Nach der Auftaktveranstaltung zur Schulentwicklungsplanung im Dezember 2025 hat die Arbeitsgruppe zur Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung (AG IKSEP) heute den Vertreterinnen und Vertretern der Potsdamer Träger sowie der Fraktionen die ersten Ergebnisse der Kitabedarfsplanung vorgestellt. Derzeit wird die Fortschreibung der Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2026 bis 2031 erarbeitet, die im Herbst der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Sie bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung der Kita- und Schulinfrastruktur in der Landeshauptstadt Potsdam.
„Die neue Integrierte Kita- und Schulentwicklungsplanung soll die Bildungsangebote in Potsdam sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterentwickeln – und das gezielt, dem tatsächlichen Bedarf entsprechend. Gleichzeitig wollen wir frühzeitig auf die sich verändernden demografischen Entwicklungen reagieren und damit eine verlässliche Grundlage für die kommenden Jahre schaffen“, sagt Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport.
Grundlage ist die neue Bevölkerungsprognose der Landeshauptstadt für den Zeitraum 2025 bis 2040, aus der die neuen Bedarfszahlen für die Altersbereiche Krippe (0 bis unter 3 Jahre) und Kindergarten (3 bis unter 6 Jahre) abgeleitet wurden. Im Vergleich zum Planwerk für die Jahre 2021 bis 2026 stellt sich die Versorgungssituation für Potsdamer Familien insgesamt gut dar. In Potsdam leben aktuell rund 9.200 Kinder im Krippen- und Kindergartenalter. In vielen Teilen der Stadt ist eine wohnortnahe Betreuung uneingeschränkt möglich.
Die weiterhin sinkenden Geburtenzahlen wirken sich jedoch auf die Nachfrage von Krippen- und Kitaplätzen aus. Im Krippenbereich befinden sich die Zahlen aktuell auf einem Tiefpunkt und werden sich voraussichtlich erst 2031 wieder auf dem Niveau des Jahres 2024 einpegeln. Im Kindergartenbereich wird dieser Tiefpunkt zeitlich versetzt – voraussichtlich im Jahr 2029 – erreicht. Danach wird auch für diesen Bereich wieder ein Anstieg der Bedarfe erwartet. Diese Entwicklung macht eine Anpassung der Betreuungskapazitäten für das gesamte Stadtgebiet bis zum Jahr 2040 notwendig. Langfristig könnten etwa 900 Plätze entfallen, vorübergehend – bis etwa 2031 – sogar bis zu 1.200 Plätze.
Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und der Wohnungsbaupotenziale zeigt sich für die einzelnen Planungsräume in der Landeshauptstadt jedoch ein differenziertes Bild. Insbesondere in den Planungsräumen Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg, Rote Kasernen, Nauener und Berliner Vorstadt sowie Am Stern werden in den kommenden Jahren immer mehr Krippen- und Kitaplätze freibleiben. Dagegen stehen in den Planungsräumen Brandenburger Vorstadt, Babelsberg Süd und Alt Drewitz/ Kirchsteigfeld zu wenig Plätze zur Verfügung.
Für die Planung der zukünftigen Kitainfrastruktur im Stadtgebiet gilt es deshalb zwischen temporären Umnutzungen bestehender Kapazitäten und einem langfristigen Abbau zu unterscheiden. Hierzu folgen in einem nächsten Schritt vertiefende Gespräche mit den Trägern der Einrichtungen. Ziel ist es, gemeinsam konkrete Maßnahmen zu erarbeiten und verbindlich festzuhalten, um die Betreuungsangebote auch künftig bedarfsgerecht und wohnortnah zu sichern.
Das gemeinsame Planwerk der Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung für die Potsdamer Bildungslandschaft von der Krippe bis zur weiterführenden Schule soll im Herbst dieses Jahres der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.