
Die Investitionsbank des Landes Brandenburg hat dem Kommunalen Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V. eine Zuwendung erteilt für Maßnahmen zur Stärkung des Landschaftswasserhaushaltes und für ein nachhaltiges Wassermanagement. Mit der Projektförderung in Höhe von rund 345.000 Euro soll eine Machbarkeitsstudie für die Einzugsgebiete des Sacrower und Groß Glienicker Sees erarbeitet werden. Mit dem Zuwendungsbescheid kann nun das Gutachterbüro ausgeschrieben werden.
Die Wasserstände der grundwassergespeisten Seen Groß Glienicker See und Sacrower See haben sich in den vergangenen 20 Jahre stark verändert. Die Wasserflächen und die Uferbereiche sind insbesondere durch das Absinken der Wasserstände und die Ausbreitung großer Flachwasserbereiche einer starken ökologischen Veränderung ausgesetzt – mit Folgen für die natürlichen Lebensräume.
Bei einem Beteiligungsformat, welches in den Jahren 2022 bis 2023 zwischen der Landeshauptstadt Potsdam, dem Bezirksamt Spandau von Berlin und verschiedenen Bürgervertretungen und Initiativen stattfand, wurde eine Diskussion angestoßen, wie die aktuelle Situation an den Gewässern verbessert werden kann. Im Ergebnis soll diese Machbarkeitsstudie erstellt werden, die Möglichkeiten aufzeigt, einen machbaren Umgang mit dem sich verändernden Landschaftswasserhaushalt mit den prägnanten Seen zu finden.
„Die sinkenden Wasserstände am Groß Glienicker und Sacrower See sind ein deutliches Warnsignal für die Region. Es ist gut, dass wir das Thema jetzt länder-, fach- und interessenübergreifend angehen. Mit belastbaren Fakten können wir gemeinsam daran arbeiten, wie die aktuelle Situation verbessert werden kann.“, sagt Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz.
„Ich bin froh, dass es mit dem Kommunalen Nachbarschaftsforum eine Institution gibt, die das von Initiativen, der Landeshauptstadt Potsdam und dem Bezirksamt Spandau von Berlin angestoßene Projekt zu den beiden Gewässern in Potsdam und Berlin nun mit Unterstützung des Landes Brandenburg fortführen kann“, so der Umweltbeigeordnete Bernd Rubelt.
Mit einer Machbarkeitsstudie wird nun untersucht, welche Gründe es für das Absinken der Gewässerstände in den grundwassergespeisten Seen gibt und wie und ob einem weiteren Absinken der Wasserspiegel sinnvoll entgegengewirkt werden kann. Untersucht werden soll auch, ob die Möglichkeit des Anhebens der Wasserstände besteht und woher das dafür benötigte Wasser bezogen werden kann, ohne an anderer Stelle negative Auswirkungen zu verursachen. Weiterhin ist zu untersuchen, inwieweit in diesem Zusammenhang Maßnahmen am Schiffgraben und den dort vorhandenen Bauwerken durchzuführen sind.
Die Studie soll insbesondere unter Berücksichtigung des Niedrigwasserkonzepts des Landes Brandenburg Szenarien aufzeigen, diese bewerten und zielorientiert abwägen. Grundlegendes Ziel ist die Stabilisierung des Wasserhaushaltes im Sacrower See, Schiffgraben, Groß Glienicker See und des Grundwasserkörpers, sowie der Schutz gefährdeter wasserabhängiger Land- und Wasserökosysteme, sowie Restmoore, Schilfgürtel und Feuchtwiesen im Einzugsgebiet sowie der Gewässergüte bzw. ein zukunftsgerichteter Umgang mit eventuell nicht vermeidbaren Landschaftswasserhaushaltsszenarien.
Das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg e.V. (KNF) ist ein Zusammenschluss von VertreterInnen der Berliner Bezirke, von Brandenburgischen Landkreisen, Städten, Gemeinden und Ämtern. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Herausforderungen in den Bereichen Verkehr, Infrastruktur, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen, Grün- und Freiraum und Wasser stärker ländergrenzenübergreifend in fachlicher Zusammenarbeit gelöst werden.
„Wir freuen uns, dass wir durch die Akquise von Fördermitteln die direkte Wirksamkeit des KNF vor Ort sowie in der Kooperation zwischen Berlin und dem Umland sichtbar machen können – mit der Ausschreibung der Gutachterleistungen beginnt nun die Bearbeitung dieser gemeinsamen Aufgabe“, so der Vorsitzende des KNF e.V. Andreas Igel, Bürgermeister Stadt Ludwigsfelde.
Die Bearbeitung der Machbarkeitsstudie für die zwei Seen und das 1.800 Hektar große Einzugsgebiet soll Anfang 2027 abgeschlossen werden.