27. Ausgabe des Statistischen Jahresberichts für Potsdam vorgelegt
Pressemitteilung Nr. 613 vom 19.09.2018

Weiterhin positive Entwicklung der Landeshauptstadt

Cover Statistischer Jahresbericht 2017
Cover Statistischer Jahresbericht 2017
Cover Statistischer Jahresbericht 2017

Mit dem Statistischen Jahresbericht 2017 veröffentlicht die Landeshauptstadt bereits den 27. Jahresbericht seit Neugründung der Potsdamer Kommunalstatistik im Jahr 1990. Er gibt einen Überblick über Entwicklungen und Eckdaten zu den demografischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, politischen, ökologischen und geografischen Verhältnissen der Landeshauptstadt Potsdam. Weiterhin gibt es ein Kapitel mit Daten aus der Stadtgeschichte sowie ein Kapitel mit statistischen Angaben über die Stadtteile der Landeshauptstadt Potsdam. Oberbürgermeister Jann Jakobs: „Die wichtigste Erkenntnis ist: Der positive Trend hält an. Die Landeshauptstadt hat seinen Bürgerinnen und Bürgern weiter viel zu bieten.“

Bevölkerung
Zum Jahresende 2017 lebten in Potsdam 175.702 Einwohner. Das waren 4.105 Einwohner mehr als vor einem Jahr, was einem Zuwachs von 2,4 % entspricht. Die Zuwachsrate erreichte damit, wie auch schon 2016, den höchsten Wert seit der Eingemeindung 2003. Somit hat die Stadt seit 18 Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen. Ursachen dafür sind vor allem der positive Wanderungssaldo (+3.706, höchster Wanderungssaldo in der Geschichte Potsdams) sowie ein Geburtenüberschuss von 317 Personen (etwas geringer als im Vorjahr (+376)). So erblickten im Jahr 2017 1.995 Kinder das Licht der Welt (18 mehr als 2016), demgegenüber starben 1.678 Potsdamer, 77 mehr als 2016. Die Landeshauptstadt Potsdam freut sich somit seit 16 Jahren über einen Geburtenüberschuss.

Auch 2018 setzt sich der Trend des Bevölkerungswachstums fort. Zur Jahresmitte 2018 hatte Potsdam 177.114 Einwohner, 1.412 mehr als vor einem halben Jahr.

Nach Potsdam zogen im Jahr 2017 12.307 Personen, rund 400 weniger als 2016. Die Wegzüge reduzierten sich zum Vorjahr allerdings um fast 600 auf 8.601. Die Zahl an Zugezogenen aus dem Ausland sank um 296 auf 2.280 Personen. Hauptquellgebiet der Wanderung ist weiterhin das Land Berlin (2.823), gefolgt von den Alten Bundesländern (2.370). Die meisten Wegzüge gab es in das Potsdamer Umland und ins Ausland. Einzig die Wanderungsbilanz dem Umland gegenüber fällt negativ aus (-126 Personen), wobei sich die negative Bilanz verglichen mit dem Vorjahr noch einmal deutlich verringerte.

Der insgesamt deutliche Wanderungsgewinn, der nun schon 18 Jahre anhält, weist auf die hohe Attraktivität Potsdams als Wohn- und Arbeitsstandort hin. Besonders große Wanderungsgewinne (außerstädtisch sowie innerstädtisch) konnten die Stadtteile Bornstedt (879), Babelsberg Süd (547), Fahrland (464) und die Nördliche Innenstadt (333) verzeichnen. Die deutlichsten Verluste hatte Drewitz (-233) zu registrieren.

Die Geburtenrate betrug 11,4 Geborene je 1.000 Einwohner. Dieser Wert ging leicht um 0,1 Punkte je 1.000 Einwohner zurück, liegt aber noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau (höchster Wert im Vergleich aller Landeshauptstädte). Im Durchschnitt werden von jeder Frau derzeit 1,52 Kinder geboren. (2016:1,53). Das ist der zweithöchste Wert seit Neugründung der Potsdamer Kommunalstatistik. Der Anteil männlicher Neugeborener ist im Vergleich zum Vorjahr von 54 Prozent auf ca. 50 Prozent gesunken. Seit nunmehr fünf Jahren beträgt das Durchschnittsalter der Mütter 31,1 Jahre. Relativ hoch ist mit 55,6 Prozent der Anteil von Geborenen nichtverheirateter Mütter (2016: 55,9). Dieser Wert ist für Ostdeutschland nicht untypisch.

