Kolumne der Woche: Keinen Zentimeter Platz für Hass, Gewalt und Rassismus

Oberbürgermeister Jann Jakobs
Oberbürgermeister Jann Jakobs
Oberbürgermeister Jann Jakobs

11. März 2018

Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer,

seit kurzem ist der Slogan „Nazis raus aus den Stadien“ in aller Munde – ob in Neuseeland, New York, Jerusalem, bei Borussia Dortmund, Werder Bremen oder zahlreichen anderen deutschen und europäischen Fußballclubs. Die Kampagne des SV Babelsberg 03 ist ein weiterer Versuch, auf Rechtsextremismus, Hass, Gewalt und Menschenverachtung hinzuweisen und neu zu denken, wie wir diesem Problem begegnen können. Denn Rassismus, Fremden- und Menschenfeindlichkeit geht uns alle an. Sie machen vor keiner Grenze halt, seien es die Spielfeldbegrenzungen eines Fußballfeldes oder die imaginären Linien zwischen Bundesländern, europäischen Staaten oder Kontinenten.

Verhärtet schienen auch die Fronten zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem NOFV. Die Einigung zwischen dem Fußballverein und dem Fußballverband zeigt, wie wichtig der konstruktive Austausch miteinander im direkten Gespräch ist. Beide Seiten werden künftig gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus im Fußball vorgehen. Das freut mich ganz besonders. Mit dem Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ im Rücken bleiben wir dran an dem Thema, um der Kampagne „Nazis raus aus den Stadien“ zum Erfolg zu verhelfen.

Unsere Landeshauptstadt und das seit sechzehn Jahren bestehende Bündnis können uns auf dem Erreichten  nicht einfach ausruhen. Die Kampagne „Nazis raus aus den Stadien“ des SV Babelsberg 03 ist ein Beispiel für die Vielfalt des Engagements für eine weltoffene, tolerante und friedliche Gesellschaft. Im Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ findet sich der SV Babelsberg 03 gemeinsam mit neununddreißig anderen Mitgliedern geeint, um Zeichen zu setzen gegen Rechts.

Unserem Bündnis ist es ein wichtiges Anliegen im Jahr 2018, die Weichen neu zu stellen und nicht mehr nur ein großes Fest im Herbst jeden Jahres zu feiern, sondern gezielt Themen aufzugreifen. Am Montag beginnen nun die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Eine bereits seit 1979 bestehende Kampagne der Vereinten Nationen. Gestärkt durch eine Stiftung können die Veranstaltung unter einem Dach durchgeführt und somit das Gesamtanliegen gestärkt werden. Was tun wir in diesem Jahr konkret in diesen beiden Wochen vom 12. März bis 25. März?

Am Mittwoch hisst die Beigeordnete Noosha Aubel gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern vor dem Rathaus die Flaggen der Internationalen Wochen gegen Rassismus und des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“. Im Anschluss begrüßt die Beigeordnete die Schülerinnen und Schüler sowie verschiedene Mitglieder aus dem Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ zur lokalen Konferenz der Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage im Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung. Hier wird die parlamentarische Demokratie lebendig. Gemeinsam mit den Bündnismitgliedern erarbeiten die Schüler konkrete Ideen, wie sie Rassismus in Ihren Schulen kreativ und konstruktiv begegnen können. Mitglieder des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“ geben hierbei Anregungen, was auf lokaler Ebene möglich ist. Sei es im Rahmen der Kampagne „Hass bringt dir nix“, „No Hate Speech“, durch Besuch von Veranstaltungen wie der Lesung „Unter Weissen“ oder der Mitwirkung im Kreisschülerrat oder dem Engagement beim Stadtjugendring.

Am Sonntag, 18. März um 14 Uhr, heißt es in der Jägerallee mit einer Kundgebung Farbe zu bekennen unter dem Motto: „Für eine menschenfreundliche Gesellschaft ohne Hass und Hetze“. Rechte Gruppen mobilisieren für diesen Tag nach Potsdam, um vor dem Justizzentrum für die Freilassung von sogenannten „politischen Gefangenen“ zu demonstrieren. Konkret geht es dabei um Volksverhetzer*innen  und Holocaustleugner*innen. Als Vorsitzender des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“ rufe ich Sie dazu auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen und der Verharmlosung von Straftaten und der Relativierung unserer Geschichte entschieden entgegen zu treten.

Denn gemeinsam mit dem Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ und dem persönlichen Engagement jedes Einzelnen von uns haben wir eine gute Basis, fremdenfeindliche und rassistische Umtriebe erfolgreich zu bekämpfen.

Ihr
Jann Jakobs