Kurt Samter

Stolperstein Kurt Samter (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Kurt Samter (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Kurt Samter (Foto: Christian Michelides)
Potsdamer Schülerinnen und Schüler bei der Verlegung des Stolpersteins für Kurt Samter (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)
Potsdamer Schülerinnen und Schüler bei der Verlegung des Stolpersteins für Kurt Samter (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)
Potsdamer Schülerinnen und Schüler bei der Verlegung des Stolpersteins für Kurt Samter (Foto: Landeshauptstadt Potsdam)

Kurt Samter kam am 17. November 1882 als vermutlich zweiter Sohn in Wollstein (polnisch Wolsztyn) in der Provinz Posen zur Welt. Um 1910 kam der junge Mann nach Potsdam. Rund 15 Jahre später wohnte Kurt Samter in der Französischen Straße 25, dem Unternehmenssitz von Julius Zielenziger, der einen Handel für Mehl, Getreide- und Futtermittel führte. Kurt Samter war zunächst Prokurist in diesem Geschäft und schließlich letzter Inhaber der Firma.

Am 1. Oktober 1939 zog Kurt Samter in die Babelsberger Wilhelmstraße 36 (heute Alt Nowawes 36), wo die Jüdin Margot Falkenburg bei ihm zur Untermiete wohnte. Das Haus gehörte der jüdischen Familie Abraham, musste von ihnen 1940 zwangsverkauft werden und diente zeitweilig als Sammelunterkunft für Juden. In der Vermögenserklärung, die Kurt Samter vor seiner Deportation ausfüllen musste, gab er an, selbständiger Kaufmann gewesen zu sein. Akribisch aufgelistet wurden dabei seine Kleidungsstücke und der nur noch gering vorhandene Hausrat.

Mit Margot Falkenburg und weiteren Babelsberger Juden wurde Kurt Samter am 13. Januar 1942 mit dem 1. Transport aus Potsdam über Berlin nach Riga deportiert. Die überlebende Johanna Rosenthal berichtete darüber: „Im Laufe des Donnerstag bekamen wir [...] die Aufforderung, am Freitag früh 8 Uhr uns bei der Gestapo einzufinden [...] alsdann sperrte man uns ein auf 2 Tage. Sonntag den 11.01. ging es mit verdeckten Autos nach Berlin, um hier einen Transport angeschlossen zu werden." * Den Betroffenen wurden sämtliches Geld und Papiere abgenommen. In Riga lebten die Deportierten im Ghetto unter unmenschlichen Bedingungen bei - 40 Grad Kälte. Der 60-jährige Kurt Samter starb Mitte März 1942 in Riga an Hunger und Erfrierungen. Ende April 1942 wurde seine Wohnung in Potsdam-Babelsberg geräumt und sein Hausrat versteigert.

*Quelle: Erinnerungsbericht von Johanna Rosenthal, in: Schockenhoff, Volker: „Ich weiß nicht, was mit ihnen geschehen ist... S. 37

Adresse: 
Alt Nowawes 36
14482 Potsdam
Deutschland