hektar großen Landschaftspark im Auftrag des Prinzen Wilhelm, des späteren Kaisers Wilhelm I. geschaffen: Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Ein ca. 20 Kilometer langes Wegenetz bietet ein vielfältiges Sichten-Programm.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Park durch seine Lage an der innerdeutschen Grenze zwischen 1961 und 1989 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1990 konnte die SPSG die durch den Bau der Grenzanlagen zerstörten Parkareale und -bauten wiederherstellen, die am Schloss gelegenen Zweckbauten aus der Nachkriegszeit rückbauen (2008) und den Geysir in der Glienicker Lake (2006) wieder in Betrieb nehmen.

Zur Geschichte des Schlosses Babelsberg

Schloss und Park Babelsberg wurden ab 1833 für den preußischen Prinzen Wilhelm und seine Gemahlin Augusta von Sachsen-Weimar angelegt. Über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren verbrachte das spätere Königs- und Kaiserpaar hier seine Sommertage.

Der erste Bauabschnitt wurde von 1834-35 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) errichtet. Von 1844 bis 1849 fand eine Erweiterung des Bauwerks statt. Schinkels Schüler Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack hatten dabei den ursprünglichen Entwurf auf Wunsch des Bauherrn zu modifizieren. Das Kaiserpaar nahm regen Anteil an der Gestaltung seines Lieblingsdomizils und fügte bis in die 1880er Jahre immer wieder neue Ausstattungsobjekte in das Gesamtkunstwerk ein.

Wie kein zweites preußisches Schloss ist Babelsberg weitgehend Ausdruck der Epoche Wilhelms I. geblieben. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal ist das Baudenkmal auch für historisch interessierte Touristen sehenswert, die diese Zeitebene an nur wenigen authentischen Orten besichtigen können.