Ein Dank an alle am Bau Beteiligten

Richtfest für das Synagogenzentrum Potsdam

Richtfest Synagoge Potsdam. Foto: Olaf Gutowski
Richtfest Synagoge Potsdam. Foto: Olaf Gutowski
Richtfest Synagoge Potsdam. Foto: Olaf Gutowski

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, die für den Landesbau zuständige Finanzministerin Katrin Lange, Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle, der Präsident der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) Abraham Lehrer sowie der Architekt Jost Haberland haben heute mit vielen weiteren Gästen das Richtfest für das Synagogenzentrum Potsdam gefeiert. Begleitet wurde das Fest für die Bauleute traditionell vom Aufziehen der Richtkrone, dem Richtspruch und dem symbolischen Einschlagen des letzten Nagels. Wenn der Innenausbau genauso reibungslos voranschreitet wie der Rohbau, wird das Synagogen- und Gemeindezentrum im Herzen der Potsdamer Innenstadt voraussichtlich Anfang 2024 an die ZWST als zukünftigen Betreiber übergeben werden können. Das Land finanziert den Bau mit rund 15,9 Millionen Euro.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Religion lebt von der gemeinsamen Begegnung und der tiefen Verbundenheit. Doch Gemeinschaft braucht auch Raum. Hier in der Mitte Potsdams und in der Mitte unserer Gesellschaft entsteht eine Heimstätte für die jüdischen Gemeinden in Potsdam und Brandenburg. Es kann kaum ein stärkeres Zeichen für unsere Einigkeit und Überzeugung geben, dass das jüdische Leben in all seiner Vielfalt genau hierhin gehört. Dass dies endlich möglich wird, dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank. Der heutige Tag steht sprichwörtlich und ganz konkret dafür, dass ein schützendes Dach über die jüdischen Gemeinden gespannt wird. Möge es auch ein einendes Dach sein.“

Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle: „Ein Haus wird gebaut, aber ein Zuhause wird geformt. Dieses Sprichwort könnte als Motto über dem heutigen Richtfest für das jüdische Synagogen- und Gemeindezentrum Potsdam stehen. Der Neubau in unserer Stadtmitte wird ein Zuhause für jüdisches Religionsleben, für jüdische Kunst und Kultur, aber auch ein Zuhause für die Seelsorge, für Menschen mit Fragen, Nöten und Problemen. Ich bin überzeugt: Sie werden hier Zusammenhalt und Gemeinschaft erfahren ebenso wie Trost und Stärkung. Denn Jüdinnen und Juden werden hier nicht nur am Shabbat oder an Feiertagen zusammenkommen. Die Errichtung der Synagoge ist ein Symbol dafür, dass jüdisches Leben in Potsdam wieder dort präsent und sichtbar sein wird, wo es hingehört: im Herzen der Stadt. Ich wünsche mir, dass der anstehende Innenausbau ebenso zügig voranschreitet wie der Rohbau, und allen, die an der Vollendung des Gebäudes mitwirken, von Herzen Masel tov!“

Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.: „Rund zehn Monate nach der feierlichen Grundsteinlegung erreicht das Synagogenzentrum Potsdam einen wichtigen Meilenstein. Das Bauvorhaben kommt mit großen Schritten seinem Ziel, einen zentralen Ort jüdischen Lebens zu schaffen, näher. Deshalb feiern wir mit dem Richtfest die hervorragende Leistung aller am Bau Beteiligten, besonders der Handwerkerinnen und Handwerker und Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter. Es war ein langer und anstrengender Weg bis zur Errichtung des Gebäudes. Auf diesem Weg wurde viel gestritten, es wurden aber auch Kompromisse gefunden und umgesetzt. So wird das Gemeindezentrum ein modernes Gebäude sein, das gleichzeitig einer jahrhundertelangen Tradition im Synagogenbau folgt. Alle Diskussionen, Kompromisse, aber auch die vielen Besuchenden hier um die Baustelle zeigen das große öffentliche Interesse an unserem gemeinsamen Vorhaben. Wir, die ZWST haben die Verpflichtung übernommen, das Haus mit Leben zu füllen. Damit schaffen wir einen gesellschaftlichen Mittelpunkt für die größer und vielfältiger werdende jüdische Gemeinschaft in Brandenburg. Seit Beginn der Planungen stehen wir in aktivem Austausch mit Potsdamer Gemeinden und gestalten die zukünftige Nutzung als Heimat für alle Gemeindemitglieder. Die Synagoge und das Gemeindezentrum, auf deren Fertigstellung sich die überwiegende Mehrheit der hier lebenden jüdischen Gemeinschaft sehr freut, werden das jüdische Leben in Potsdam und im Land Brandenburg vielfältig erweitern.“

Jost Haberland, Haberland Architekten BDA: „Mit der Fertigstellung des Rohbaus und dem heutigen Richtfest haben wir für den Neubau des Synagogenzentrums Potsdams einen wichtigen Meilenstein erreicht. Dass wir das Richtfest etwas früher als geplant feiern können, ist einigen glücklichen Umständen geschuldet, aber es ist auch ein Zeichen der hohen Motivation aller am Bau Beteiligten an diesem besonderen und wichtigen Gebäude mitzuwirken. Mit der Zeitreserve im Rücken sind wir zuversichtlich – trotz aller momentanen Schwierigkeiten im Bausektor – das Synagogenzentrum Anfang 2024 seiner Bestimmung übergeben zu können.“

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert: „Mit dem Neubau der Synagoge wird das jüdische Leben die Zeit der Provisorien endlich hinter sich lassen. Denn ein eigener, nichtprovisorischer Raum verleiht Anerkennung und Aufmerksamkeit. Er verleiht eine Identität – und die Sichtbarkeit dieser Identität wirkt in die Stadt hinein. Die neue Synagoge möge ein Haus des Friedens, ein Haus der Religion, ein Haus des jüdischen Glaubens in unserer Stadt sein und somit für alle ein Licht gegen die Dunkelheit. Der Neubau erinnert uns auch immer wieder daran, dass wir uns den Angriffen auf unsere offene, freiheitliche und tolerante Gesellschaft entschlossen entgegenstellen. So gilt es auch zukünftig, wachsam zu bleiben und einzuschreiten, wenn Grenzen des Rechtstaats überschritten werden und Hass gesät wird.“

Neubau des Synagogenzentrums Potsdam

  • Bauherr: BLB im Auftrag des Landes Brandenburg
  • Architekten: Haberland Architekten BDA, Berlin
  • Nutzung: Synagogenzentrum für die jüdischen Gemeinden in Potsdam als gemeinsamer ritueller und kultureller Ort
  • Ort: Schloßstraße 8, 14467 Potsdam
  • Hauptnutzfläche: 990 Quadratmeter
  • Bruttogeschossfläche: 2.031 Quadratmeter
  • Bauzeit (Plan): August 2021 bis März 2024
  • Baukosten (Plan): 15,9 Millionen Euro