Im Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

Gedenkveranstaltung 9. November 2019

Die zerstörte Synagoge am Wilhelmplatz | 10.11.1938 | Foto: Hans Weber | Potsdam Museum

Am 9. November 2019 findet anlässlich der Reichspogromnacht eine Gedenkveranstaltung statt, die um 18 Uhr am Platz der Einheit am Standort der ehemaligen Synagoge neben der Hauptpost beginnt und am Baufeld der neuen Synagoge in der Schlossstraße fortgesetzt wird. Die Landeshauptstadt Potsdam, die jüdischen Gemeinden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Potsdam sowie die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit laden zur Veranstaltung ein.

Auf der Gedenkveranstaltung wird in diesem Jahr im Besonderen an die Menschen jüdischer Herkunft erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus nach Theresienstadt deportiert wurden. Johanna Frosch, Noah Giebe, Jasmin Kaner, Kira Weiß, Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, verlesen die Namen dieser Menschen. Klaus Büstrin wird aus einem Brief vortragen, den Dr. Gustav Herzfeld zum Abschied an Karl und Eva Foerster schrieb, bevor er nach Theresienstadt deportiert wurde.

Oberbürgermeister Mike Schubert, die Ministerin des Landes Brandenburg für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Martina Münch, und der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Ud Joffe, werden auf der Veranstaltung sprechen. Durch die Veranstaltung führen Rabbiner Nachum Pressmann, Evgeni Kutikov von der jüdischen Gemeinde und Stadtkirchenpfarrer Dr. Simon Kuntze.

Die Reichspogrome im November 1938 markierten den Übergang von der Diskriminierung der Menschen mit jüdischer Herkunft zur systematischen Verfolgung, die in den Holocaust münden sollte. In der vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahme wurden mehr als 1.400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsorte sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört; etwa 30.000 Juden wurden verhaftet und kamen in Konzentrationslager.

In Potsdam brachen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Einheiten der SS und der Gestapo in die Potsdamer Synagoge ein, entweihten das Gotteshaus und zerstörten die Einrichtung. Zahlreiche Menschen jüdischer Herkunft wurden festgenommen, verschleppt und gefoltert. Sie wurden isoliert, verloren ihre Rechte und ihre Würde.

Adresse: 
Platz der Einheit 1
14467 Potsdam
Deutschland

Downloads

  • Programm Gedenken 9. November 2019

    Programm (PDF; 243,83 KB)