Pressemitteilung Nr. 204 vom 11.05.2026 33. Ausgabe des Statistischen Jahresberichts für die Landeshauptstadt Potsdam veröffentlicht

Statistischer Jahresbericht vorgestellt (v.l.n.r.: Heike Gumz, Stefan Tolksdorf und Dieter Jetschmanegg)
© LHP/ Elias Käfer

Der Dezernent Zentrale Verwaltung, Dieter Jetschmanegg, hat heute gemeinsam mit dem Projektverantwortlichen für Veröffentlichungen, Dr. Stefan Tolksdorf, sowie der Bereichsleiterin Statistik und Wahlen, Heike Gumz, den Statistischen Jahresbericht 2024 vorgestellt. Das 280 Seiten starke Werk gibt einen detaillierten Überblick über Entwicklungen und Eckdaten zu den demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen der Landeshauptstadt Potsdam. Jedem der 13 Kapitel wurde eine neue Infografik vorangestellt. Mit dem vorliegenden Jahresbericht veröffentlicht die Landeshauptstadt Potsdam bereits den 33. Jahresbericht seit Neugründung der Potsdamer Kommunalstatistik im Jahr 1990.

Bevölkerung
Zum Jahresende 2024 lebten in Potsdam 187.820 Einwohner (mit Hauptwohnung), darunter 96.755 Frauen. Der Frauenanteil betrug 51,5 Prozent. Verglichen mit dem Jahr 2022, in dem das Bevölkerungswachstum primär aufgrund von kriegs- und krisenbedingten Flüchtlingsbewegungen 1,6 Prozent betrug, hat sich die Zunahme der Bevölkerung 2023 und 2024 wieder deutlich verlangsamt. Ein Plus von 0,3 Prozent (510 Personen) bedeutet die geringste Steigerung der Bevölkerung seit 2000. 
Eine Analyse der Bewegungsdaten verdeutlicht diesen Trend. Die natürliche Bevölkerungsbewegung verzeichnete 2023 den bisher größten Gestorbenenüberschuss in der Geschichte der Landeshauptstadt Potsdam seit 1990: 1.428 Lebendgeborene standen 1.964 Gestorbenen gegenüber. Der Gestorbenenüberschuss fiel 2024 etwas geringer aus (2023: -536; 2024: -457), entspricht im Vergleich der Jahre 1990 bis 2024 dennoch in negativer Hinsicht dem zweitgrößten Wert. Damit wurden im fünften Jahr in Folge mehr Gestorbene als Lebendgeborene registriert. 
Die räumlichen Bewegungen (Wanderungen) können den Bevölkerungsverlust der natürlichen Bewegungen nur noch minimal ausgleichen. Die Zahl der Zugezogenen sank von 2022 auf 2024 um fast 2.700 Personen auf insgesamt 9.500 Zugezogene. (42,3 Prozent der zugezogenen Personen in 2024 besaßen keine deutsche Staatsbürgerschaft.) Die Wegzüge verharren dagegen auf einem vergleichsweise konstanten Niveau: 2022: 9.163 / 2023: 9.104 / 2024: 8.617. 
Die außerstädtischen Wanderungen sahen 2024 im Detail wie folgt aus: 26,7 Prozent der Zugezogenen kommen aus dem Ausland, 23,2 Prozent aus Berlin und 16,5 Prozent aus den Alten Bundesländern. Bei den Zielgebieten der Weggezogenen stellen Berlin und das Ausland mit 19,9 bzw. 18,6 Prozent die größten Anteile dar. Hinsichtlich des Auslandes und der Stadt Berlin lässt sich ein deutlicher Zuzugsüberschuss beobachten, wohingegen das Potsdamer Umland und die Neuen Bundesländer durch einen Wegzugsüberschuss gekennzeichnet sind.  
8.854 Personen sind 2024 innerhalb des Stadtgebietes umgezogen, 602 Personen weniger als im Vorjahr.  
       
Mit Blick auf die Zeitreihe seit 2000 lässt sich feststellen, dass die Brandenburgische Landeshauptstadt seit 25 Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung verzeichnet, wenngleich sich die Quellen der Zunahme verändert haben und Potsdam ohne die krisenbedingten Zuzüge einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hätte.

Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung lag 2024 bei 42,8 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 betrug das Durchschnittsalter noch 41,4 Jahre. Die Einwohner nach den Hauptaltersgruppen teilen sich anteilig wie folgt auf: 17,4 Prozent sind jünger als 18 Jahre, 62,3 Prozent befinden sich in der Altersgruppe 18 bis unter 65 Jahren und 20,3 Prozent sind 65 Jahre und älter. Bezogen auf den Berichtszeitraum von 2005 bis 2024 lag der Anteil der letzten Altersgruppe zu keinem Zeitpunkt über dem aktuellen Wert von 20,3 Prozent. 
Der Altersgruppe der Berufsschulpflichtigen (von 15 bis unter 18 Jahren) ist verglichen zum Vorjahr mit 2,5 Prozent am stärksten gestiegen. Ein Rückgang von 9,6 Prozent war in der Altersgruppe der unter 3-Jährigen zu beobachten. Die Gruppe der Hochaltrigen umfasste 2024 13.750 Personen (+1,8 Prozent), davon waren 62,5 Prozent Frauen. Ende des Jahres 2024 zählte die Landeshauptstadt Potsdam 38 Personen, die 100 Jahre oder älter waren.  

Die Zahl der Einwohner mit Migrationshintergrund wächst stetig. 19,9 Prozent (+1,0 Prozentpunkt) der Potsdamer Einwohner besitzen einen Migrationshintergrund. Das sind erstmals über 37.000 Personen. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag dieser Wert bei ca. 4.500 Personen bzw. 3,6 Prozent. 67,8 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund besitzen keinen deutschen Pass. Die Zahl der Nichtdeutschen ist um ca. 1.000 Personen auf insgesamt 25.389 gestiegen. Das Durchschnittsalter der Nichtdeutschen betrug 2024 32,7 Jahre. Die größte Gruppe bilden ukrainische Staatsangehörige (14,8 Prozent = 3.747 Personen).    

Der Anteil der nichtehelich Lebendgeborenen lag bei 47,7 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in der Landeshauptstadt Potsdam seit 2005. Das Durchschnittsalter der Mütter ist auf den neuen Potsdamer Höchstwert von 32,3 Jahren angestiegen. Die Lebenserwartung eines weiblichen Neugeborenen liegt bei 83,9 Jahre, das der männlichen Neugeborenen bei 78,9 Jahre.  
Die am häufigsten vergebenen Vornamen in 2024 waren Leo mit 13 und Clara und Hanna mit jeweils neun Namensgebungen.

Zum Jahresende 2024 zählte die Landeshauptstadt Potsdam erstmalig über 105.000 Haushalte. In 52,6 Prozent dieser Haushalte lebte eine Person. Das ist der höchste Anteil von Einpersonenhaushalte in der Geschichte der Brandenburgischen Landeshauptstadt. 5.733 Haushalte wurden von alleinerziehenden Personen geführt, darunter 86,6 Prozent von Frauen.  

Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Preise und Einkommen
Das Bruttoinlandsprodukt lag 2023 bei etwas mehr als 9,5 Mrd. Euro. Die Steigerungsrate betrug 5,8 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen stieg von 75.914 Euro auf 80.800 Euro. Der Gewerbebestand entwickelte sich ebenfalls positiv. Zum Jahresende 2024 waren 12.594 Gewerbe in der Landeshauptstadt Potsdam gemeldet, 187 Gewerbe mehr als 2023. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer nahmen um fast 2,3 Millionen Euro zu.  Von den insgesamt 288 (+27) nach der Gesamtvollstreckung beantragten Insolvenzverfahren entfallen 177 auf Verbraucher und 61 auf selbstständig Tätige. 76.262 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer am Wohnort bedeuten für die Landeshauptstadt Potsdam einen neuen Höchstwert (+0,6 Prozent). Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort sind 54 Prozent weiblich, 36,7 Prozent arbeiten in Teilzeit. Einer geringfügigen Beschäftigung am Wohnort gingen 2024 11.822 Personen nach, der Frauenanteil lag bei 52 Prozent.
Die Zahl der Einpendler lag 2024 wie auch schon 2023 knapp unter der Marke von 50.000. Mit Stichtag am 30.6.2024 wurden 49.402 Einpendler (+1 Prozent) und 37.811 Auspendler (+0,9 Prozent) registriert. Berlin ist sowohl bei den Auspendlern als auch bei den Einpendlern die bestimmende Region.   
Die Arbeitslosenquote zum Stichtag am 31.12.2024 stieg leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent an. Zum Jahresende 2024 waren 5.879 (+443) Arbeitslose registriert. 55,8 Prozent der Arbeitslosen sind männlich. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm um 5 Prozent zu.

