Festival mit überregionaler Ausstrahlung ab 2023 geplant
Pressemitteilung Nr. 80 vom 24.02.2022

Umwelt-Film-Festival in Potsdam: Machbarkeitsstudie gibt grünes Licht

Berliner Vorstadt (© Michael Lüder)
Berliner Vorstadt (© Michael Lüder)
Berliner Vorstadt (© Michael Lüder)

Die Landeshauptstadt Potsdam plant ab 2023 ein Umwelt-Film-Festival mit überregionaler Ausstrahlung zu schaffen und im jährlichen Turnus zu etablieren. Eine aktuelle Machbarkeitsstudie zur Ausrichtung eines Umwelt-Film-Festivals in Potsdam ist abgeschlossen und gibt grünes Licht für ein ambitioniertes Vorhaben. Die Studie wurde von der Runze & Casper Werbeagentur GmbH gemeinsam mit Dieter Kosslick, ehemaliger Direktor der Berlinale, durchgeführt, von einem Lenkungsgremium begleitet und von der Heinz Sielmann Stiftung unterstützt. Auf die Studie folgt ein Interessensbekundungsverfahren der Stadt für die Organisation und Sponsoringaktivitäten des Festivals.

„Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bestätigen: Ein Umwelt-Film-Festival, das Spaß macht und inspiriert, ist am Puls der Zeit und Potsdam der richtige Ort dafür!“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter der Landeshauptstadt Potsdam. Die Agentur befragte mehr als 30 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Film, Wissenschaft und Umwelt in Potsdam und führte eine Besucherpotentialbefragung durch. Die Interviewpartner signalisierten ein großes Interesse an einem Umwelt-Film-Festival und unterstützen mit ihren Antworten bei der Erarbeitung eines möglichen Festivalkonzepts.

„Potsdam ist als Klima-, Film- und Wissenschaftsstadt prädestiniert für ein Festival, das die wissenschaftlichen Ursachen und Facetten des dramatischen Klimawandels sowie Lösungsoptionen mithilfe des Mediums Film aufzeigt und vor allem die junge Generation anspricht “, unterstreicht der Beigeordnete. Das Ziel des neuen Veranstaltungsformats ist die große Expertise der Stadt in den Bereichen Klima, Film und Wissenschaft miteinander zu verbinden und eine sicht- und erlebbare Plattform für die Meinungsbildung und den Austausch zu klimapolitisch relevanten Themen in der Stadt zu entwickeln. Die Themen Klima-, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität sollen durch das Festival gestärkt werden, um den Prozess des Klimaschutzes voranzubringen.
„Das wird ein bisher einzigartiges Event“, so Bernd Rubelt weiter, „denn es gründet sich auf einem Drei-Säulenmodell, das bisher einmalig in Deutschland ist: Der Dreiklang Film (Kultur), Wissenschaft (Diskussionsrunden und ein Wissenschaftstag) und Klimamarkt (nachhaltige Produkte und ökologische Projekte) bildet ein ganzheitliches Konzept. Es soll ein Festival werden, das über wissenschaftliche Themen informiert, für den kritischen Zustand unserer Erde sensibilisiert und motiviert das eigene Alltagshandeln zu überdenken. Das Festival soll auf unterhaltsame Art zum Nachdenken und zur Diskussion anregen – ohne belehrenden Zeigefinger.“

Das Umwelt-Film-Festival richtet sich an ein umweltbewusstes Publikum, aber auch an diejenigen die sich bisher wenig damit beschäftigt haben. Alle Bevölkerungsschichten und Altersstufen sollen sich angesprochen fühlen. Das Festival rückt dabei insbesondere das junge Publikum in den Fokus. Laut der Studie besteht vor allem bei den unter 44-Jährigen ein größeres Interesse an dem anvisierten Themenschwerpunkt. Ein Drittel der Filme soll sich an Kinder und Jugendliche richten - die Bevölkerungsgruppe, die in den kommenden Jahrzehnten die Hauptlast des Klimawandels tragen werden muss.

Zentraler Festivalstandort wäre die Schiffbauergasse mit der Schinkelhalle, die laut Studie mit den geeigneten Rahmenbedingungen punktet. Weitere Standorte wie das Thalia-Kino und das Filmmuseum sind als zentrale Standorte denkbar. Das Festival soll auch die Bürgerschaft in dezentralen Quartieren mithilfe Filmvorführungen in Begegnungshäusern erreichen, wie z.B. in Drewitz oder im Schlaatz. Das Konzept sieht vor, bestehende Festivals und Initiativen einzubeziehen, z.B. die Ökofilmtour des Fördervereins für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz (FÖN e. V.): Denkbar wären eine Beteiligung an der Filmauswahl, gemeinsame Marketingaktivitäten und die Preisverleihung der Tour im Rahmen einer Sonderveranstaltung des neuen Festivals.

In den Diskussionsrunden des Lenkungsgremiums wurden die einzelnen Phasen und die Ergebnisse der Studie analysiert. So betonte Dieter Kosslick die Wichtigkeit, das Festival selbst ebenfalls nachhaltig zu gestalten: „Ein Umwelt-Film-Festival sollte nicht so sehr auf den Promifaktor, sondern auf Nachhaltigkeit auf allen Ebenen setzen - von der Auswahl der Filmproduktionen über die Transportmittel, die Marketingaktivitäten bis hin zur Gastronomie und der Abfallwirtschaft. Mehr Grüner als Roter Teppich.“ Das positive Ergebnis der Studie ist der Startschuss für die Landeshauptstadt, ein Umwelt-Film-Festival in Potsdam zu initiieren. Die Landeshauptstadt beabsichtigt das Vorhaben mit einem Zuschuss zu unterstützen. Zur Finanzierung des Festivals sind neben dem Zuschuss und den Ticketeinnahmen auch umfangreiche Sponsoringaktivitäten unabdingbar. Daher hat sich die Landeshauptstadt dazu entschlossen im Rahmen eines Interessensbekundungsverfahrens Bieter anzusprechen, die sich vorstellen könnten das Festival zu organisieren und sich zur Sponsorenakquise zu verpflichten. Eine entsprechende Bekanntgabe wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Hintergrund
Die Erarbeitung der Studie begann im November 2020 und wurde im Januar 2022 fertig gestellt. Das Lenkungsgremium steht unter der Leitung des Beigeordneten Bernd Rubelt und der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam. Weitere Mitglieder des Gremiums sind: die Klimaschutzstelle und der Geschäftsbereich Marketing der Landeshauptstadt sowie proWissen Potsdam e.V., die Heinz Sielmann Stiftung, das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK), die Film-Universität Babelsberg KONRAD WOLF sowie Dieter Kosslick, ehem. Direktor der Berlinale. In das Gremium eingebunden ist auch der Geschäftsbereich Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt. Das geplante Vorhaben wurde 1m 24. Februar 2022 vom Beigeordneten dem Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität vorgestellt.