Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)

Das INSEK 2035

Unter Berücksichtigung der aktuellen und prognostizierten Rahmenbedingungen wird eine gesamtstädtische Strategie zur Steuerung des Wachstums der Stadt entwickelt – das INSEK 2035. Dabei sollen die über 50 erarbeiteten Fachkonzepte in Einklang gebracht und die Themenfelder Wohnen, Mobilität und Verkehr, soziale und technische Infrastruktur, Arbeit und Versorgung sowie Umwelt und Natur gleichermaßen betrachtet und strategische Ziele für die Stadtentwicklung erarbeitet werden. Das INSEK 2035 wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 fertiggestellt und im Anschluss durch die Stadtverordneten beschlossen.

Die thematischen Schwerpunkte: Aktionsfelder

Auf Basis des Leitbildes der Stadt sowie dessen Umsetzungsstrategie und der Bestandsaufnahme wurden thematische Schwerpunkte – sogenannte Aktionsfelder – für das INSEK 2035 definiert:

  • Stadt für alle – gemeinschaftlich, innovativ und gerecht
  • Wohnen – vielfältig, bezahlbar und integriert
  • Mobilität – nutzerorientiert, intelligent und umweltverträglich
  • Bildung, Kultur & Arbeit – zugänglich, wissensbasiert und kreativ
  • Wachstum – behutsam, nachhaltig und klimagerecht
  • Lebensräume – identitätsstiftend, aktiv und vielseitig

Zusätzlich zu den sechs Aktionsfeldern wird das Thema „Klimaschutz und Klimaanpassung“ als Querschnittsthema im gesamten INSEK behandelt, da es sich um eine gemeinsame Aufgabe handelt.

Das räumliche Leitbild: Der „Bahnring Potsdam“ als Grundgerüst

Mit der Erarbeitung des INSEK 2035 wird ein räumliches Leitbild entwickelt, welches richtungsweisend für die Entwicklung Potsdams ist. Klimaschutz und zukünftige Mobilität, behutsame Stadtentwicklung und wirtschaftliche Dynamik werden hierbei zusammengedacht.

Das Gerüst des räumlichen Leitbildes bilden das vorhandene Tram-Netz und der Berliner Außenring in Verbindung mit der Wetzlarer Bahn. Bisher zeichnet sich das Potsdamer Tram-Netz durch ein radiales Netz mit 32 km Länge aus. Dabei werden die nördlichen Ortsteile nicht erschlossen, auch die künftigen Entwicklungsschwerpunkte sind nur zum Teil mit der Tram zu erreichen. Durch die Heranführung der Tram-Achsen an das DB-Bestandsnetz und der Verbindung des Berliner Außenrings mit der Wetzlarer Bahn, wäre eine deutliche Verbesserung der Ver- und Anbindung möglich. Die Aktivierung bzw. Einbeziehung dieses Netzes bietet somit ein erhebliches Potenzial für die Stadt. Dieses „Bahnring“-Konzept ist langfristig gedacht und bedarf der Konkretisierung und Prüfung auf entsprechender Fachplanungsebene. Dennoch müssen bereits heute die Voraussetzungen für ein Vorhaben dieser Größenordnung geschaffen werden, um sich diese Möglichkeit nicht durch den Verkauf von Flächen oder baulichen Maßnahmen zu nehmen.

Die räumlichen Schwerpunkte: Die Vertiefungsbereiche

Neben der Betrachtung der gesamten Stadt, werden ausgewählte Teilräume tiefergehend untersucht. Bei diesen Räumen handelt es sich vorwiegend um jene mit besonderer Entwicklungsdynamik und Planungsbedarfen. Für diese sogenannten Vertiefungsbereiche werden Entwicklungskonzepte im Maßstab von 1:10.000 erarbeitet. So sollen unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse aus existierenden Konzepten und Planungen sowie aus vergangenen Beteiligungsprozessen Konzepte erarbeitet werden, welche die Entwicklungschancen der nächsten 10 bis 15 Jahre aufzeigen und Ziele sowie Anforderungen bzw. Regeln der Entwicklung definieren. Insgesamt wurden vier Vertiefungsbereiche definiert:

  • Marquardt – Fahrland – Krampnitz
  • Golm – Eiche – Bornim – Bornstedt
  • Potsdam West – Templiner Vorstadt
  • Beiderseits der Nuthe

Allen Vertiefungsbereichen ist gemein, dass sie Anschluss an den „Bahnring Potsdam“ haben, eine stadt- bzw. ortsteilübergreifende Betrachtung stattfindet und, dass nicht nur die Bebauung der Räume eine Rolle spielt, sondern auch der Freiraum durch Klimaschwerpunkte untersucht wird.

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