Ausstellung „[KEIN SCHÖNER LAND] - TODESOPFER RECHTER GEWALT IN BRANDENBURG“ eröffnet

Die Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg, © Landeshauptstadt Potsdam/ hannes Riemann
Die Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg, © Landeshauptstadt Potsdam/ hannes Riemann
Die Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg, © Landeshauptstadt Potsdam/ hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann
Eröffnung der Ausstellung [Kein schöner Land] - Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg am 23. Oktober 2019, © Landeshauptstadt Potsdam/ Hannes Riemann

Marcus Reinert vom Verein Opferperspektive e.V. hat heute die Ausstellung „[KEIN SCHÖNER LAND] - TODESOPFER RECHTER GEWALT IN BRANDENBURG“ im Potsdamer Rathaus eröffnet. Sie ist bis zum 14. November 2019 gegenüber dem Bürgerservice zu sehen.

Brandenburg ist eines der Bundesländer, in denen seit der Wiedervereinigung am meisten Todesopfer rechter Gewalt zu beklagen sind. Die Ausstellung erinnert an das individuelle Schicksal von 22 Menschen, die seit 1990 in Folge von rechter, rassistischer oder sozialdarwinistischer Gewalt ums Leben gebracht wurden. Sie mussten sterben, weil die Täter menschenverachtende Einstellungen verinnerlichten und den Wert eines Menschen an seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seines sozialen Status, seiner körperlichen oder seiner psychischen Beeinträchtigung bemaßen.

Viele Jahre wurde im Bundesland Brandenburg um die staatliche Anerkennung aller bekannt gewordenen Todesopfer rechter Gewalt gerungen. Im Auftrag der Landesregierung wurden bis 2015 alle bis dahin umstrittenen Tötungsdelikte durch das Moses Mendelsohn Zentrum (MMZ) überprüft. Im Ergebnis der Prüfung sind insgesamt 18 Menschen als Todesopfer rechter Gewalt durch die Landesregierung anerkannt worden. Brandenburg hat vor diesem Hintergrund Pionierarbeit geleistet, so Marcus Reinert in seiner Eröffnungsrede.

Die Ausstellung "[KEIN SCHÖNER LAND] - TODESOPFER RECHTER GEWALT IN BRANDENBURG" dokumentiert alle durch die Landesregierung offiziell anerkannten Todesopfer rechter Gewalt und Todesfälle, die von Opferperspektive e.V. als rechts motiviert bewertet wurden. Diese unterschiedliche Bewertung ist auf den Tafeln zu den einzelnen Todesfällen vermerkt. Die Tafeltexte fokussieren auf die Opfer, die rechte Gewalttat und deren juristische Aufarbeitung. Darüber hinaus vermittelt die Ausstellung die Debatte der Anerkennung der Opfer rechter Gewalt in Brandenburg. Sie versteht sich als Ergänzung zu der von der Opferperspektive betriebenen Internetseite „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“ und ist über QR-Codes mit dieser verknüpft.

Die Auseinandersetzung mit den rechtsextrem motivierten Todesfällen soll einerseits die Erinnerung an die Opfer wachhalten, die durch die menschenverachtenden Morde ums Leben kamen. In Zeiten erstarkender rechter und rechtsterroristischer Strukturen dient sie aber auch als Warnung vor den allgegenwärtigen Gefahren durch potentielle Täter*innen.

Vor dem Hintergrund vermehrter Grenzüberschreitungen auch in den Parlamenten und Gemeindevertretungen erklärt der Vorsitzende des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“, Mike Schubert: „Ich werde mich stets unmissverständlich positionieren, wenn es um die Verteidigung unserer freiheitlichen Grundwerte geht. Potsdam als Stadt der Toleranz und Weltoffenheit wird weiterhin entschlossen voran gehen gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit – für eine demokratische und freie Gesellschaft“.

Die Ausstellung wurde vom Verein Opferperspektive e.V. konzipiert und entwickelt.