Sanierung der Neptungrotte abgeschlossen

Bei der Fertigstellung der Neptungrotte (v.l.): Fernsehmoderator Günther Jauch, Bürgermeister Burkhard Exner und der amtierende SPSG-Generaldirektor Dr. Heinz Berg. Foto: SPSG/Werner Menke
Bei der Fertigstellung der Neptungrotte (v.l.): Fernsehmoderator Günther Jauch, Bürgermeister Burkhard Exner und der amtierende SPSG-Generaldirektor Dr. Heinz Berg. Foto: SPSG/Werner Menke
Bei der Fertigstellung der Neptungrotte (v.l.): Fernsehmoderator Günther Jauch, Bürgermeister Burkhard Exner und der amtierende SPSG-Generaldirektor Dr. Heinz Berg. Foto: SPSG/Werner Menke

In Anwesenheit von Bürgermeister Burkhard Exner und Fernsehmoderator Günther Jauch ist heute die fertig gestellte Neptungrotte vorgestellt worden. Dank der Vermächtnisse von Gisela Soost und Gerhard Elsner, des großzügigen Engagements des Fernsehmoderators Jauch und vieler weiterer Spender sowie der Besucherinnen und Besucher der Potsdamer Schlössernächte 2014 bis 2016 konnte nämlich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) die Instandsetzung der Neptungrotte im Potsdamer Park Sanssouci abschließen. Dieses einzigartige Denkmal aus der Zeit Friedrichs des Großen (1712-1786) hatte durch Witterungseinflüsse und Vandalismus schweren Schaden genommen.

Die 2013 begonnene Sanierung umfasste die statische Ertüchtigung tragender Architekturteile, die Restaurierung der mit rotem und weißem Marmor verkleideten Fassade, der Skulpturen und Muschelbecken, der Innenraumdekoration („Grottierung“) mit dem Marmorboden sowie die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung des Vorplatzes. Die Kosten beliefen sich auf 3,5 Millionen Euro.

Nach der statischen Ertüchtigung des Grottenbauwerks kehrten bereits am 26. Juni 2018 die Attikaskulpturen zurück: der Meeresgott Neptun, von Johann Peter Benckert (1709-1765) nach dem Modell von Georg Franz Ebenhecht (1710-1757) ausgeführt, und zwei Najaden mit Putten von Ebenhecht. Ihre  Restaurierungsgeschichte umfasst lange Zeiträume: Schon 1962/63 war der Oberkörper des Neptun durch die erste größere Marmorkopie nach 1945 von dem Dresdner Bildhauer Peter Makolis ersetzt worden. Alle Skulpturen mussten dann ab 1998 im Zuge von Sicherungs- und Abdichtungsmaßnahmen im Dachbereich abgenommen, restauriert und wegen der fehlenden Standsicherheit der Grotte rund 20 Jahre im Depot aufbewahrt werden.

Mit der Wiedergewinnung der durch den rosa Kauffunger Marmor ungewöhnlichen farbigen Ausstrahlung der Grotte und ihres reichen Skulpturenschmucks wird dem Park Sanssouci eines seiner kostbarsten und prächtigsten Bauwerke zurückgegeben. Die von 1751 bis 1757 errichtete Neptungrotte ist die letzte Schöpfung des Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) für den Park Sanssouci und wurde erst nach seinem Tod vollendet. Die den Park Sanssouci charakterisierende „Nutzung des landschaftlichen Elements Hügel“, dessen Höhepunkt das Schloss Sanssouci mit seiner Terrassenanlage ist, wird im Osten durch die Neptungrotte eingeleitet. Deren bewegter Aufbau und dekorativer Charakter lassen sie zu einem wertvollen Beispiel für die Verbindung von Architektur und Natur im 18. Jahrhundert werden. In der Hauptansicht bildet die Neptungrotte ein triumphbogenartiges Portal, auf dem sich hoch oben der marmorne Meeresgott Neptun mit seinem Dreizack befindet, seitlich von zwei Najden gerahmt.

Der Auftrag für die Skulpturen war zunächst an Ebenhecht ergangen, der Erfahrungen mit dem Material Marmor besaß und die Najaden 1752 fertigstellte. 1757 wurde die Ausführung des Neptun wegen seiner Erkrankung an Benckert übergeben, dessen Arbeit sich aber bis 1760 hinzog. Auch die inneren Ausschmückungen der Grotte mit Muscheln, Schilfblumen und Kristallen wurden von Benckert geschaffen. Die beiden Seitenpfeiler der Grotte sind mit je vier untereinander stehenden muschelförmigen Marmorbecken geschmückt. In diese sollte sich aus den Krügen der marmornen Najaden auf der Plinte des Portals Wasser ergießen und zuletzt in die unteren Becken bandartig niederfallen. Doch erst der Einsatz der Dampfkraft schuf 1842 die technischen Voraussetzungen für den Betrieb der Wasserspiele im Park Sanssouci.