Führungen durch die Benkertstraße 3 mit Hofanlage am Tag des offenen Denkmals
Pressemitteilung Nr. 502 vom 09.08.2018

Denkmal im Holländischen Viertel wird weiter saniert

Der Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 ist ein Höhepunkt des diesjährigen Europäischen Kulturerbejahres 2018 und steht unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. „Wir möchten damit den Blick auf die architektonische Vielfalt in Potsdam lenken: Welche europäischen Einflüsse lassen sich finden? Welche länderübergreifend tätigen Baumeister prägen die Stadt? Antworten auf diese und andere Fragen geben Baustile, Stilelemente, Materialien, technische oder künstlerische Fertigkeiten, die es zu entdecken gilt“, sagt Sabine Ambrosius von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam.

Unter den knapp 50 Denkmalen, die in diesem Jahr geöffnet sind, sind Kirchen, Villen, Museen, Wohnhäuser und andere historisch bedeutende Orte, die in vielen Fällen für die Öffentlichkeit sonst verschlossen bleiben. Denkmalbesitzer, Architekten und Restauratoren laden wieder zu Führungen, Vorträgen und interessanten Gesprächen ein. Eines der geöffneten Denkmale ist das Haus in der Benkertstraße 3 mit Hofanlage. Das Objekt liegt im Holländischen Viertel im Block Friedrich-Ebert-Straße / Mittelstraße / Kurfürstenstraße / Benkertstraße und wurde als  Mittelhaus der Blockzeile in der Benkertstraße als vermutlich eines der letzten Gebäude gegen 1740/1742 erstellt.

Das Vorderhaus als traufständiges Typenhaus wurde mit einem linken Seitenflügel erstellt und schon kurze Zeit danach um ein eingeschossiges unterkellertes Quergebäude ergänzt. Im Laufe der Zeit folgten ein weiterer Seitenflügel rechts sowie ein Waschhaus. Die komplettierte die Hofbebauung zum allseitig umbauten mit Lesesteinen gepflasterten und einem Brunnen versehenen Hof. Das hinter dem Quergebäude liegende Gartengrundstück war lange Zeit unbebaut, wurde jedoch mit der weiteren Expansion der ansässigen Tischlerei ebenfalls mit Lager- und Produktionsgebäuden bebaut. Um weitere Werkstattflächen zu generieren, wurde das Quergebäude kurzerhand um zwei weitere Etagen aufgestockt.

Das Ensemble zeigt sich heute noch mit Ausnahme des Waschhauses vollständig erhalten, lediglich wurden bei einem Brand in der Wendezeit der Dachstuhl des Quergebäudes sowie die Inneneinrichtung vernichtet. Das oberste Geschoss wurde daraufhin abgetragen und notgedeckt. Die Gartenbebauung wurde ebenfalls abgetragen.

Das Vorderhaus sowie Teile des rechten und linken Seitenflügels wurden als Standort des Potsdam Museums nach der Wende saniert, Quergebäude und andere Teilbebauungen sind jedoch bis heute nicht angefasst worden und sind nun Teil eines Sanierungskonzeptes zur Rückführung der Museumsnutzung in Wohn- und Ladenflächen, sowie der Sanierung des Werkstattgebäudes und Wiederherstellung des Waschhauses zur typischen Hofschließung des Areals. Die anstehende denkmalgerechte Sanierung ist angeschoben und das Konzept zur Genehmigung eingereicht. Bewusst wurden Teile der bereits erteilten Genehmigungen nochmals in Rück- und Absprache mit dem Sanierungsträger und der Denkmalpflege überarbeitet und neu eingereicht. Insgesamt wird nach Sanierung neben zwei Ladeneinheiten im Erdgeschoss des Vorderhauses auf barocken Grundrissen innerstädtischer Wohnraum in historischem Kontext stehend angeboten werden können.  

Am Tag des offenen Denkmals kann die Anlage durch Führungen um 11 und um 15 Uhr besichtigt werden. Es ist die letzte Gelegenheit, die Gebäude im jetzigen Zustand vor der Sanierung zu sehen.

Das vollständige Programm zum Tag des offenen Denkmals wird in Kürze separat veröffentlicht.