18. März 2020

Videokolumne: Oberbürgermeister Mike Schubert zur Corona-Pandemie

Oberbürgermeister Mike Schubert (Foto: Karoline Wolf)
Oberbürgermeister Mike Schubert (Foto: Karoline Wolf)
Oberbürgermeister Mike Schubert (Foto: Karoline Wolf)

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Datum: 18. März 2020

Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer,

die aktuellen Einschnitte in unserem Alltag sind hart. Aber sind absolut notwendig. Ich kann Ihnen an dieser Stelle nicht versprechen, dass alles schnell vorbei ist. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass wir als Landeshauptstadt mit unseren Kliniken, den Stadtwerken und den Verkehrsbetrieben alles unternehmen, um den dynamischen Anstieg der Zahl der Erkrankten einzudämmen. Ob uns allen das gelingt, liegt auch an Ihnen, liebe Potsdamerinnen und Potsdamer. Wir alle sind in der Situation gefragt. Wir alle müssen unser Verhalten anpassen und dafür sorgen, niemanden zu gefährden und selbst nicht gefährdet zu werden.

Nun sind unter anderem Kinos, Theater, Schankbetriebe, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen, Sportanlagen, Freizeiteinrichtungen, Spielhallen, Schulen und Kitas geschlossen. Selbst Spielplätze haben wir geschlossen. Restaurants haben, wenn sie geöffnet bleiben, klare Regeln der Sitzplatzordnung zu befolgen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen, egal ob bei Ihnen zu Hause oder im Restaurant, sind grundsätzlich abzusagen. Und wenn Sie bis zu 49 Personen bei einer Veranstaltung sind, müssen Sie klare Regeln befolgen, die in unserer Allgemeinverfügung im Internet nachlesbar sind.

Diese Regeln machen wir, weil alles das Orte sind, an denen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene dicht an dicht zusammenkommen und das Virus optimale Übertragungsbedingungen bekommt. Genau das wollen wir verhindern, daher müssen wir zu diesen drastischen Maßnahmen greifen, die den Empfehlungen der Bundesregierung und des Landes entsprechen.

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer in Potsdam,
Sie treffen die Massnahmen zum Teil sehr hart. Ich danke Ihnen, dass Sie seit Tagen verantwortungsvoll handeln. Wir werden unseren Beitrag leisten, um Ihnen bei der Bewältigung der jetzigen Situation  zur Seite zu stehen. Dazu gab es heute auch ein erstes Gespräch mit Ihren Spitzenverbänden.

Gerade als Vater von zwei Grundschulkindern weiß ich, wie schwierig die Situation ist, die wir alle individuell zu bewältigen haben. Ich bin mir aber sicher, dass wir gemeinsam diese Herausforderung meistern.

Ich habe eine persönliche Bitte: Wägen Sie Ihre Aktivitäten individuell ab. Befolgen Sie die Hygiene-Maßnahmen. Seien Sie solidarisch mit Mitmenschen, insbesondere, wenn diese bereits erkrankt sind oder zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehören. Ich weiß, dass gerade wir Potsdamerinnen und Potsdamer, wenn es wärmer wird, unsere Zeit gern in den Parks und Gärten verbringen. In diesem Frühjahr müssen wir uns beschränken.

Liebe jugendliche Potsdamerinnen und Potsdamer,
es gibt immer einen Grund zu feiern, aber Ihr habt noch viele Jahrzehnte Zeit dafür. Jetzt ist nicht die Zeit für Corona-Parties oder Ähnliches. Das ist uncool und unsozial. Ihr fordert zurecht Solidarität der älteren Generation, wenn es um Klimaschutz geht. Nun braucht die ältere Generation Eure Solidarität, wenn es um die Gesundheit geht.

Ich danke Ihnen allen für Ihr Verständnis.