Beachtung der Regeln zum Erhalt von Natur und Landschaft wichtig
Pressemitteilung Nr. 165 vom 13.04.2022

Stadt bittet um rücksichtsvolles Verhalten in Schutzgebieten

Naturschutzgebiet "Sacrower See und Königswald" (© Landeshauptstadt Potsdam)

Mit dem schönen frühlingshaften Wetter zu den Osterfeiertagen und in den -ferien wird es wieder viele Potsdamer und Potsdamerinnen und Gäste der Stadt hinaus in die Natur locken. Die Landeshauptstadt Potsdam ruft alle Besucherinnen und Besucher der Schutzgebiete auf, sich hier gegenüber Tieren und Pflanzen schonend und rücksichtsvoll zu verhalten.

„Es ist verständlich, dass es derzeit viele Potsdamerinnen und Potsdamer zu sportlichen Aktivitäten, Spaziergängen oder um sich an der frischen Luft und in der schönen Umgebung aufzuhalten, in Natur und Landschaft zieht. Potsdam bietet auch zahlreiche Möglichkeiten dafür. Was einigen Menschen nicht bewusst ist: Mehr als die Hälfte des Potsdamer Stadtgebietes ist Teil eines ausgewiesenen Schutzgebietes. Daher sind wir alle aufgerufen, genau diese besondere Umgebung zu schützen und lebenswert zu erhalten“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt.

Die wachsende Landeshauptstadt verfügt auf einer großen Fläche über Schutzgebiete der verschiedensten Kategorien, wie Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und europarechtlich geschützte Gebiete, sogenannte Natura 2000-Gebiete. In Abhängigkeit des jeweiligen Gebiets ergeben sich neben den allgemeinen Verhaltensregeln auch besondere Bestimmungen, die sich aus den entsprechenden Schutzgebietsverordnungen ableiten. Diese sollen helfen, den Zustand der Natur und die Artenvielfalt zu erhalten.

Beispielhaft für Verhaltensregeln in Schutzgebieten soll auf das im Norden von Potsdam, zwischen Sacrow und Groß Glienicke, gelegene Naturschutzgebiet „Sacrower See und Königswald“ hingewiesen werden, welches zu allen Jahreszeiten zahlreiche Besucher anzieht. Hier kann man auf circa 8 Kilometer den See in herrlicher eiszeitlich geprägter Landschaft umrunden. Aufgrund der geringen Parkmöglichkeiten sollte die Anreise möglichst nicht mit dem Auto, sondern mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad erfolgen.

Die Natur ist hier besonders schützenswert, weil der Sacrower See im Vergleich zu anderen Gewässern nur wenig nährstoffreich ist und zudem von weiteren geschützten Lebensräumen, vor allem von vielfältigen, alten Waldbeständen umgeben ist. Wegen der verhältnismäßig geringen Ausdehnung des Sees ist dieser sehr empfindlich und kann nur eine begrenzte Belastung unbeschadet vertragen. Daher dürfen der Uferweg am Sacrower See nicht verlassen und der See generell nicht mit Wasserfahrzeugen jeglicher Art, wie Kajak, Stand-up-Paddle,  Floß etc., befahren werden. Auch gilt wie überall in einem Naturschutzgebiet, dass das Campen, Lärmen und Feuermachen (Rauchen, Grillen, Lagerfeuer usw.) untersagt sind.
 
Auf diese Bestimmungen muss hingewiesen werden, da das Schutzgebiet rund um den Sacrower See in den vergangenen heißen Jahren durch die vermehrten Besucherzahlen bereits starke Schäden zu verzeichnen hat. Diese Verbote sind vor dem Hintergrund der witterungsbedingt anhaltenden hohen Waldbrandgefahrenstufen von besonderer Bedeutung. Auch aus diesem Grund wird gebeten, sich an die vorgenannten Hinweise und Regeln zu halten und die Ufer nicht abseits der geduldeten Badestellen zu betreten. Um für ein stärkeres Bewusstsein und eine höhere Akzeptanz für das Einhalten der Regelungen im Naturschutzgebiet „Sacrower See und Königswald“ zu sorgen, wurde in den vergangenen zwei Jahren die Beschilderung mit den entsprechenden Hinweisen verbessert.

Wer sich aktiv an Schutz und Pflege der Uferbereiche des Sacrower Sees beteiligen will, kann sich am 16. April, ab 10 Uhr, der Aktion zum Schutz des Schilfgürtels und am Frühjahrsputz des Ortsbeirats Groß Glienicke am Sacrower See anschließen. Weitere Informationen: www.gross-glienicke.de/wasserpost-2022/.

Selbstverständlich sollte darüber hinaus sein, dass unabhängig vom Schutzstatus, sorgfältig mit allen Grünflächen, der Natur und Landschaft im Potsdamer Stadtgebiet umgegangen wird.  Vermehrt sammelt sich Müll, der oft einfach achtlos liegengelassen wird oder die Papierkörbe zum Überlaufen bringt. „Bei schönem Wetter zieht es viele Menschen nach draußen. Das ist nachvollziehbar. Wir appellieren jedoch an die Verantwortung eines jeden Besuchers der Schutzgebiete und Grünbereiche, den Einwegabfall nicht liegen zu lassen oder in eventuell schon überfüllten Papierkörben zu entsorgen. Stattdessen sollte jeder seinen Abfall, wenn möglich, wieder mitnehmen und im Trennsystem zu Hause entsorgen oder einige Meter bis zum nächsten freien Papierkorb gehen. Denn auch Krähen, Ratten, Spatzen oder Waschbären verteilen die vom Menschen zurückgelassen Abfälle – gerade wenn sie neben Abfallbehälter gestellt, in volle Mülleimer gequetscht oder einfach weggeworfen werden“, ergänzt Lars Schmäh, kommissarischer Fachbereichsleiter Klima, Umwelt und Grünflächen.

Weitere Informationen zu den Schutzgebieten im Potsdamer Stadtgebiet gibt es online unter: https://www.potsdam.de/kategorie/schutzgebiete.