Walk of Modern Art

Skulpturenpfad Überblicksplan (© Landeshauptstadt Potsdam)
Skulpturenpfad Überblicksplan (© Landeshauptstadt Potsdam)
Skulpturenpfad Überblicksplan (© Landeshauptstadt Potsdam)

Der Skulpturenpfad führt an der Havel entlang über öffentliche Wege und Straßen vom Kulturstandorte Schiffbauergasse zum Potsdam-Museum – Forum für Geschichte und Kunst am Alten Markt. An insgesamt 14 Standorten setzen sich Künstler zum Thema Weg, Wasser, Landschaft mit der unmittelbaren Umgebung auseinander.

Mit diesem Projekt etabliert die Landeshauptstadt Potsdam Bildende Kunst in städtischen Freiräumen. Das Konzept wurde vom Beirat für Kunst im öffentlichen Raum entwickelt und die ersten beiden Künstler vorgeschlagen. Ihre Kunstwerke sind Leihgaben und werden für die Dauer von drei Jahren aufgestellt. Neben überregional bekannten Künstlern ist auch die Beteiligung regionaler und internationaler Künstler vorgesehen. Über Wettbewerbe und Symposien sollen viele Zugänge und ein breites Spektrum innovativer künstlerischer Positionen ermöglicht werden. Für die Realisierung ist auch bürgerschaftliches Engagement willkommen – durch Patenschaften, Leihgaben, Schenkungen oder den Erwerb von Kunstwerken.

Armando – Der Krieger

Der Krieger, Skulptur von Armando (© Michael Lüder)
Der Krieger, Skulptur von Armando (© Michael Lüder)
Der Krieger, Skulptur von Armando (© Michael Lüder)

Der Krieger, 2013, Bronze, H 200 B 127

Armando, 1929 in Amsterdam geboren, studierte an der Universität in Amsterdam Kunstgeschichte und Philosophie und war Mitbegründer der "Niederländischen Informellen Gruppe". In seinen bildkünstlerischen und schriftstellerischen Arbeiten setzte sich der Künstler immer wieder mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Die Skulptur "Der Krieger" steht beispielhaft für seine figurativen Arbeiten, die den Menschen im Krieg zum Thema haben. Die grobe Oberflächenstruktur sowie die gedungene Haltung der Bronzeskulptur des "Kriegers" verweisen auf Schicksals- und Gewalterfahrungen sowie auf die menschliche Verrohung durch die nationalsozialistische Diktatur.

Als Maler und Bildhauer besitzt Armando internationales Renommee. Seine Werke befinden sich in zahlreichen europäischen Museen und Sammlungen. Er vertrat die Niederlande sowohl auf der documenta in Kassel (1982) als auch auf der Biennale in Venedig (1984). Seit 1996 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Armando lebt in Amstelveen und in Potsdam.

 

Rudolf Valenta – Großer Fibonacci

 

"Der Große Fibonacci", Skulptur von Rudolf Valenta (© Michael Lüder)
"Der Große Fibonacci", Skulptur von Rudolf Valenta (© Michael Lüder)
"Der Große Fibonacci", Skulptur von Rudolf Valenta (© Michael Lüder)

Der 1929 in Prag geborene Bildhauer Rudolf Valenta kam 1974 als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet.

Die Ergründung der Fläche, der Linie, des Innen -und Außenraumes sind Valentas künstlerisches Anliegen in seinen Skulpturen, Collagen, Zeichnungen und Computergrafiken. Das Fibonacci-System – benannt nach dem Mathematiker Leonardo Fibonacci – "ist eine unendlichen Folge von Zahlen, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorigen Zahlen ergibt" (Wikipedia). Valenta erforschte das Fibonacci-System bereits 1984. Die Arbeit "Großer Fibonacci" schuf er 1993 in Edelstahl.
Die Beschäftigung mit mathematischen Ordnungen schließt bei Valenta die Phantasie, die spielerische Entscheidung nie völlig aus, sondern erschließt innovative Lösungen der konstruktiven Kunst.

Mit seinen Großplastiken im öffentlichen Raum und durch Einladungen zu zahlreichen Bildhauer-Symposien erlangte Valenta nationale und internationale Beachtung.

www.rudolf-valenta.de

 

Jörg Plickat – Ambos Mundos

 

"Ambos Mundos", große Stahl-Skulptur von Jörg Plickat (© Michael Lüder)
"Ambos Mundos", große Stahl-Skulptur von Jörg Plickat (© Michael Lüder)
"Ambos Mundos", große Stahl-Skulptur von Jörg Plickat (© Michael Lüder)

Jörg Plickat, 1954 in Hamburg geboren, hat sein Studium der Bildhauerei an der Muthesius-Hochschule in Kiel absolviert und lebt seit 1980 in Bredenbek/SH und Hamburg.

Plickat ist auf zahlreichen europäischen Kunstmessen und auf über 250 Ausstellungen weltweit vertreten. Besondere Aufmerksamkeit hat er mit seinen großformatigen Skulpturen im öffentlichen Raum erzielt. Er ist mit mehr als 60 monumentalen Arbeiten vornehmlich in Norddeutschland, aber auch in Spanien, Frankreich, Montenegro, der Türkei, in Mexico, Japan und China vertreten.

Jörg Plickat arbeitet vornehmlich in Stahl. Wie seine aus Cortenstahl gefertigte Plastik von 1999 "Ambos Mundos" – "beide Welten" bestätigt, ist hinter der abstrakten, markant-geometrischen Formensprache vielfach die Figur oder Figurengruppe als Grundmotiv erkennbar.

www.plickat-sculpture.de

Otto Herbert Hajek – Dynamisches Raumzeichen II

Dynamisches Raumzeichen II, Plastik von Otto Herbert Hajek (© VG Bild-Kunst Bonn 2015, Foto: Michael Lüder)
Dynamisches Raumzeichen II, Plastik von Otto Herbert Hajek (© VG Bild-Kunst Bonn 2015, Foto: Michael Lüder)
Dynamisches Raumzeichen II, Plastik von Otto Herbert Hajek (© VG Bild-Kunst Bonn 2015, Foto: Michael Lüder)

Dynamisches Raumzeichen II, 1988/90
Stahl, bemalt, Gold, H 550 B 290 L 220

Otto Herbert Hajek (geb. 1927 in Kaltenbach, gest. 2005 in Stuttgart) erhielt seine Ausbildung als Bildhauer an der Kunstakademie Stuttgart (1947–54). Die Plastik „Dynamisches Raumzeichen II“ schuf er während seiner Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (1980–92). Die vertikal emporragenden Stelen verbinden sich durch ihre farbige Fassung in Blau und gold-akzentuiertem oberem Abschluss mit dem wasserbezogenen Standort an der Alten Fahrt.

Seit den 1960er Jahren nutzte Hajek Beton und Stahl als zeitgenössische Materialien für Stadtraumgestaltungen. Seine Stadtikonographien – gehalten in geometrischen Grundformen und in den Grundfarben Gelb, Rot und Blau – sollten ein Zeichen setzen für eine menschlichere Gestaltung städtischer Umgebung. Zugleich begriff Hajek, der sich Zeit seines Lebens politisch engagierte, die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst als Beitrag zu einer gelebten Demokratie.

Hajek beteiligte sich 1959 und 1964 an der documenta in Kassel. Von 1972 bis 1979 war er Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Seine Plastiken und Platzgestaltungen sind an zahlreichen Standorten in Deutschland, unter anderem in Stuttgart, Düsseldorf und Mühlheim an der Ruhr, sowie in Rom, Ankara und im australischen Adelaide zu sehen.

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