GFZ feiert Fertigstellung des „GeoBioLabs“ auf dem Telegrafenberg

Laborneubau eröffnet

Das GeoBioLab wurde von (v.l.) Prof. Liane G. Benning, Prof. Dirk Wagner, Architekt Alexander Gyalokay, Staatssekretär Dr. Michael Meister (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Architektin Katja Döpner, Dr. Stefan Schwartze (Administrativer Vorstand des GFZ), Prof. Niels Hovius (Wissenschaftlicher Vorstand des GFZ, interim) und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam Mike Schubert eröffnet. (Fotos: Reinhardt&Sommer/GFZ)
Das GeoBioLab wurde von (v.l.) Prof. Liane G. Benning, Prof. Dirk Wagner, Architekt Alexander Gyalokay, Staatssekretär Dr. Michael Meister (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Architektin Katja Döpner, Dr. Stefan Schwartze (Administrativer Vorstand des GFZ), Prof. Niels Hovius (Wissenschaftlicher Vorstand des GFZ, interim) und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam Mike Schubert eröffnet. (Fotos: Reinhardt&Sommer/GFZ)
Das GeoBioLab wurde von (v.l.) Prof. Liane G. Benning, Prof. Dirk Wagner, Architekt Alexander Gyalokay, Staatssekretär Dr. Michael Meister (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Architektin Katja Döpner, Dr. Stefan Schwartze (Administrativer Vorstand des GFZ), Prof. Niels Hovius (Wissenschaftlicher Vorstand des GFZ, interim) und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam Mike Schubert eröffnet. (Fotos: Reinhardt&Sommer/GFZ)

Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ hat am 21. Juni 2021 das soeben fertiggestellte „GeoBioLab“ mit einer Feierstunde eröffnet. Das Gebäude entstand in rund zweieinhalbjähriger Bauzeit und kostete 16,1 Millionen Euro. Es bietet auf gut 1500 Quadratmetern Hauptnutzfläche Labore und Büroräume für zwei Sektionen des GFZ sowie einen Serverraum.

Das „Helmholtz-Labor für integrierte geowissenschaftlich-biologische Forschung“ (GeoBioLab) wird in erster Linie der Erforschung der tiefen Biosphäre und der Wechselwirkungen der Biosphäre mit der Geosphäre und dem Klima dienen. Das Leben kilometerweit unter der Erde, die so genannte tiefe Biosphäre, hat Auswirkungen auf wichtige Prozesse, beispielsweise bei der Bildung und Zersetzung von Methan als klimarelevantes Gas in Permafrostablagerungen und bei der Nutzung des unterirdischen Raumes, etwa zur Speicherung von Gasen im Zuge der Energiewende. Zu bedeutenden Wechselwirkungen kommt es auch an Grenzflächen zwischen Mikroorganismen und Mineralien, zum Beispiel bei Schnee- und Eisalgen auf den Gletschern Grönlands. Die Mikroorganismen beschleunigen dort Schmelzprozesse.

In seinem Grußwort sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesforschungsministeriums, Dr. Michael Meister: „Der Telegrafenberg ist seit fast 150 Jahren ein Ort exzellenter Wissenschaft. Hier werden seit jeher Grundlagen für die Zukunft geschaffen. Mit dem GeoBioLab stellen wir sicher, dass auch zukünftig modernste Spitzenforschung auf dem Telegrafenberg zu Hause ist. Und genau solche Spitzenforschung brauchen wir um Herausforderungen wie den Klimawandel zu begegnen. Mit der Forschung, die hier im GeoBioLab stattfinden wird, können wir zum Beispiel entschlüsseln, was genau sich in arktischen Böden abspielt und wie kleinste Lebewesen und Mikroorganismen das Klima durch die Bildung und den Abbau von Treibhausgasen beeinflussen.“

Brandenburgs Forschungsministerin Dr. Manja Schüle, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnte, übermittelte ein Grußwort: „Der Telegrafenberg hat nicht nur eine lange Forschungsgeschichte, sondern dieser imposante Wissensberg beherbergt heute gleich mehrere Forschungsinstitute mit Weltruf. Besonders sichtbar und kompetent: das GeoForschungsZentrum Postdam mit seiner ausgezeichneten Expertise im Bereich der Erdystemforschung. Mit der Eröffnung des Helmholtz-Labors für integrierte geo-biowissenschaftliche Forschung erweitert das GFZ nun seine wissenschaftliche Strahlkraft. Künftig liefern die Expertinnen und Experten des GeoBioLabs spannende Erkenntnisse zu den besorgniserregenden Wechselwirkungen von Mikroorganismen der tiefen Biosphäre auf das Klima. Es liefert wichtige wissenschaftliche Beiträge für die Zukunft Brandenburgs, Deutschlands und Europas. Damit zeigt sich: Unsere Investitionen haben sich gelohnt. Die Eröffnung zeigt erneut: In Brandenburg wird Zukunft gemacht.“

Niels Hovius, kommissarischer wissenschaftlicher Direktor des GFZ, sagte: „Wenn wir den geologischen Untergrund nutzen wollen, und das müssen wir für die Energiewende und den Klimaschutz, dann müssen wir genau verstehen, wie die Wechselwirkungen zwischen Gestein, Leben und Klima ablaufen.“ Auch die Erforschung der Vorgänge in der Arktis – an der Eisoberfläche, im Permafrost und im Ozean – mit modernster Labortechnik sei für das Verständnis des Klimawandels und seiner Folgen unerlässlich. „Was mich besonders freut, ist der Umstand, dass wir damit unserer Raumnot auf dem Telegrafenberg begegnen und mehr Forschende im direkten persönlichen Austausch – sobald es die Pandemie zulässt – gemeinsam an Projekten arbeiten können“, sagte Niels Hovius. Das Gebäude und die Haustechnik werden die Kriterien der Silber-Zertifikation nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) erfüllen. Hovius: „Das zeigt, dass wir nicht nur für die Nachhaltigkeit forschen, sondern unsere Forschung auch nachhaltig betreiben.“

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert, sagte: „Mit dem GeoBioLab ist ein neues Zentrum für integrierte geowissenschaftlich-biologische Forschung entstanden. Die ansprechende Architektur sowie die nachhaltige Bauweise des Gebäudes lassen das Verständnis für die Tradition und Bedeutung des Telegrafenberges klar erkennen. Das Gebäude schafft dringend benötigten Raum für Ihre Forschungsarbeit!“ In der Verbindung der inhaltlichen, forschungsbezogenen Schwerpunktsetzungen mit der räumlichen Standortentwicklung sah er große Chancen für den Wissenschaftsstandort Potsdam: „Wir haben die einmalige Chance für die existenziellen Themen unserer Zeit einen zukunftsweisenden Innovationscampus für Geo-, Klima- und Nachhaltigkeitsforschung zu schaffen. Und dabei kann die gezielte Verbindung von Forschung und gewerblicher Anwendung im Sinne einer Stadt des Wissenstransfers gelingen.“

Der Bau bildet den Abschluss des Neubau-Komplexes des GFZ mit den Häusern B bis G. Die Bruttogrundfläche beträgt gut 3.800 Quadratmeter, davon sind 1439 Quadratmeter Hauptnutzfläche, also Labore und Büros.