Am Reinhold-Mohr-Ufer

Musikpavillon

Musikpavillon (© Büro Wendel)
Musikpavillon (© Büro Wendel)
Musikpavillon (© Büro Wendel)
Musikpavillon 1932 (© Städtische Lichtbildstelle)
Musikpavillon 1932 (© Städtische Lichtbildstelle)
Musikpavillon 1932 (© Städtische Lichtbildstelle)
Musikpavillon während der Sanierungsarbeiten (© Büro Wendel)
Musikpavillon während der Sanierungsarbeiten (© Büro Wendel)
Musikpavillon während der Sanierungsarbeiten (© Büro Wendel)
Jazzkapelle Kleinmachnow bei der feierlichen Wiedereröffnung des Musikpavillons zum Tag der Architektur 2013 (© Büro Wendel)
Jazzkapelle Kleinmachnow bei der feierlichen Wiedereröffnung des Musikpavillons zum Tag der Architektur 2013 (© Büro Wendel)
Jazzkapelle Kleinmachnow bei der feierlichen Wiedereröffnung des Musikpavillons zum Tag der Architektur 2013 (© Büro Wendel)

Der 1932 am Templiner See nach Entwürfen des Stadtarchitekten Reinhold Mohr errichtete Musikpavillon ist eines der wichtigsten originalen Zeugnisse des in der Weimarer Republik auf dem Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens errichteten Land- und Wassersportplatzes. Zusammen mit dem äußerlich renovierten, aber seit Anfang der 1990er Jahre funktionslosen "Regattahaus" bildete es ein von Mohr mit Gartendirektor Kölle auf beeindruckende Art und Weise in die Landschaft eingebettetes Ensembles, welches bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges eines der beliebtesten Ausflugslokale in der Potsdamer Umgebung war. Die einzigartige transparent aus Stahl, Glas und Holz erschaffene, filigrane Konstruktion des Pavillons wirkt wie die Vorwegnahme eines Jahrzehnte später mit der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin perfektionierten Stils.

Mit der von der Brandenburgischen Architektenkammer im HBPG initiierten Ausstellung hat das – seit Juni 2011 unter Denkmalschutz gestellte – Bauwerk eine Würdigung erfahren, die starke Impulse zur Instandsetzung auslöste. Als am 30. Juni 2011 – dem Vortag des 100 Jahre zuvor erfolgten Dienstantritts von Reinhold Mohr in Potsdam – der am Pavillon vorbeiführende Uferweg auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung seinen Namen erhielt, wurde auch über erste Schritte zur Instandsetzung des vom Verfall bedrohten Bauwerks berichtet. Durch unbare Leistungen des Lehrbauhofes der Fachgemeinschaft Bau konnte mit der Umsetzung des Projekts im Oktober 2012 begonnen werden. Im Ergebnis einer Ausschreibung erhielt die Potsdamer Sanierungsbau GmbH den Auftrag zur Bauausführung.

Obgleich das Bauwerk viele Jahre vergessen und verloren schien, bemerkten nun viele, dass dieser fragile, auf puristische Art geschaffene "Musikpavillon" selbst im maroden Zustand noch über dem Wasser schweben kann. Nicht ohne Bedeutung für die künftige Entwicklung ist, dass dieses ehemals aus Regattahaus und Musikpavillon bestehende Ensembles zu den beliebtesten Ausflugs- und Freizeitstätten der Stadt zählte und so eine städtebauliche und stadtgeschichtliche Bedeutung hat, die jetzt wieder weit über Potsdam hinaus bekannt sein dürfte.

Nach der denkmalgerechten Instandsetzung haben die Anlieger, weitere Partner und Interessierte vielfältige Möglichkeiten zur temporären oder dauerhaften Nutzung mit Angeboten für Kultur und Sport, Freizeit und Erholung entwickelt. Dazu kann der Pavillon eine wunderbare Bühne sein.

Zu wünschen ist, dass Fußgänger und Radfahrer künftig nicht nur einen kurzen Stopp einlegen, sondern an manchen Tagen dem Spiel einer Jazzband oder den Klängen eines Salonorchesters lauschen und der Dornröschenschlaf des Regattahauses beendet ist.

Adresse: 
Musikpavillon
Am Luftschiffhafen 2
14471 Potsdam
Deutschland

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