In Erinnerung an den "Tag von Potsdam"

"Düstere Vorahnungen" - Deutschland von 1933 bis 1935

Düstere Vorahnungen, Hentrich und Hentrich Verlag Berlin | Juluis H. Schoeps (© MMZ)

"Düstere Vorahnungen" - so lautet der Titel des neuesten Buches von Julius H. Schoeps, Historiker und Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam. Es wirft einen neuen und geschärften Blick auf die Anfangsjahre des Nationalsozialismus von 1933 bis 1935 vor allem aus der Perspektive der jüdischen Bevölkerung.

Am 18. März 2019 um 18 Uhr stellt Prof. Dr. Julius H. Schoeps im Gespräch mit Dr. Olaf Glöckner die Publikation in der Potsdamer Nikolaikirche vor. Zur Veranstaltung laden die Landeshauptstadt Potsdam und das Moses Mendelssohn Zentrum ein, um an den sogenannten Tag von Potsdam am 21. März 1933 zu erinnern. An diesem Tag wurde in der Potsdamer Garnisonkirche mit einem feierlichen Staatsakt der neu gewählte Reichstag eingeweiht, dem ein Gottesdienst für die evangelischen Abgeordneten in der Nikolaikirche und für die katholischen Abgeordneten in der Kirche St. Peter und Paul vorausging. Sehr schnell nach dem 21. März 1933 wurde der "Tag von Potsdam" als Schulterschluss von konservativem Traditionsbewusstsein und nationalsozialistischem Erneuerungswillen progagiert und auch so wahrgenommen. 

Entgegen der Perspektive der Täter sucht Schoeps mit seinem Buch Antworten auf die Fragen zu finden, wie die jüdische Bevölkerung die Ereignisse und den "Tag von Potsdam" im Speziellen wahrgenommen haben. Wie haben sie auf die systematische ausgrenzung reagiert? Sahen sie das kommen, was sich 1933 als "düstere Vorahnung" abzuzeichnen schien?
Mit der Buchbesprechung, die auch den Bogen in heutige politische Verhältnisse schlagen wird, soll auch ein neuer Blick auf den "Tag von Potsdam" geworfen werden, der bis heute kontrovers diskutiert wird.

Adresse: 
Nikolaikirche Potsdam
Am Alten Markt
14467 Potsdam
Deutschland