Paul Wallich

Paul und Hildegard Wallich ((© privat Schiller)
Paul und Hildegard Wallich ((© privat Schiller)
Paul und Hildegard Wallich ((© privat Schiller)

Paul Wallich lebte mit seiner Familie in der Villa Schöningen in Potsdam. Nach seiner Konfession war er evangelischer Christ. Nach den Rassengesetzen der Nationalsozialisten ein Jude. Die Reichsprogromnacht 1938 trieb ihn zur Verzweiflung. Um seine Familie vor Repressalien zu schützen, flüchtete er in den Freitod.

Paul Wallich trat am 10. August 1882 als zweit-geborenes Kind in die Familie von Hermann Wallich, Anna Wallich, geb. Jacoby und Ilse Wallich, seine ältere Schwester, ein. Im Jahr 1913 heiratete er Hildegard Rehrmann. Ihr erster Sohn, Hermann Christoph, kam im Sommer 1914 auf die Welt. 3 Jahre später folgte Tochter Christel und 1918 Wallichs drittes Kind Walter. Die Familie bezog die Villa Schöningen in den 1920er Jahren.

In seiner Tätigkeit als Bankier in Berlin ging es ihm nicht um finanziellen Vorteil, sondern um das konstruktive Wesen im Gemeinwohl der Menschen. Er war ein großzügiger und toleranter Mensch, der dieses auch im privaten Bereich zeigte. Die von seiner Mutter gegründete „Berliner Hauspflege" für mittellose Kranke und werdende Mütter unterstütze er regelmäßig finanziell.

Sehr wichtig war ihm seine Familie. Daher verbrachte er möglichst viel Zeit mit seinen Kindern beim Tennisspielen im Garten oder beim Segeln auf der Havel. Er war ein religiöser Mensch und evangelischer Christ. Seine Mutter war vom Judentum zum Christentum konvertiert und ließ sich taufen. Unter den deutschen Rassengesetzen der Nationalsozialisten jedoch galt er im Gegensatz zu seiner „arischen" Frau nach wie vor als Jude. 1937 verschlechterte sich die Situation seiner Bank, im März 1938 musste er sie verkaufen.

Viele Freunde rieten ihm auszuwandern, aber Paul Wallich war überzeugter Deutscher. Trotz seiner politischen Aufgeklärtheit war er von den Ereignissen im November 1938 überrascht. Er sah als einzige Lösung seine Familie zu schützen die Flucht in den Freitod. Am 11. November 1938 stürzte er sich von der Kölner Hohenzollern-Brücke in den Rhein.

Adresse: 
Stolperstein für Paul Wallich
Berliner Straße 86
14467 Potsdam
Deutschland