„Inklusion Rockt & Rollt“ 2022

Am Sonntag, 26. Juni 2022 hatten die beiden Behinderten-Radfahrer Sebastian Fietz und Sven Marx in Potsdam den ersten Stopp ihrer deutschlandweite Radtour durch alle Landeshauptstädte eingelegt. Ziel dieser Tour ist es, für die Inklusion von Behinderten zu werben. 

Für 17 Uhr lud die Potsdamer Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Tina Denninger in den Circus Montelino zu Gesprächen und Diskussion ein. Im Anschluss spielte die inklusive Band Jacke wie Hose.


Am Montag, 27. Juni 2022 fand die Rad-Demo mit Fahrrädern, Handbikes und Rollstühlen statt. Die Rad-Demo startete um 10 Uhr am Bahnhof Babelsberg Medienstatt, Ziel das Potsdamer Rathaus, wo eine Liste mit konkreten Wünschen für eine bessere Inklusion an die Potsdamer Gleichstellungsbeauftragte, Martina Trauth überreicht wurde. Im Anschluss setzten Sebastian und Sven ihre Radtour fort.


Die Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Tina Denninger unterstützt die Aktion. „Wir haben uns sehr gefreut, das Projekt von Sebastian Fietz und Sven Marx für Potsdam gewinnen zu können. Konzert und Fahrradtour, Podiumsdiskussion und Forderungen ans Rathaus sind eine gute Mischung aus Freude und Ernst, Unterhaltung und Politik, die zeigt, wie vielfältig Inklusion ist. 

   
Sebastian und Sven sind beide unterschiedlich behindert. Mit der Radtour wollen sie zeigen, dass sie gemeinsam stark sind. Sie möchten bei ihrer Tour mit vielen Menschen in Kontakt kommen, über Sport, Kultur und Inklusion reden und dabei versuchen, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen.


Sven Marx hat mit dem Motorrad die Welt erkundet, war Tauchlehrer und in der ganzen Welt unterwegs. 2009 wurde bei ihm ein Tumor am Hirnstamm diagnostiziert. Dadurch beeinträchtigen ihn Doppelbilder im gesamten Sichtfeld. Nach komplizierten Operationen war Sven erst einmal ein Pflegefall. Doch er kämpfte sich wieder ins Leben und aufs Fahrrad zurück: Mittlerweile war er in 43 Ländern und hat 31 Hauptstädte mit dem Rad besucht. Er hat niemals aufgegeben. Im Gegenteil, er ist Weltenbummler und Inklusions-Botschafter geworden. Als Aktivist und Vorbild hat er vielen Menschen Mut gemacht.


Sebastian Fietz ist Jahrgang 1984. Seit dem Kindesalter ist er blind. Er hat Volkswirtschaft studiert. Er setzt sich für den Verein Lebendige Bibliothek ein. Und für andere gemeinnützige Vorhaben. Damit möchte Sebastian helfen, Berührungsängste abzubauen. Die Lebendige Bibliothek verleiht Menschen als lebendige Bücher – Menschen, die von Vorurteilen betroffen und daher oft sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt sind.


Sebastian und Sven sind auf der Inklusionstour mit einem Spezialfahrrad unterwegs. Sebastian sitzt dabei vorne, Sven hinten und leicht erhöht. Mit dabei haben sie die Inklusionsfackel des Netzwerkes Inklusion. Sie wurde erstmals 2014 bei einer Inklusions-Aktionsveranstaltung mitgenommen, ähnlich wie die Fackel der Olympischen Spiele. Sie soll noch einmal symbolisch das Anliegen der Inklusion unterstützen.

Handiclapped-Kultur Barrierefrei e.V. aus Berlin organisiert mit Unterstützung von Aktion Mensch diese „Inklusion Rockt  & Rollt Tour“.