Franz Bernhard

Franz Bernhard, Inhaber eines angesehenen Bankgeschäftes in der Potsdamer Innenstadt, wurde als Jude in der Nazizeit seines gesamten Eigentums beraubt. Er und sein Sohn starben im Konzentrationslager.

Franz Bernhard kam am 24.3.1862 in Tangermünde zur Welt. Die großbürgerliche Familie wohnte in Potsdam, Am Kanal 46, im Haus der Familie seiner Mutter. Franz musste traditionsgemäß das väterliche Bankgeschäft P. Bernhard übernehmen, das sich seit 1882 in der Charlottenstraße 76 befand. Aus seiner ersten Ehe mit Clara, geb. Marcuse, die bereits 1907 starb, stammen Tochter Henny und Sohn Heinrich Julius, genannt Heinz.

Die zweite Ehefrau Helene war eine geborene Veilchenfeld. Ihre Familie besaß ein Villengrundstück in der Neuen Königstraße 33 (heute Berliner Straße 53) mit großem Garten am Tiefen See. 1924 übernahm Emil Hechler das Bankgeschäft, behielt jedoch den Firmennamen P. Bernhard bei. Nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben wurde Franz als liebevoller Vater und Großvater gefordert. Stolz begleitete er den beruflichen Werdegang seines Sohnes Heinz als „Facharzt für Nerven- und Geisteskrankheiten".

Durch die Eskalation judenfeindlicher Exzesse musste Franz Bernhard miterleben, wie sein Lebenswerk zerstört und sein Familienvermögen schrittweise geraubt wurde. Als 80-jähriger Insasse des jüdischen Alters- und Siechenheimes neben der Babelsberger Sternwarte verlor er seine restlichen Guthaben und Wertpapiere durch den betrügerischen „Heimeinkaufvertrag" für Theresienstadt. Dorthin wurde er mit dem „75. Alterstransport" am 20.11.1942 deportiert und verstarb am 24.5.1943 im Konzentrationslager.

Sein Sohn Heinz wurde 1945 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet. Auf der Gedenktafel am Familiengrab auf dem Jüdischen Friedhof Potsdam steht für Franz Bernhard geschrieben: „Sein Leben war Vorbild. Sein Tod ist Verpflichtung."

Adresse: 
Stolperstein für Franz Bernhard
Berliner Straße 53
14467 Potsdam
Deutschland