Die Landeshauptstadt Potsdam beteiligt sich auch 2026 am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel besuchte am 24. September gemeinsam mit der Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Potsdam, Dr. Tina Denninger, die DRK-Werkstätten am neuen Standort am Silbergraben in Potsdam-Drewitz. Beim Gegenbesuch am 28. September wird eine Beschäftigte der DRK-Werkstätten den Arbeitsplatz der Oberbürgermeisterin am Übergangsstandort des Rathauses in der Edisonallee 5–9 kennenlernen.
Beim „Schichtwechsel“ tauschen Menschen mit Behinderungen und Beschäftigte aus Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes ihre Arbeitsplätze. Werkstattbeschäftigte können dabei andere Tätigkeiten und Berufsfelder kennenlernen, während Unternehmen Einblicke in die Kompetenzen und Potenziale von Menschen mit Behinderungen erhalten.
„Berufliche Teilhabe heißt für mich, Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten einzubringen, sich weiterzuentwickeln und selbstbestimmt am Arbeitsleben teilzunehmen. Der Schichtwechsel macht das ganz konkret erlebbar: Er bringt Menschen zusammen, schafft neue Perspektiven und baut Berührungsängste ab. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Austausch mit dem Gegenbesuch im Rathaus fortsetzen. So wird berufliche Teilhabe in Potsdam ganz praktisch gelebt. Und der Perspektivwechsel zeigt uns immer wieder, wie viel wir voneinander lernen können“, sagt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Bei ihrem Besuch informierte sich die Oberbürgermeisterin über die Arbeit der DRK-Werkstätten und die dortigen Beschäftigungsangebote. Vorgestellt wurden unter anderem die neu entstehenden Räumlichkeiten für den Bereich Social Media sowie die derzeit im Aufbau befindliche Rösterei. Darüber hinaus tauschten sich die Beteiligten über aktuelle Fragen rund um Teilhabe und Arbeit aus.
Die DRK-Werkstätten in Potsdam sind Arbeitgeber von 85 Mitarbeitenden sowie rund 180 Beschäftigten mit Behinderung. Die sinnstiftenden Tätigkeiten sind sowohl auf die Einschränkungen als auch Stärken zugeschnitten und dienen als Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt. Die Zweigwerkstatt ist an den neuen Standort am Silbergraben in Potsdam-Drewitz gezogen. Dort sind unter anderem die Bereiche Elektrorecycling, Industriereinigung, Garten- und Landschaftspflege sowie die Projektgruppe Social Media angesiedelt. Rund 50 Mitarbeitende und Beschäftigte haben dort einen neuen Arbeitsplatz gefunden.
„Wir freuen uns sehr, Frau Aubel in unserer Kaffeerösterei und in der Zweigwerkstatt am Silbergraben begrüßen zu dürfen und ihr die Vielfalt der dort geleisteten Rotkreuz-Arbeit vorzustellen. Ihr Besuch ist für unsere Beschäftigten eine besondere Wertschätzung und ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung von Teilhabe und gesellschaftlicher Anerkennung“, sagt der Leiter der DRK-Werkstatt Potsdam, Detlef Schönrock.
Der neue Standort bietet moderne Arbeitsbedingungen und soll künftig weiter ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Ein Ladeschrank für Werkzeugakkus wurde zuletzt fertiggestellt. Zudem soll ab Herbst ein neuer Fahrstuhl einsatzbereit sein.
„Der Schichtwechsel macht berufliche Teilhabe konkret erlebbar. Wenn Menschen ihre Arbeitsplätze tauschen, entstehen Begegnungen, neue Perspektiven und ein unmittelbarer Blick auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen der Beteiligten. Gleichzeitig zeigt die Aktion, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderungen vielfältige Möglichkeiten für ihre berufliche Entwicklung zu eröffnen“, sagt Dr. Tina Denninger, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Potsdam.
2025 beteiligten sich bundesweit rund 370 Werkstätten und etwa 4.800 Menschen am „Schichtwechsel“. Auch die Landeshauptstadt Potsdam hat bereits Erfahrung mit dem Arbeitsplatztausch: 2024 tauschten eine Mitarbeiterin der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam und ein Mitarbeiter der DRK-Werkstätten für einen halben Tag ihre Arbeitsplätze. Mit dem Besuch der Oberbürgermeisterin und dem anschließenden Gegenbesuch wird diese Beteiligung 2026 fortgesetzt.