Das durchschnittliche monatliche Haushaltsnettoeinkommen der Privathaushalte ist von 2.475 Euro auf 2.625 Euro angestiegen. 18,9 Prozent der Privathaushalte verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro. Die GfK-Kaufkraft je Einwohner als Index hat sich erneut positiv entwickelt. Für Potsdam lag dieser Wert 2024 bei 103,9 (+0,9 Punkte).

Wohnen, Soziales und Gesundheit
Der Wohnungsbestand wuchs 2024 um 810 auf insgesamt 98.126 Wohnungen an. Das ist der größte Bestand an Wohnungen in der Geschichte der Landeshauptstadt Potsdam. Die Wohnungsdichte, gemessen an den Wohnungen je 1.000 Einwohner, stieg leicht auf 522 an. Mit einem Wert von 639 Wohnungen nahm der private Wohnungsbesitz mit Abstand am deutlichsten zu, gefolgt von einer Zunahme um 141 Wohnungen im genossenschaftlichen Bereich. Insgesamt befinden sich ca. 62 Prozent der Wohnungen im privaten Besitz. 
2024 wurden 1.039 Wohnungen bei den Baufertigstellungen gemeldet, 233 Wohnungen mehr als 2023. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im vorliegenden Berichtsjahr von 999 auf 761 gesunken. 4.861 der insgesamt 98.126 Wohnungen wiesen 2024 eine Miet- und Belegungsbindung auf. 
Die Anzahl der Empfänger von sozialen Leistungen nach dem SGB XII ist 2024 um 6 Prozent auf insgesamt 5.061 Personen gesunken. Am stärksten ging die Zahl der Asylbewerber (-26,4 Prozent) zurück. Eine deutliche Zuwachsrate war dagegen bei den Wohngeldempfängern zu beobachten: 4.822 Wohngeldempfänger bedeuten eine Zunahme um über 57 Prozent. Bezogen auf 100 Einwohner bezogen 2,6 Personen in der Landeshauptstadt Potsdam 2024 Wohngeld. 
Von den 9.223 Personen mit Wohnberechtigungsschein waren 3.199 mitziehende Kinder. Im Erhebungsmonat Januar 2025 wurden 2.365 wohnungslose Personen registriert, 412 Personen mehr als 2024. Das Durchschnittsalter der Wohnungslosen lag bei 30,4 Jahren.  

In der Landeshauptstadt Potsdam lebten 2024 22.658 Menschen mit Behinderung, was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 12,1 Prozent entspricht. 53 Prozent der Menschen mit Behinderung sind mindestens 65 Jahre alt.

Die Zahl der ambulant tätigen Ärzte in der Landeshauptstadt ist von 793 auf 813 gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag diese Zahl noch bei 730 Ärzten. Die größte Gruppe bilden die Zahnärzte (189), gefolgt von den Nervenärzten und Psychotherapeuten (164) und den Hausärzten (139). Die Zahl der Apotheken ist seit 2020 rückläufig. 2024 zählte die Landeshauptstadt Potsdam insgesamt 38 Apotheken, 2020 lag diese Zahl noch bei 43. 
Bei den Erstkontakten im sozialpsychiatrischen Dienst war eine Steigerungsrate von ca. 17 Prozent zu verzeichnen. Von den insgesamt 377 Personen waren 171 Frauen, was einer Zunahme um 12,5 Prozent entspricht. Von den 34 ambulanten Pflegediensten wurden 2023 2.117 pflegebedürftige Personen betreut.

