Der Brandenburgische Kunstverein Potsdam e.V. wurde 1992 gegründet und versteht sich als Labor und Bühne für junge zeitgenössische Kunst. Im Austausch mit der Metropole Berlin, doch unter den kontrollierten Versuchsbedingungen einer überschaubaren Landeshauptstadt, soll er keine beruhigenden Lösungen anbieten, sondern drängende künstlerische Fragen bewusst machen. Dabei geht es nicht allein um die Präsentation künstlerischer (Einzel-)Positionen, wie sie üblicherweise aus Museen und Kunsthallen bekannt ist. Es geht vielmehr um den direkten Bezug künstlerischer Arbeiten auf den Handlungsort Potsdam und auf die Förderung des Kunstdiskurses in einer Stadt, in der die Herausforderung zum kritischen zeitgenössischen Diskurs noch immer keine kulturpolitische Selbstverständlichkeit ist.
Schwerpunkte
Dabei liegt der doppelte Schwerpunkt unserer Arbeit in den beiden Bereichen Vermittlung und Produktion. Seit seiner Gründung, aber mit besonderem Nachdruck seit seiner programmatischen Neuausrichtung im Winter 2004/2005 kuratiert der Verein fast ausschließlich Neuproduktionen mit einem spezifischen Zuschnitt auf den Ausstellungsort. Trotz begrenzter Mittel entwickelt der Verein im Team aus seinem Vorstand heraus ein künstlerisches Programm, das den Werkstattcharakter anspruchsvoller, konzeptueller, zeitgenössischer Kunst dokumentiert und greifbar anschaulich vermittelt. Internationale Positionen werden dabei immer wieder mit Lokalbezügen durchwirkt. Zugleich beziehen sich kuratorische Ausstellungsserien auf die ortsspezifischen Kontexte der Landes- und Wissenschaftshauptstadt Potsdam, sowohl innerhalb des Ausstellungsraums als auch im öffentlichen Raum. Der Austausch findet hier nicht nur auf der Ebene einer institutionellen Zusammenarbeit statt, sondern lebt davon, dass Wissenschaftler mit Künstlern gemeinsam und direkt im Ausstellungsraum tätig werden.
Ein weiterer Programmpunkt unserer künstlerischen Arbeit, der sich aus dieser Ausrichtung ergibt, ist die Förderung des künstlerischen Nachwuchses. Dabei sollen junge, noch nicht überregional etablierte Künstler zur Auseinandersetzung mit einem anspruchsvollen kuratorischen Dialog herausgefordert werden. Der Verein bezieht hier auch den internationalen und regionalen akademischen Nachwuchs ein.
BKV on tour
Die hier produzierten Arbeiten zeigen in der Regel keine abgeschlossenen Werkkomplexe, sondern beschreiben den gegenwärtigen Stand künstlerischer Produktion. Hier gezeigte Ausstellungspremieren sind in den vergangenen Jahren oftmals im internationalen Kontext weiterentwickelt worden. So wurde u.a. die Ausstellung „Horde" von Karl Heinz Jeron, die im Rahmen der Serie „Art + Science" in Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut entstand, 2008 in der Ausstellung „Speaking Out Loud" am Netherlands Media Art Institute, Amsterdam, in einer niederländischen Fassung gezeigt. Sämtliche für die Wissenschaftsserie des Vereins entstandenen Einzelarbeiten wurden inzwischen in Museen und Kunstvereinen präsentiert. Die Preisträgerausstellung "Untiteld" des Kunstpreises blauorange 2007 von Danh Vo wurde zudem Anfang 2008 in der Förderkoje auf der Art|Basel präsentiert und hat mittlerweile Eingang in verschiedene Kunstsammlungen gefunden.
Verein mit Geschichte
Der erste Spielort des Vereins war 1992 der Persiusspeicher in der Zeppelinstraße, der mit Fördermitteln aus NRW teilausgebaut wurde, sich jedoch wegen seines baulichen Zustands für Ausstellungen als untauglich erwies. Nach einer Arbeitspause bezog der Kunstverein dann 1997 seinen nächsten provisorischen Standort in der Schiffbauergasse, bevor er schließlich 2002 inmitten des Zentrums der Stadt einen Wirkungsort im Kern des historischen Potsdam fand.
Seither spiegelt der Ausstellungsort den inhaltlichen Anspruch des Vereins wider, der sich in einer sonst kunstfernen, einzelhandelsgeprägten Atmosphäre um die Konfrontation von Kunst und Nichtkunst bemüht. In einer auf extreme Weise durch die preußische Geschichte geprägten Stadt, versucht der Verein, Kunst auch an den Grenzbereichen des Kunstbetriebs sichtbar werden zu lassen.
Kontakt:
Brandenburgischer Kunstverein Potsdam e.V.
Luisenforum - Brandenburger Straße 5
14467 Potsdam
Telefon: +49 331 2703442
Telefax: +49 331 2703449
E-Mail: info@brandenburgischerkunstverein.de
Internet: www.brandenburgischerkunstverein.de