Josef Apriasky und Klara Apriasky, geb. Levi

Josef und Klara Apriasky lebten über 20 Jahre in Potsdam und waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde, in der Josef Apriasky als ehrenamtlicher Kantor wirkte. Das Paar wurde 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet. Ihre beiden Kinder überlebten den Holocaust.

Josef Apriasky wurde im ostpeußischen Georgenburg am 7. November 1879 geboren, seine Frau Klara, geborene Levi (Levy), in Gollantsch in Posen am 17. Januar 1892. Josef Apriasky ließ sich um 1917 in Potsdam nieder. Mit seiner Frau und den Kindern, Art(h)ur, geboren am 6. Juni 1910 und Bertha, geboren am 9. Oktober 1914, lebte das Paar in der Charlottenstraße 48 in einem Haus, das der katholischen Pfarrgemeinde viele Jahre gehörte.

Josef übte den Beruf des Schächters aus und war ehrenamtlich als Kantor in der nahegelegenen Synagoge tätig. Oberkantor war Samuel Guttmann (1879–1943).

1936/1937 zog die Familie Apriasky in die Neue Königsstraße 115 (heute Berliner Straße 141) um. Ab Oktober 1939 lautete ihre Wohnadresse Kirchstraße 10, am Alten Markt angrenzend. Dort lebten sie mit anderen Potsdamerinnen und Potsdamern jüdischer Herkunft zusammen, so dass von einer Sammelstelle für Juden auszugehen ist.

Am 20. Dezember 1938 war Josef Apriasky schon einmal deportiert worden. Im Konzentrationslager Sachsenhausen musste er ein halbes Jahr als Häftling beim Ausbau des Lagers helfen, wurde dann aber wieder entlassen. Das Ziel seiner Verhaftung als sogenannter Aktionsjude war wohl, ihn und seine Mitmenschen einzuschüchtern und zur Flucht zu bewegen.

Am 13. Januar 1942 wurde das Ehepaar gemeinsam mit zahlreichen Potsdamer Juden über Berlin mit dem VIII. Transport in das Ghetto von Riga deportiert. Vom Transport und den schrecklichen Umständen im Ghetto berichtete die Potsdamerin Johanna Rosenthal als einzige Überlebende der Deportation aus Potsdam. Das letzte bekannte Lebenszeichen des Paares Apriasky weist 1943 auf das Konzentrationslager Riga-Kaiserwald hin. Hier wurde sie aller Wahrscheinlichkeit nach noch im selben Jahr ermordet.

Ihre Kinder Bertha und Artur Apriasky konnten sich retten, indem sie Deutschland verließen. Arthur gelangte mit dem Transatlantik-Schiff SS St. Louis von Hamburg am 1. September 1938 nach New York. 1944 wurde er einge­bürgert mit Zweitnamen Allen. Über Bertha ist wenig bekannt. Sie soll über Litauen nach Israel emigriert und 2005 in Jerusalem beerdigt worden sein.

Adresse: 
Berliner Straße 141
14467 Potsdam
Deutschland