Vom Biophon zum Biomarkt - 111 Jahre Kino in Potsdam

Das Foto zeigt die Residenz-Lichtspiele um 1926-27, die später in Melodie-Lichtspiele umbenannt wurden, (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Untere Denkmalschutzbehörde, Acta specialia)
Das Foto zeigt die Residenz-Lichtspiele um 1926-27, die später in Melodie-Lichtspiele umbenannt wurden, (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Untere Denkmalschutzbehörde, Acta specialia)
Die Residenz-Lichtspiele (später Melodie-Lichtspiele) um 1926-27 (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam, Untere Denkmalschutzbehörde, Acta specialia)
27.10.2020 - 10:00 bis 18:00
28.10.2020 - 10:00 bis 18:00
29.10.2020 - 10:00 bis 18:00

Kurz nacheinander eröffnen 1909 die beiden ersten ortsfesten Kinos in Potsdam, das Parade- Kino-Theater in der Altstadt und das Biophon-Theater in Babelsberg, das damals noch Nowawes heißt und eine eigene Stadt ist. Danach geht es schnell: 1912 gibt es schon neun Kinos in Potsdam und fünf in Babelsberg, die zusammen etwa 2.500 Plätze haben. Gaststätten und Tanzsäle werden zu Kinematographen-Theatern umgebaut, und selbst im ehrwürdigen Palast Barberini werden Filme gezeigt.

Auch heute noch bekannte Institutionen des Potsdamer Kulturlebens entstehen damals: 1912 das Lichtspiel-Theater (später umbenannt in Residenz-Lichtspiele, noch später in Melodie) und 1918 das Thalia-Theater, das älteste heute noch spielende Kino. Jahr zehnte lang sind einige dieser Kinos ein Fenster in die weite Welt, bieten Bildung und Unterhaltung, Komödien zum Lachen, Dramen zum Weinen, Abenteuerfilme zum Träumen.
Wo lagen die Kinos und wie sahen sie aus? Wer arbeitete dort? Welche Filme liefen in Potsdam, als der Kaiser 1918 abdankte, als Nationalsozialisten 1938 die Synagoge verwüsteten und 1989 die Mauer fiel? Zu diesen und anderen Fragen trägt diese Ausstellung Objekte und Erinnerungen zusammen, die von einer großen Vielfalt und vergessenen Orten erzählen. Der Bogen reicht dabei von den Anfängen des Kinos über die Kinokultur in der DDR mit Sommerfilmtagen und Jugendfilmklubs bis zum Multiplexkino UCI in der Gegenwart.

Viele der Gebäude, in denen sich früher Kinos befanden, stehen heute noch. Eines davon sind die ehemaligen Charlott-Lichtspiele, in die demnächst vielleicht ein Biomarkt einziehen wird. Nahrung ist wichtig, filmische Nahrung für Geist und Sinne auch. Heute gibt es drei Kinos in Potsdam mit 13 Sälen und 1.900 Plätzen.
Begleitend zur Ausstellung erscheint das Buch Komm mit ins Kino! Die Geschichte der Potsdamer Lichtspieltheater von Jeanette Toussaint mit einer Gesamtdarstellung und Kurzporträts aller Spielstätten.

Eine Ausstellung in Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe "125 Jahre Kino - Vom Wintergarten zum Multiplex" im Filmmuseum Potsdam.

Die Ausstellung kann bei freiem Eintritt täglich (außer montags) ab 10 Uhr bis zum Ende der letzten Kinovorstellung besucht werden.

Adresse: 
Filmmuseum Potsdam
Breite Straße 1A
14467 Potsdam
Deutschland