Meta Hirschberg, geborene Katzmann

Meta Hirschberg | Foto LHP

Meta Hirschberg, laut Aussagen von Bekannten, “eine der liebenswertesten, edelsten und kultiviertesten Frauen ihrer Zeit”, war Hausfrau und Mutter des Gastroenterologen Fritz Hirschberg. Sie floh nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Norwegen und wurde von dort während der deutschen Besatzung am 26. November 1942 in das Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau deportiert.

Meta Hirschberg, geborene Katzmann, wurde am 4. Mai 1865 in Magdeburg-Sudenburg geboren. Sie war das dritte von sechs Kindern von Siegmund und Henriette Katzmann.

Am 2. Februar 1888 heiratete sie in ihrem Geburtsort den Kaufmann Wilhelm Hirschberg. Dieser stammte aus einer prominenten jüdischen Familie aus Potsdam. Nach der Hochzeit verließ Meta ihre Heimatstadt und zog mit ihrem Ehemann in die Jägerallee 7. Im Dezember desselben Jahres brachte sie ihren einzigen Sohn Fritz zur Welt. Sie führte bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten ein friedliches Leben als Hausfrau, bis sie sich schließlich gezwungen fühlte, das Land zu verlassen. Fritz flüchtete am 22. Januar 1939 nach Norwegen und half auch seiner Mutter, fünf Monate später zu fliehen. Am 25. Mai 1939 erreichte sie Oslo.

Dort wohnten Meta und Fritz in Gjøkbakken Straße 6, in einem Haus des norwegischen Reeders Thomas Olsen, der sie bei der Flucht unterstützt hatte.

Im darauffolgenden Jahr wurde Meta durch die elfte Verordnung des Reichsbürgergesetzes ihres Vermögens durch den Staat enteignet. Diese griff, wenn ein jüdischer Staatsbürger das Land verließ und keine weitere Staatsbürgerschaft annahm.

Nach dem Überfall und der Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht 1940 wurde Meta Hirschberg am 26. November 1942 von der GESTAPO verhaftet und anschließend per Schiff mit der D/S Donau und 532 anderen Juden nach Stettin gebracht. Von da aus wurde sie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

Der Versuch einer nichtjüdischen Gruppe in Norwegen, sie noch zu retten, missglückte.

Metas Sohn Fritz überlebte den Holocaust und konnte nach dem Ende der deutschen Okkupation wieder seiner Tätigkeit als Arzt nachgehen. Er blieb bis zu seinem Tod in Norwegen.

Adresse: 
Jägerallee 7
14469 Potsdam
Deutschland