Die am häufigsten vergebenen Vornamen waren Hannah/Emma und Oskar. Die Lebenserwartung eines Potsdamer Neugeborenen betrug 2017 78,8 Jahre (männlich) bzw. 83,7 Jahre (weiblich). Nie war die Lebenserwartung eines Neugeborenen in Potsdam höher.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung verringerte sich wie auch schon im Vorjahr um 0,1 auf 42,3 Jahre. Am stärksten stieg der Anteil der Hochbetagten (80 Jahre und älter, +7 %) und der Kindergartenkinder (3 bis unter 6 Jahre) (+5,2 %) an der Gesamtbevölkerung. Der Ausländeranteil erhöhte sich im Vergleich zu 2016 noch einmal deutlich um 0,8 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Im Vergleich zu westdeutschen Städten ist diese Ausländerquote noch sehr gering, für das Land Brandenburg aber recht hoch. Ende 2017 lebten in Potsdam 14.504 Ausländer. Die meisten Ausländer kamen aus Syrien (1.988, 13,7 %), gefolgt von der Russischen Föderation (1.282, 8,8 %), Polen (1.090, 7,5 %) und der Ukraine (710, 4,9 %).
Die Zahl der Einwohner mit Migrationshintergrund betrug im Jahr 2017 22.639, ein Anstieg zum Vorjahr von 2.148 Personen. Das sind 12,9 Prozent der Bevölkerung. Ohne Einbeziehung der Ausländer lebten 8.135 Deutsche mit einem Migrationshintergrund (4,6 % der Bevölkerung) in Potsdam.

Zum Jahresende 2017 gab es 97.145 Haushalte, 1.915 Haushalte mehr als im Vorjahr (deutlicher Zuwachs). Jeder 2. Haushalt war ein Ein-Personen-Haushalt, in 30 % der Haushalte lebten zwei Personen und in 20 % drei und mehr Personen. Dieses Verhältnis bleibt relativ stabil. In 19.237 Haushalten (in jedem 5. Haushalt) lebten Kinder. Darunter waren 5.390 Haushalte (5,5 % aller Haushalte) mit einem Alleinerziehenden (+92). Es werden also ca. 28 Prozent der Haushalte mit Kindern von einem Alleinerziehenden geführt.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Zahl der beim Gewerbeamt angemeldeten Gewerbe nahm um 2,4 Prozent auf 13.285 zu (+309 / erstmals über 13.000). Bei der Industrie- und Handelskammer waren mit 11.935 Betrieben weniger als 2015, aber mehr Betriebe als 2016 (+241) eingetragen. Auch die Handwerkskammer verzeichnete einen geringen Bestandszuwachs: +4 auf 1.897 Betriebe. Das Steueraufkommen an Gewerbesteuer ist 2017 deutlich um fast 10 Millionen Euro zurückgegangen. Bei den Insolvenzverfahren ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen gesunken (-24), die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dagegen leicht gestiegen (+11).

Die Beschäftigungssituation verbesserte sich, wie auch in den Vorjahren, in Potsdam weiter. Am 30.6.2017 gingen in Potsdam 84.253 Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Dies waren 2.813 mehr als ein Jahr zuvor und bedeutete einen Anstieg um 3,5 %. Eine besonders positive Entwicklung nahm erneut die Beschäftigungssituation bei den Ausländern, hier konnte eine Veränderung zum Vorjahr von 22,6 Prozent registriert werden (3.777). Der Dienstort Potsdam bietet 32,5 Prozent der Gesamtbeschäftigten ein Beschäftigungsverhältnis im Öffentlichen Dienst. Die Arbeitslosenquote verkleinerte sich im Jahresdurchschnitt um 0,7 Prozentpunkte auf nun 6,0 Prozent. Das ist die geringste Arbeitslosenquote in der Geschichte des Landeshauptstadt Potsdam nach der Wiedervereinigung. 2017 waren durchschnittlich weit weniger als 6.000 (5.380) Arbeitslose registriert. Die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre und jene der Langzeitarbeitslosen verringerten sich jeweils um über 10 Prozent. Aktuell betrug im August 2018 die Arbeitslosenquote mit 5.362 Arbeitslosen nur 5,8 Prozent. Die gute Beschäftigungssituation spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass 2017 ebenfalls die Zahl der Leistungsempfänger (SGB III und SGB II) abnahm.
Wohnen, Soziales und Gesundheit
Zum Jahresende 2017 waren 89.214 Wohnungen und 20.436 Gebäude mit Wohnungen in der Stadt vorhanden. Damit gab es 341 Gebäude und 961 Wohnungen mehr als zum Jahresende 2016. Die Wohnfläche je Einwohner ist auf 35,6 m² gesunken, die Wohnfläche je Wohnung dagegen auf 70,1 m² gestiegen. Insgesamt nimmt der private Wohnungsbesitz am stärksten zu (+1.034). Die Zahl der kommunalen Wohnungen ist 2017 um 83 gesunken. Es wurden 1.581 Wohnungen bei den Baufertigstellungen gemeldet, 32 Wohnungen weniger als 2016. Die Zahl der Baugenehmigungen von 2.504 Wohnungen ist dagegen stark gestiegen (+607),  so dass auch 2018 eine große Zahl an fertiggestellten Wohnungen zu erwarten ist.

