Pressemitteilung Nr. 647 vom 19.11.2021

Jagdschloss Stern: Stadt, Schlösserstiftung und Förderverein erarbeiteten gemeinsames Zielbild für ein Nutzungskonzept

© Christel Köster, Märkische Allgemeine

Die Landeshauptstadt Potsdam hat gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und dem vor Ort tätigen Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V. ein gemeinsames Zielbild für eine zukünftige Nutzung des Ensembles des Jagdschlosses Stern erarbeitet, das am 1. Dezember den Stadtverordneten zur Kenntnis gegeben wird.

Das Zielbild sieht vor, ein Gesamtkonzept für alle Teile des Gebäudeensembles umzusetzen, Nutzungsarten mit Respekt vor dem historischen Ort zu suchen, Flächen für die museale Nutzung des Schlosses und die Zwecke des Fördervereins zu sichern sowie das Jagdschloss Stern als Identifikationspunkt im Stadtteil und Treffpunkt der Bewohnerschaft zu stärken. Stadt, Stiftung und Förderverein streben an, nach Möglichkeit bis zum 300. Jahrestag des Jagdschlosses im Jahr 2030 die Sanierung abgeschlossen und die Wiedernutzbarmachung vollendet zu haben. Das Gesamtkonzept soll außerdem dauerhaft betrieblich tragfähig sein.

Für die Betreiberschaft beabsichtigt die Stiftung eine Verpachtung oder Vermietung der baulichen Anlagen außerhalb des eigentlichen Schlosses. Zur Deckung der für die Bundesförderung notwendigen Eigenmittel der Investitionskosten finden derzeit Gespräche zwischen der Stadt und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg statt.

„Mit der Vorlage dieses Zielbildes kann nun an Interessenten herangetreten werden, die das Kastellanhaus oder das Hauptmannhaus des Jagdschlosses Stern nutzen oder betreiben wollen“, sagt Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Und weiter: „Stadt, Stiftung und Förderverein haben ein gemeinsames Verständnis dafür entwickelt, wie wir mit dem Ort weiter umgehen wollen. Wir wünschen uns, dass so ein lebendiger Ort entsteht.“

Oberbürgermeister Mike Schubert ergänzt: „Es ist das gemeinsame Anliegen von Stadt, Stiftung und Förderverein, dem Jagdschloss Stern seine Bedeutung für die Potsdamerinnen und Potsdamer – gerade in den angrenzenden Wohngebieten – zurückzugeben. Ich freue mich, dass wir hier einen wichtigen Zwischenschritt vorangekommen sind.“

„Mit der Zusage des Bundes, Mittel für das Jagdschloss Stern zur Verfügung zu stellen, ist eine Tür aufgestoßen worden. Darauf haben wir als Förderverein lange hingearbeitet“, sagt Dr. Bernd Küster, Vorsitzender des Fördervereins Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V.. „Das nun vorliegende gemeinsame Zielbild für die zukünftige Nutzung bietet den richtigen Rahmen für die Zukunft des Jagdschlosses Stern.“

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte in seiner Sitzung zur Haushalts-bereinigung am 14. November 2019 beschlossen, die Revitalisierung des gesamten Gebäudeensembles des Jagdschlosses Stern im Eigentum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit 2,9 Mio. Euro zu fördern. Die Fördersumme deckt etwa 50 Prozent der im Jahr 2019 ermittelten Gesamtbaukosten für eine Sanierung des Ensembles ab (Hinweis: Baupreissteigerungen in Höhe von derzeit rund 15 Prozent pro Jahr).

Die Stadtverordnetenversammlung hatte daher in zwei Beschlüssen im Jahr 2020 (19/SVV/0752, 20/SVV/1021) den Oberbürgermeister beauftragt, gemeinsam mit der Stiftung ein Konzept zu erstellen, das eine öffentliche oder teilöffentliche Nutzung des Ensembles des Jagdschlosses Stern einschließlich des Kastellanhauses möglich macht, zum Beispiel für soziale Einrichtungen, Gastronomie oder Vereinsleben. Im August 2021 hat die Stadtverordnetenversammlung die eigene Beschlusslage um eine Terminstellung für die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie bis Ende 2021 ergänzt (21/SVV/0855).

Um sich einem zukünftigen Nutzungskonzept für das Ensemble des Jagdschlosses Stern zu nähern, wurden durch die Geschäftsstelle Bauen und Projekte seit April 2021 unter anderem mit der Stiftung und dem vor Ort tätigen Förderverein drei Gesprächsrunden durchgeführt. Die von der SPSG erarbeitete Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Gebäude wurde mit der Bauverwaltung geprüft und es wurden erste Überlegungen für ein Betreibermodell angestellt.