Bildung und Erziehung
Die Landeshauptstadt Potsdam verfügte im Schuljahr 2024/25 über insgesamt 66 (+1) Schulen, davon 47 (+1) in kommunaler und 19 (+/- 0) in freier Trägerschaft. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg um 216 auf 25.662 beschulte Kinder und Jugendliche.
Die Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss bzw. ohne Berufsbildungsreife ist im Schuljahr 2023/2024 noch einmal deutlich auf insgesamt 138 Personen gestiegen (+18). 5.454 Schülerinnen und Schüler werden an den Potsdamer beruflichen Schulen unterrichtet. Die Zahl der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen ist im Schuljahr 2024/25 um 27 Personen auf 2.296 Lehrkräfte gestiegen. Der Frauenanteil lag bei 72,8 Prozent.
An den zehn Potsdamer Hochschulen waren im Wintersemester 2024/25 erstmals in Summe über 30.000 Studierende eingeschrieben, 3,6 Prozent mehr als im Wintersemester 2023/24. Der Anteil der Studentinnen betrug 54,4 Prozent. 23,1 Prozent der Studierenden besaßen keine deutsche Staatsbürgerschaft. Den größten Zuwachs bei den Studierenden registrierten die Hochschule Döpfer (+329,3 Prozent) und die GU (+302,6 Prozent). Die Zahl des wissenschaftlichen und künstlerischen Hochschulpersonals ist um 1,7 Prozent gesunken, wohingegen beim Verwaltungspersonal (inkl. Technisches und sonstiges Personal) eine deutliche Zunahme um 4,4 Prozent zu beobachten war.  

Die Städtische Musikschule „Johann Sebastian Bach“ zählte 2024 3.608 Schülerinnen und Schüler, ein Anstieg um 7,1 Prozent. In der Altersgruppe der unter 6-Jährigen erhöhte sich die Anzahl sogar um über 18 Prozent auf insgesamt 636 Personen.   
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten 2020 und 2021 zu einem deutlichen Rückgang der Kursteilnehmenden an der Volkshochschule. Im vorliegenden Berichtsjahr ist die Zahl der Teilnehmenden nochmal deutlich gestiegen: 11.332 Kursteilnehmende bedeuten eine Zunahme um fast 50 Prozent. Die größte Veränderung war im Programmbereich Grundbildung zu beobachten. Zudem ist die Anzahl der angebotenen Kurse im Vergleich zum Vorjahr von 745 auf 878 erhöht worden. Auch hier wurde der Bereich Grundbildung besonders stark ausgebaut.      

Zwischen 2020 und 2024 stieg die Zahl der Kindertageseinrichtungen in der Landeshauptstadt Potsdam von 142 auf 151. In den 151 (+1) Einrichtungen sind 2.570 (+27) Personen beschäftigt, die insgesamt 17.698 Kinder (-53) betreuten. Unter den betreuten Kindern sprechen 2.907 überwiegend nicht die deutsche Sprache (+5,1 Prozent). Die Besuchsquote der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren lag 2024 bei ca. 99,9 Prozent. Das Angebot öffentlich geförderter Kindertagespflegepersonen ging im Vergleich zum Vorjahr um weitere zwei Personen zurück. Die Zahl der betreuten Kinder sank erstmals auf unter 250.  

Klima und Umwelt
Gemessen am langjährigen Mittelwert 1991-2020 war das vorliegende Berichtsjahr zu warm und deutlich zu sonnenreich. 1.930 Sonnenstunden bedeuten eine Überschreitung des Mittelwertes um 7,3 Prozent. Die Jahresniederschlagsmenge lag mit etwas über 600 mm leicht über dem Mittelwert. Seit 2014 liegt die durchschnittliche Lufttemperatur für jedes Jahr über dem Mittelwert.

Der Wasserverbrauch je Einwohner und Tag ist seit 2019 rückläufig. Im Jahr 2024 verbrauchte jeder Einwohner im Durchschnitt 112 Liter pro Tag, 3 Liter weniger als 2023. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag diese Kennzahl noch bei 128 Liter je Einwohner und Tag. Das durchschnittliche Restmüllaufkommen je Einwohner pro Jahr lag 2024 bei 179,5 kg (+4,9 kg).   
Mit Blick auf den kommunalen Baumbestand wurden 2024 1.462 Bäume gefällt und 784 Bäume nachgepflanzt. Die von städtischer Seite aufgewendeten finanziellen Mittel zur Baumpflege übertrafen erstmals die Marke von 2.700.000 Euro.