Im Jahr 2017 sank die Zahl der Empfänger von sozialen Leistungen nach SGB XII um fast 12 Prozent. Damit erhielten 4.162 Personen soziale Leistungen, weniger als in den Jahren 2015 und 2016. Besonders stark zeigte sich der Rückgang bei der Hilfe in besonderen Lebenslagen (-10,8 %). In der Altersgruppe 0 bis unter 18 Jahre konnten die Zahl der Hilfeempfänger fast halbiert werden. Die Anzahl der unter 18jährigen Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt stieg dagegen von 47 auf 65 an. Im Jahr 2017 bekamen 55 Personen (insg. 2.673) und 61 Haushalte (insg. 1.606) weniger Wohngeld als noch 2016. Die Höhe des durchschnittlichen Wohngeldes betrug 140, 85 Euro.    

Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte stieg auf 632 (+16) zum Vorjahr. Bezogen auf alle drei Pflegestufen gab es 2017 3.114 Pflegegeldempfänger, 439 mehr als im Vorjahr. Am deutlichsten stieg die Zahl der Empfänger der Pflegestufe III (+30,4 %).  

Bildung und Erziehung
Die Zahl der Schüler, die an den 42 Schulen in kommunaler Trägerschaft lernen, nahm zu und betrug im Schuljahr 2017/2018 17.270 Schülerinnen und Schüler. Auch die Schülerzahl in den Schulen mit freier Trägerschaft (19) vergrößerte sich von 5.167 auf 5.329. Es besuchte also fast jeder 4. Schüler eine der 19 Schulen in freier Trägerschaft. Die Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss bzw. ohne Berufsbildungsreife ist im Schuljahr 2016/2017 noch einmal deutlich um 37,5 Prozent auf 88 Personen angestiegen. An den allgemeinbildenden Schulen waren im Schuljahr 2017/2018 1 Prozent weniger Lehrkräfte angestellt (insgesamt: 1.936).

In 132 (+1) Kindertageseinrichtungen wurden 16.221 (+592) Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren betreut. Darunter waren 2.089 Kinder (12,9 % aller betreuten Kinder; 2016: 11,3 %), die mindestens ein Elternteil mit einem ausländischen Herkunftsland haben. Die Besuchsquote der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahre lag 2017 bei 99,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben 159 ledige Erziehungsberichtigte mehr Antrag auf Kindergeld gestellt. Insgesamt stieg die Zahl der gestellten Anträge auf 3.023 (+100). Nach dem deutlichen Anstieg 2016 sind die Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche wieder gesunken. 160 Kinder bzw. Jugendliche wurden 2017 in Obhut genommen. (2016: 199).

Die Studierendenzahl an Potsdamer Hochschulen ist erneut gewachsen. Im Wintersemester 2017/2018 gab es insgesamt 25.280 Studierende (+410) an den Hoch- und Fachhochschulen Potsdams, darunter 57,1 Prozent Frauen. Als die am häufigsten belegte Studienrichtung an der Universität Potsdam erwies sich die Rechtswissenschaft (2.644), gefolgt von der Betriebswirtschaftslehre (981) und der Germanistik (856). Die stärkste Fakultät der Universität Potsdam war erneut die Philosophische Fakultät. Die registrierten Online-Studierenden am HPI stiegen weiter um 30 Prozent auf 167.500.

