Filmreihe zur Ausstellung BRUCHSTÜCKE ’45

20.06.2021 - 00:00
21.06.2021 - 00:00
22.06.2021 - 00:00

Das Foto zeigt das langgezogene Gebäude des früheren Marstalls, in dem jetzt das Filmmuseum Potsdam sein Domizil hat.
Das Foto zeigt das langgezogene Gebäude des früheren Marstalls, in dem jetzt das Filmmuseum Potsdam sein Domizil hat.
Filmmuseum Potsdam (© Ulf Böttcher)
Das Filmmuseum Potsdam bietet zur Ausstellung BRUCHSTÜCKE ’45 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) eine spezielle Filmreihe im virtuellen Kinosaal kino2online an. Die Ausstellung im HBPG versammelt 45 Objekte aus fünf Brandenburger Gedenkstätten und erzählt die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Die Ausstellung sowie die begleitende Filmreihe geben vielseitige Einblicke in das durch Gewalt, Befreiung und Umbrüche bestimmte Jahr 1945 und lädt dazu ein, sich mit den größeren historischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen.

Die Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist vom 7. Mai bis 19. September 2021 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu sehen. Infos zur Ausstellung gibt es auf der Internetseite des HBPG.

Filmreihe zur Ausstellung im virtuellen Kinosaal kino2online

Die Schwarzweißaufnahme zeigt eine Potsdamer Straßenbahn nach Babelsberg vor kriegszerstörten Häusern, neben arbeitenden Männer und Frauen.
Die Schwarzweißaufnahme zeigt eine Potsdamer Straßenbahn nach Babelsberg vor kriegszerstörten Häusern, neben arbeitenden Männer und Frauen.
Potsdam baut auf (Foto: DEFA-Stiftung)
7. Mai bis 30. Juni 2021: Potsdam baut auf

R: Joop Huisken, SBZ 1946, Dok., 29‘
Der Film schildert die Aufräumarbeiten nach Kriegsende durch Potsdamer Einwohner*innen und stellt Pläne der Stadtverordneten für den Wiederaufbau dar. Joop Huisken, einst Assistent bei dem bedeutenden holländischen Regisseur Joris Ivens, wurde nach der Besetzung Hollands durch die Wehrmacht nach Deutschland gebracht und zur Zwangsarbeit bei der Ufa in Babelsberg verpflichtet. Hier erlebte er auch den verheerenden Bombenangriff auf Potsdam im April 1945. Nach Kriegsende blieb Huisken in Deutschland und wurde einer der ersten Mitarbeiter der neuen Filmgesellschaft DEFA.
Bonusfilm: Einführung zu „Potsdam baut auf“ von Thomas Wernicke (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte; ab 20.5.)

Auf dem Schwarz-Weiß-Foto entstand bei Dreharbeiten zu dem Film: Zu sehen sind unter anderem Hildegard Knef hinter einer Film-Klappe
Auf dem Schwarz-Weiß-Foto entstand bei Dreharbeiten zu dem Film: Zu sehen sind unter anderem Hildegard Knef hinter einer Film-Klappe
Die Mörder sind unter uns (Foto: DEFA-Stiftung)
1. Juli bis 31. Juli 2021: Die Mörder sind unter uns

R: Wolfgang Staudte, D: Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, SBZ 1946, 81'
Berlin, 1945. Der Chirurg Dr. Mertens kehrt aus dem Krieg heim und trifft auf Susanne Wallner, die das KZ überlebt hat und ihren Lebenswillen auf den depressiven Mertens übertragen möchte. Dieser begegnet zufällig seinem früheren Hauptmann, der am Weihnachtsabend 1942 an der Ostfront den Befehl zu einer Vergeltungsaktion gegen die Zivilbevölkerung gegeben hatte. In letzter Minute kann Susanne Mertens davor bewahren, Selbstjustiz zu üben. Der zum Teil in den Ruinen des zerstörten Berlins gedrehte Film "Die Mörder sind unter uns" markiert den Neubeginn der Spielfilmproduktion in Deutschland nach dem Kriegsende.
Bonusfilm: Der Augenzeuge 8/1946 13'

Auf dem Farbfoto sind Finger, die eine kleine Teigrolle halten und ein Finger der auf einen Ort auf einer alten Karte zeigt, zu sehen.
Auf dem Farbfoto sind Finger, die eine kleine Teigrolle halten und ein Finger der auf einen Ort auf einer alten Karte zeigt, zu sehen.
One Fine Line (Foto: Velin)
1. August bis 31. August 2021: One Fine Line

R: Jo-Anne Velin, Kanada/D 2013, Dok., 62’
Den Ausgangspunkt für Jo-Anne Velins filmische Erkundung und Reflektion bildet eine handgezeichnete Landkarte. Auf ihr ist der Weg von KZ-Häftlingen nachgezeichnet, die in großen Zahlen 1945 auf ihrem „Todesmarsch“ auch durch Gebiete in der Lausitz und Ostsachsen getrieben wurden. Die in Berlin lebende kanadische Regisseurin besucht die heutigen Landstriche und sucht nach Spuren der Vergangenheit. Sie trifft auf verwitterte Gedenksteine und auf Hochburgen des Rechtsextremismus und spricht dort mit Menschen, denen sonst oft nicht zugehört wird. Der Film erzählt von Heimat und Verwurzelung und dem Verlust von beidem. Er zeigt, wie persönliche Erinnerungen und Traumata überschrieben und bei späteren Generationen wieder sichtbar werden können.

Die Schwarzweißaufnahme zeigt eine Frau, einen kleinen Jungen und einen Soldaten - das Foto wirkt wie eine Familienaufnahme.
Die Schwarzweißaufnahme zeigt eine Frau, einen kleinen Jungen und einen Soldaten - das Foto wirkt wie eine Familienaufnahme.
Waffenstillstand – Mein Sommer '45 in Dresden (Foto: ZDF)
1. September bis 30. September 2021: Waffenstillstand – Mein Sommer '45 in Dresden

R: Hans-Dieter Grabe, D 2019, Dok., 33‘
Der Dokumentarfilmregisseur Hans-Dieter Grabe erinnert sich des nicht nur für ihn besonderen und dramatischen Jahres 1945. Acht Jahre war er damals alt.
Für manche war der kommende Waffenstillstand undurchschaubarer und beunruhigender als der bisherige Krieg. Für viele aber wurde endlich der Frieden sichtbar. In Erinnerungsfragmenten vermittelt Hans-Dieter Grabe, wie er das Kriegsende erlebte.

kino2online: https://filmmuseum-potsdam.cinemalovers.de/

kino2online ist ein monatlich wechselndes Video-on-Demand-Angebot des Filmmuseums Potsdam. Die Anmeldung als Nutzer*in ist erforderlich. Filme können zu Preisen von 2,- bis 4,- Euro geliehen werden und stehen Nutzer*innen 48 Stunden lang zur Sichtung bereit. Kostenlose Beiträge wie Einführungen, Filmgespräche oder Trailer ergänzen das Angebot.