Verkehr, Sicherheit und Ordnung
Der Pkw-Besatz in der Landeshauptstadt Potsdam ist im vorliegenden Berichtsjahr nur minimal angewachsen. Insgesamt waren 79.689 Pkw gemeldet, 0,8 Prozent mehr als noch 2023. Der Bestand an E-Pkw ist um über 17 Prozent auf erstmals über 2.000 Fahrzeuge gestiegen, wobei der Anteil der E-Pkw am Gesamtbestand lediglich 2,8 Prozent (+0,4 Prozentpunkte) betrug. 2024 gab es 254 weniger Pkw-Neuzulassungen als 2023 (2024: 3.560). 47 Prozent der privaten Pkw erfüllen die Euro 6-Norm, bei den Firmen-Pkw liegt dieser Wert bei 76,9 Prozent.

Die Aufgliederung der Pkw nach Kraftstoffgruppen lässt erkennen, dass der Benzinanteil, der zwischen 2017 und 2020 konstant bei ca. 70 Prozent lag, auf erstmals unter 60 Prozent zurückgegangen ist. 7,4 Prozent der Pkw und Nutzfahrzeuge werden hybrid, 2,8 Prozent rein elektrisch angetrieben.

Nachdem die Zahl der Verkehrsunfälle in den Jahren 2020 bis 2022 zurückgegangen ist, war in den beiden Folgejahren wieder ein Anstieg zu beobachten. 4.390 Verkehrsunfälle bedeuten eine Zunahme um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2024 wurden drei Personen im Straßenverkehr getötet (2023: 1), 52 Personen wurden schwer verletzt (2023: 62). Fahrradfahrende sind weiterhin die am stärksten von Verkehrsunfällen betroffene Gruppe: von den insgesamt 765 bei Verkehrsunfällen verletzten Verkehrsteilnehmenden entfallen 381 auf Fahrradfahrende. Der Verkehrsbetrieb Potsdam konnte die Linienlänge um 2,8 km auf insgesamt 336,8 km ausbauen. Gleichzeitig nahmen die Linienbeförderungsfälle um 600.000 Zählungen zu.

Die Kriminalitätsbelastung ist im Jahr 2024 noch einmal leicht zurückgegangen. Es wurden 12.333 Fälle registriert, 232 Fälle weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote der Straftaten lag bei 48,9 Prozent. Diebstahldelikte bilden mit 38,4 Prozent den größten Anteil an den Straftaten insgesamt. Die diesbezügliche Aufklärungsquote lag 2024 bei 27,2 Prozent. Sechs der sieben registrierten Straftaten gegen das Leben konnten aufgeklärt werden. Die Quote der Straftaten je 1.000 Einwohner (Kriminalitätsdichte) betrug 67 Fälle je 1.000 Einwohner. Das ist der niedrigste Wert in der Geschichte der Landeshauptstadt Potsdam nach der Wiedervereinigung. Zum Vergleich: 1994 lag diese Kennzahl bei 182 ‰.  

Die Zahl der Tatverdächtigen ist 2024 um 88 auf 4.574 Personen gesunken. 23,4 Prozent der Tatverdächtigen sind Frauen, wohingegen fast 42 Prozent der Opfer von Hauptstraftaten weiblichen Geschlechts sind. Von den insgesamt 154 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 91,6 Prozent der Opfer auf der Seite von Frauen gezählt. 61,8 Prozent der Tatverdächtigen haben ihren Wohnsitz in Potsdam.  
38,9 Prozent der Fundtiere waren Hunde. 
Die Feuerwehr musste 2024 zu insgesamt 3.095 Einsätzen ausrücken, was einen Rückgang um 0,7 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 2022 zählt die Feuerwehr in Potsdam noch 3.850 Einsätze. Auch die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren in der Landeshauptstadt Potsdam sind zurückgegangen: von 679 (2023) auf 603 (2024).

