Modellprojekte in der engeren Auswahl

LoRaWAN als Netz für städtische Daten und Dienstleistungen
LoRaWAN als Netz für städtische Daten und Dienstleistungen
LoRaWAN als Netz für städtische Daten und Dienstleistungen. Quelle: amministrazionelibera.org/wp-content/uploads/2015/03/MicrochipLora.jpg und EWP

Aktualisiert 22. Februar 2021

Bis März 2021 werden im Antragsprozess durch die Projektpartner in diversen Workshops diejenigen Modellprojekte identifiziert, die für eine Förderung im Rahmen des Projektes Smart City Potsdam bestens geeignet sind und es somit der Landeshauptstadt ermöglichen, in wichtige Zukunftsthemen zu investieren und Potsdam zukunftssicher zu machen.

An dieser Stelle gibt es einen ständig aktualisierten Überblick über die vorausgewählten Modellprojekte:

Pilotprojekt LoRaWAN der Stadtwerke Potsdam

Die Stadtwerke Potsdam GmbH bringen sich in den Antragsprozess auch mit smarten Ideen ein: So könnte das Pilotprojekt LoRaWAN miteinfließen. LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network, eine weltweit anerkannte Funktechnologie für die Datenübertragung im Umfeld des Internet der Dinge (IoT). Die Technologie zeichnet sich durch eine extrem hohe Energieeffizienz, eine hohe Reichweite und durch höchste Sicherheitsanforderungen aus. Sie ermöglicht den Datentransport für Sensoren, Aktoren und Zählern auch dort, wo eine Vernetzung mittels des gängigen mobilen GSM-Mobilfunkstandards nicht möglich ist.

Im aktuellen Pilotprojekt sollen zunächst fünf Gateways und ca. 30 Sensoren installiert werden. Ein erster Test soll in Kooperation mit der Stadtentsorgung Potsdam (STEP) erfolgen. Zehn Container werden mit Sensoren ausgestattet mit dem Ziel der Vereinfachung der Tourenplanung und einer Verbesserung der Verfügbarkeit der Container. Denkbar sind aber auch Anwendungen beim Parkraummanagement, bei der Überwachung und Steuerung des Fernwärmenetzes oder der Straßenbeleuchtung, der Verkehrsüberwachung oder zur Messung von Wasserständen in den Potsdamer Gewässern und ggf. Luftgütemessungen.

Projekt der ProPotsdam „Verändertes Mobilitäts-, Freizeit und Arbeitsverhalten“

Krampnitz – aus der ehemaligen Kasernenanlage wird ein neues Quartier
Krampnitz – aus der ehemaligen Kasernenanlage wird ein neues Quartier
Krampnitz – aus der ehemaligen Kasernenanlage wird ein neues Quartier. Foto Benjamin Maltry
Um den Änderungen des Mobilitätsverhaltens Rechnung zu tragen wird die Umsetzung einer Regionalen Mobilitäts-App geplant, bei der die Anwender ihre Daten freiwillig teilen oder diese Datenübermittlung untersagen können. Die ProPotsdam GmbH beteiligt sich beim Aufbau der städtischen Elektroladeinfrastruktur, insbesondere bei der Parkraumbewirtschaftung in den Quartieren analog zur Gartenstadt Drewitz z.B. durch Ausstattung mit Parkraumsensoren und die Unterstützung einer stadtweiten Stellplatz-App.

Beispiel Krampnitz
Krampnitz kann auf Initiative der Verwaltung  sowie städtischer und privater Unternehmen das Reallabor für die „Smart City Potsdam“ werden. Möglichkeiten bestehen in Themenfeld „Klimaschutz und umwelt- und sozialgerechter Mobilität“ durch die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsangebote in einer App, die Einführung einer Stellplatz-App bei der die Autofahrer zum nächsten freien Stellplatz geleitet werden oder einem intelligentes Lastmanagement für Elektromobilität im Quartier. Im Themenfeld „Bezahlbares Wohnen und nachhaltige Quartiersentwicklung“ sind digitalisierte Bürgerbeteiligungsverfahren oder die Einführung einer „Stadtteil-App“ denkbar: mit dieser können sich Nachbarschaften finden und austauschen, Verwaltungsvorgänge digitalisiert abgewickelt werden (z.B. Wohnungsanmeldung, Meldungen an das Ordnungsamt), Gemeinschaftsräume gebucht oder auch Mobilitätsangebote und Stellplätze gebucht werden. Im Themenfeld „Attraktivierung der Landeshauptstadt Potsdam als Wirtschaftsstandort“ sind im smarten Stadtteil Krampnitz Unterstützung des Glasfaseraufbaus, die Errichtung von W-LAN Hotspots als Teil der smarten Beleuchtung des Straßenraums denkbar.

 

Neue Formate für die Stadtentwicklung

Im Rahmen des Förderprogramms wollen wir zusammen mit den Bürger*innen neue Formate für die Stadtentwicklung schaffen. Auf Basis von neutralen Daten wollen wir den Dialog mit allen Bevölkerungsgruppen stärken und gemeinsam über die Entwicklung der Stadt Potsdam entscheiden. Die transparente Datenbasis ermöglicht es uns agil auf verändertes Arbeits- und Mobilitätsverhalten nach der Krise zu reagieren. Unser Ziel ist es Potsdam langfristig sozialgerecht und nachhaltig zu gestalten. Hierzu planen wir unter anderem folgende Maßnahmen:

Hybride Beteiligungsformate
Über digitale und analoge Formate werden Bürger*innen dazu befähigt sich aktiv an stadtentwicklungspolitischen Entscheidungen zu beteiligen. Hier wird auf bestehende Maßnahmen wie das Bürgergespräch, den Bürgerhaushalt und den Potsdam Maerker aufgebaut. Diese werden durch weitere, überwiegend digitale Formate ergänzt. Ein hybrider Ansatz stellt den Zugang für verschiedenste Bevölkerungsgruppen sicher.

Innovationen in der Stadtentwicklung
Über neue Arbeits- und Zusammenformen wird die Innovationsfähigkeit der Potsdamer Verwaltung gestärkt. So kann zukünftigschnell auf die Chancen und auch die Risiken der Digitalisierung reagiert werden. Nicht nur innerhalb der Verwaltung sondern auch mit dem lokalen Ökosystem sollen agile Formen der Zusammenarbeit gestärkt werden.

Schaffen einer Datenbasis für intelligente Entscheidungen
Um eine langfristig sozialgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen, wird eine Datenbasis für stadtentwicklungspolitische Entscheidung geschaffen. In enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken wird ein Sensornetzwerk zur Umweltdatenerfassung aufgebaut. Das LoRaWAN-Netzwerk dient hierzu als Infrastruktur. Neben Umweltdaten werden auch Bürger*innen dazu befähigt Daten zu sammeln und einzuspeisen.

Daten- und nutzerbasierte Neu-Gestaltung von städtischen Räumen
Aufbauend auf der Grundlage an Daten und der Beteiligung werden definierte städtische Räume (z.B. Bahnhöfe und Haltestellen) neu gestaltet. Hierbei stehen die Aufenthaltsqualität, die Nachhaltigkeit und die Nutzung digitaler Anwendungen im Zentrum.