Pressemitteilung Nr. 181 vom 21.03.2018

Der Klimadialog schlägt einen Bogen bis zum Masterplan Klimaschutz

Lausitzer Kohlekumpels verbarrikadieren den Eingang zum Rathaus, 1993 - Lausitz coal miners barricade the entrance to the town hall, 1993 (© Foto: Joachim Liebe)
Lausitzer Kohlekumpels verbarrikadieren den Eingang zum Rathaus, 1993 - Lausitz coal miners barricade the entrance to the town hall, 1993 (© Foto: Joachim Liebe)
Lausitzer Kohlekumpels verbarrikadieren den Eingang zum Rathaus, 1993 - Lausitz coal miners barricade the entrance to the town hall, 1993 (© Foto: Joachim Liebe)

Die 2. Veranstaltung des Klimadialogs findet am Dienstag, 27. März, um 18.30 Uhr, in der Urania Potsdam in der Gutenbergstraße 71/72 statt. Das Energie Forum Potsdam e.V., der BUND Brandenburg und die Koordinierungsstelle Klimaschutz der Landeshauptstadt Potsdam laden diesmal zum Dialog über die Klimaschutzziele Potsdams ein. Der Abend informiert über die ersten bahnbrechenden Entscheidungen in Richtung Emissionssenkung wie den Bau des Gaskraftwerkes 1993 und skizziert den teils mühsamen Weg zum heutigen Masterplan Klimaschutz.

Die Referenten Dr. Horst Gramlich, ehemaliger Oberbürgermeister und Ralf Gaudlitz, 1993 Geschäftsführer der damaligen Wärme Union Potsdam, beleuchten die Beweggründe der Politik und Energiewirtschaft, auf die Verwendung heimischer Kohle zu verzichten und stattdessen ein Gaskraftwerk zu errichten. Damit geht der Klimadialog ergänzend auf die im Januar eröffnete Open-Air-Ausstellung „1000 Jahre und ein Vierteljahrhundert“ ein und erzählt vom „Heißen Herbst“ in Potsdam. Ein kurzer Filmbeitrag zeigt Bilder aus der Zeit und vermittelt einen Eindruck der konfliktgeladenen Atmosphäre. 

Die politisch umfangreich diskutierte Entscheidung für das neue Kraftwerk im Millenniumjahr traf auf viel Unverständnis. Die Auseinandersetzung um Kohle oder Gas hatte die Stimmung aufgeheizt und als im Oktober 1993 die endgültige Entscheidung fiel, richteten sich die Widerstände vor allem gegen die Entscheidungsträger der Stadt. Hunderte Lausitzer Kohlekumpel belagerten den Eingang vom Stadthaus und mauerten ihn mit Briketts zu. Die Abstimmung der Stadtverordneten für die Erdgasvariante wurde meist mit den wesentlich geringeren Baukosten erklärt.

Aber auch schon damals lag der Fokus zu gleichen Teilen auf den Klimaschutzaspekten: Das Gaskraftwerk konnte die Kohlendioxid-Emissionen auf 40 Prozent des damaligen Ausstoßes senken. Feinstaubbelastung ist heute ein großes Thema – aber damals konnte mit dem zu hohen Ausstoß von Rußpartikel noch nicht überzeugend gegen den Kohleabbau argumentiert werden. Die Entscheidung von Gramlich, Gaudlitz und den Stadtverordneten war vorausschauend und – aus heutiger Sicht – wegweisend. Diskutieren Sie mit: über zurückliegende Entscheidungen, einen vorbildlichen Masterplan und über weitere ambitionierte Klimaschutzziele.

Die Veranstaltung zur Reihe Klimadialog ist eine Kooperation der URANIA Potsdam mit dem BUND Brandenburg, dem Energie Forum Potsdam e.V., und der Koordinierungsstelle Klimaschutz der Landeshauptstadt Potsdam. Der Eintritt ist frei.