Kultur und Sport
Die Zahl der Besuchenden Potsdamer Sehenswürdigkeiten hat sich im Jahr 2024 positiv entwickelt. Die meisten Besuchenden zählte erneut das Schloss Sanssouci mit über 290.000 Personen, gefolgt vom Filmpark Babelsberg mit ca. 251.000 und der Biosphäre mit 178.000 Personen. Mit Ausnahme der Biosphäre liegen diese Werte aber noch immer deutlich unter den Kennzahlen des Vor-Corona-Jahres 2019. Das Waschhaus führte 2024 1.235 Veranstaltungen durch und versammelte dabei 143.132 Besuchende. Keine andere Kultureinrichtung erzielte hinsichtlich der Besuchenden einen höheren Wert. Alle Potsdamer Museen lockten 2024 mehr Besuchende in ihre Räumlichkeiten als 2023. Die deutlichste Zunahme erzielte das Naturkundemuseum (+38,8 Prozent).
Der Medienbestand der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam hat sich zum Vorjahr um 2,7 Prozent verringert und liegt damit unter dem Wert des Jahres 2020. Im E-Book Bestand ging die Zahl um fast 8 Prozent zurück. Zugleich nahm die Zahl der Nutzenden der Stadt- und Landesbibliothek zu (+5,6 Prozent). Insbesondere bei der Altersgruppe der unter 14-Jährigen war eine Zunahme um 14,3 Prozent auf insgesamt 5.123 Kinder zu beobachten.

In der Landeshauptstadt Potsdam gab es 2024 164 Sportvereine mit insgesamt über 37.000 Mitgliedern (37.646, +1 Prozent). 41 Prozent der Mitglieder sind weiblich. Der größte Anteil der Mitglieder entfällt auf die Altersgruppe 7 bis unter 15 Jahren. In der Altersgruppe bis unter 7 Jahren stieg die Zahl der Mitglieder mit 5,3 Prozent am stärksten an. 
135.000 Sportinteressierte besuchten im Jahr 2024 den Sportpark Luftschiffhafen (+17,4 Prozent), darunter 73.400 die MBS Arena, womit die Sporthalle die Zahl der Besuchenden seit 2020 mehr als vervierfachen konnte. Das städtische Sport- und Freizeitbad blu zählte über 480.000 Gäste, eine Zunahme um 3,4 Prozent.  

Kommunalfinanzen und Personal
Die Landeshauptstadt präsentiert sich als attraktive Arbeitgeberin. Die Zahl der Mitarbeitenden in der Verwaltung ist um 90 auf insgesamt 2.878 gestiegen. Der Frauenanteil liegt bei fast 60 Prozent. Rund 14 Prozent (+4,2 Prozent) der Verwaltungsmitarbeitenden sind 60 Jahre oder älter. Die Zahl der Mitarbeitenden unter 25 Jahren ist dagegen um 10 Prozent zurückgegangen. Jede vierte Mitarbeiterin/jeder vierte Mitarbeiter arbeitet in Teilzeit. Von den insgesamt 1.625 weiblichen Beschäftigten in der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam arbeiten ca. 40 Prozent in Teilzeit. Bei den männlichen Beschäftigten liegt dieser Wert bei 13,6 Prozent. 85 Auszubildende und Studierende lernten 2024 in der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam.

Die Anzahl der steuerlich erfassten Hunde ist gegenüber dem Vorjahr um 81 auf insgesamt 8.191 Hunde gestiegen. Auf 1.000 Einwohner kamen 43,6 Hunde. Die Realsteuerhebesätze lagen 2024 unverändert bei 250 Prozent für die Grundsteuer A, 545 Prozent für die Grundsteuer B und 455 Prozent für die Gewerbesteuer. Der Schuldenstand der Stadt je Einwohner – ohne Eigenbetrieb KIS – ist auf ca. 238 Euro gesunken. 2009 lag dieser Wert noch bei 627 Euro. Gleichzeitig steigt der Schuldenstand mit Eigenbetrieb KIS weiter an auf 1.414,44 Euro je Einwohner.  

Der vollständige 33. Statistische Jahresbericht der Landeshauptstadt Potsdam sowie alle Berichte seit 2004 sind unter www.potsdam.de/statistischer-jahresbericht-der-landeshauptstadt-potsdam abrufbar.

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