Schulentwicklungsplan erfordert Kraftakt

27. Oktober 2013 

Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer,

das immense Wachstum der Landeshauptstadt hält unvermindert an. Erst im Sommer habe ich den 160.000. Potsdamer persönlich begrüßen können. Bis 2020 werden wir vermutlich die Marke von 170.000 Einwohnern knacken. Das ist schön, denn es zeigt, dass Potsdam eine äußerst beliebte Stadt ist. Wo man gerne arbeitet, eine Familie gründet und alt werden kann. Wachstum ist aber kein Selbstzweck. Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir dadurch große Anstrengungen unternehmen müssen, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Wachstum bedeutet nämlich: Wir brauchen Arbeitsplätze, Wohnungen, Kita-Plätze, neue Schulen. Ja, und auch die Bewältigung des Verkehrs wird weiterhin eine große Rolle spielen - in der abgelaufenen Woche haben wir dazu eine Vereinbarung mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark unterzeichnet und vereinbart, konkrete Vorschläge auf den Weg zu bringen und die Gespräche mit den Nachbargemeinden fortzusetzen.

Nun geht es aber vor allem darum, die Herausforderungen im Bildungsbereich in Angriff zu nehmen. Wie die ersten Ergebnisse aus dem neuen Schulentwicklungsplan für 2014 bis 2020 zeigen, ist ein Kraftakt nötig. Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet, daher hatte ich eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die ressortübergreifend alle Fragen behandelte. Nun wissen wir detailliert: Wir benötigen bis 2021 drei neue Grundschulen, drei neue weiterführende Schulen, neue Sportanlagen und Erweiterungsbauten. Die Landeshauptstadt Potsdam muss mit zusätzlichen Investitionen von etwa 160 Millionen Euro rechnen. Das ist es uns wert. Unseren Kindern sollten wir die besten Startchancen ins Leben verschaffen. Und das ist ein ausreichendes und qualitativ hochwertiges Angebot an Schul- und Kita-Plätzen.

Damit beginnt die dritte Phase der Schulentwicklung in Potsdam seit 1990: Dem Abbau der Kapazitäten zwischen 1995 und 2005 aufgrund geringer Schülerzahlen folgte die Konsolidierung und Modernisierung der vorhandenen Schulinfrastruktur. Potsdam hat derzeit 19 Grundschulen sowie 16 weiterführende Schulen. Zudem gibt es 16 Schulen in freier Trägerschaft. In den vergangenen drei Jahren ist das Schulnetz mit dem Neubau einer Grundschule an der Pappelallee („Grundschule im Bornstedter Feld") sowie den Eröffnungen der Gesamtschulen „Am Schilfhof" und der Gesamtschule „Leonardo da Vinci" erweitert worden. Der Neubau eines weiteren Schulhauses (Bornstedter Feld, An der Esplanade) sowie die Eröffnung eines neuen Gymnasiums in Potsdam-West (Haeckelstraße) im Jahr 2016 sind bereits beschlossen.

Das neue Schulinfrastrukturprogramm ist in seiner Dimension eines der größten Vorhaben der Landeshauptstadt. Wir müssen trotz sinkender und schließlich auslaufender investiver Schlüsselzuweisungen gemeinsam diese immense Herausforderung annehmen. Ganz bewusst haben wir in den vergangenen Monaten darauf hingewiesen, dass wir schnell einen investitionsorientierten Haushalt benötigen, um den Herausforderungen einer wachsenden Stadt gerecht werden zu können. Da ist die Stadtpolitik schon im Frühjahr gefordert. Dann muss der Wirtschaftsplan des Kommunalen Immobilien Service, der die Investitionen in den nächsten Jahren tätigen muss, stehen. Damit die dringend benötigten Schulen auch rechtzeitig fertig werden.

Ihr

Jann Jakobs


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