Verkehr, Ordnung und Sicherheit
Ende 2017 waren in Potsdam 92.238 Kraftfahrzeuge, darunter 73.248 (+1.746) Personenkraftwagen registriert. Das entspricht (wie 2016) einem Motorisierungsgrad von 417 Pkw je 1.000 Einwohner. Insgesamt wurden 5.916 Kfz neu zugelassen (2016: 5.704). 66.951 private Pkw-Halter gab es 2017 in Potsdam, darunter 39,2 Prozent Frauen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle war leicht rückläufig (-1,7 %). Fahrradfahrer (333) sind weiterhin die am meisten betroffene Gruppe der Verletzten im Potsdamer Straßenverkehr, Tendenz leicht ansteigend. Von den zwei getöteten Verkehrsteilnehmenden 2017 handelte es sich um Fahrradfahrende.  

Die Kriminalitätsbelastung ist im Jahr 2017 noch einmal deutlich zurückgegangen. 15.311 Fälle wurden registriert, 1.262 weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum ist zudem die Aufklärungsquote um fast 6 Prozentpunkte auf 56,6 Prozent gestiegen. Ungeachtet der vergleichsweise hohen Aufklärungsquote (94,4 %) ist jedoch die Anzahl der Rauschgiftkriminalitätsfälle von 563 auf 820 gestiegen. Etwas deutlicher als im Vorjahr waren Betrugsdelikte (2.246) der Kriminalitätsschwerpunkt Nr. 1. Die Quote der Straftaten je 1.000 Einwohner lag 2017 bei 87 (-10).

Tourismus, Kultur und Sport
Die Tourismusstatistik wies sowohl bei der Zahl der Übernachtungen mit 1.171.431 (+ 32.042) als auch bei der Zahl der Gäste mit 508.583 (+ 28.493) einen enormen Zuwachs aus. Somit wurde das sechste Jahr in Folge die 1-Millionengrenze bei den Übernachtungen überschritten. Erstmals konnte die Landeshauptstadt Potsdam auch über 500.000 Gäste registrieren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug 2,3 Tage. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg um 1.690 auf 52.049. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus den Niederlanden (6.047), aus der Schweiz (3.342) und aus Spanien (3.308). Am deutlichsten ist 2017 jedoch die Zahl der Deutschen Besucher gestiegen (+26.803). Die statistischen Daten dokumentieren, dass Potsdam für Touristen eine attraktive Stadt ist. Die meisten Gäste wurden im Filmpark Babelsberg (325.000), im Schloss Sanssouci (319.290) und im Neuen Palais (160.242) gezählt.

Der Medienbestand der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam ist um 1,1 Prozent gestiegen. Ende 2017 befanden sich 19.365 (+1,9 %) E-Books im virtuellen Bestand. Die Zahl der Nutzer hat sich wie auch schon 2015 und 2016 positiv entwickelt, wohingegen die Entleihungen im dritten Folgejahr rückläufig sind.  

Preise, Einkommen und Finanzen
Das durchschnittliche monatliche Haushaltsnettoeinkommen betrug 2017 2.050 Euro (+/- 0). Bei den Einkommensgruppen der Privathaushalte war zu beobachten, dass die Einkommensgruppe von 900-1.300 Euro am stärksten gesunken und jene von 1.500-2.000 Euro am stärksten gestiegen ist. Sowohl der Kaufkraftindex als auch die Einzelhandelszentralität zeigten 2017 eine leicht positive Entwicklung. Die Kaufwerte für Bauland sind auch 2017 noch einmal deutlich auf 304 Euro/m² angestiegen.  

Zugenommen hat 2017 sowohl die Zahl der steuerlich erfassten Hunde (6.790, +199) als auch die Zahl der Hundehalter (6.329, +180).

Insgesamt waren zum Jahresende 2.423 Personen in der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam angestellt, 33 Personen mehr als 2016. Der Anteil der Beschäftigten betrug 89,4 Prozent. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist von 545 auf 572 gewachsen, was einem Anteil von 23,7 Prozent entspricht. In Ausbildung befanden sich im Jahr 2017 51 Personen, darunter 38 Frauen.