Bürgerversammlung zur Konkretisierung des Leitbautenkonzeptes

Integriertes Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte, Jan. 2010 (Sanierungsträger Potsdam, Grafik: A. Stadler)
Integriertes Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte, Jan. 2010 (Sanierungsträger Potsdam, Grafik: A. Stadler)
Integriertes Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte, Jan. 2010 (Sanierungsträger Potsdam, Grafik: A. Stadler)

Eine Bürgerversammlung zur Entwicklung der Potsdamer Mitte im Bereich des heutigen Fachhochschulgebäudes veranstaltet die Landeshauptstadt am Freitag, 1. Juli, um 17 Uhr im großen Hörsaal der FH am Alten Markt. „Die Potsdamerinnen und Potsdamer sind herzlich eingeladen, sich auf der Bürgerversammlung über die künftige Entwicklung des Areals unter dem Motto ‚Bauen für die Zukunft – Wohnen, Leben, Kultur und Arbeiten‘ zu informieren“, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs. Gemeinsam mit Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Stadterneuerung, wird er die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Pläne präsentieren. Das Wohnhaus Staudenhof und das Hotelhochhaus befinden sich außerhalb dieses Plangebietes und sind von den Entwicklungsplänen daher nicht betroffen.

Die Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am 1. Juni 2016 die Pläne für die Neugestaltung der Potsdamer Mitte zwischen Alter Markt und Platz der Einheit durch eine Konkretisierung des Leitbautenkonzeptes beschlossen. Damit sind die Art der Neubebauung, Verfahrensrichtlinien sowie konkrete Vorgaben zur Nutzung der Grundstücke festgeschrieben. Geplant ist auf dem circa 25.000 Quadratmeter großen Areal der Neubau von bis zu 40 Häusern entlang der Friedrich-Ebert-Straße, Alter Markt, Platz der Einheit/Am Kanal und der früheren Kaiserstraße sowie in den Innenhöfen. „Auf diesem wichtigen innerstädtischen Bereich zwischen Langer Brücke und Brandenburger Straße geht es um die Entwicklung neuer urbaner Innenstadtquartiere. Dazu gehören Wohnungen, kleine Läden, Restaurants, Cafés, Ateliers und Raum für Kunst und Kultur. Das Konzept möchten wir den Potsdamerinnen und Potsdamern bei der Veranstaltung vorstellen“, sagt Jann Jakobs. Fragen im Vorfeld der Bürgerversammlung können per E-Mail an PotsdamerMitte@rathaus.potsdam.de geschickt werden.

Bereits 2009 wurde im Sanierungsgebiet „Potsdamer Mitte“ die Friedrich-Ebert-Straße in diesem Bereich neugeordnet und zurückgebaut. Die dadurch zurück gewonnenen Flächen sollen in Quartiersstruktur orientiert am historischen Stadtgrundriss bebaut werden. Geplant ist die Errichtung von zwei attraktiven Innenstadtquartieren mit bis zu 40 Gebäuden, davon gemäß Leitbautenkonzept der Landeshauptstadt drei mit Nachbildung der historischen Fassade früherer Häuser. Das sind die Gebäude Schloßstraße Ecke Friedrich-Ebert-Straße (ehemals Plögerscher Gasthof), Am Alten Markt Ecke Schloßstraße sowie Schwertfegerstraße Ecke Kaiserstraße.
 
Dabei soll auch die Schwertfegerstraße wieder als direkte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Neuer Markt und Alter Markt/Nikolaikirche entstehen. Die künftige Nutzung der Häuser ist in sogenannten Gebäudepässen festgeschrieben. Dazu zählen vor allem Wohnungen, mindestens ein Drittel davon mietpreis- und belegungsgebunden, Büros, Ateliers und Läden im Erdgeschoss sowie Raum für Studentenwohnen, altersgerechtes Wohnen beziehungsweise Boardinghaus oder Hotel.
 
Verkauft werden sollen die Einzelgrundstücke in Form einer Konzeptvergabe. Der gebotene Kaufpreis ist also nicht das allein ausschlaggebende Kriterium bei der Verkaufsentscheidung, sondern die Qualität der abgegebenen Bebauungs- und Nutzungskonzepte. Durch dieses aufwändige Verfahren mit einer Jury aus 15 Personen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung sowie des Gestaltungsrates, soll erreicht werden, dass in diesem innerstädtischen Bereich tatsächlich preiswerter Wohnraum entsteht sowie Raum für Studenten, Ateliers wie auch barrierefreies und altersgerechtes Wohnen. Potsdam verzeichnet jedes Jahr zwischen 2000 und 4000 zusätzliche Einwohner. Allein in den beiden neuen Quartieren können nach ersten Modellrechnungen je nach künftiger Wohnungsgröße zwischen 300 bis 440 neue Wohnungen entstehen, davon 140 mietpreis- und belegungsgebunden.
 
Auf Teilflächen des Areals steht heute das Gebäude der Fachhochschule, das bereits im Zuge des Umbaus des Bildungsforums in einem Teil rückgebaut wurde. Mit dem Auszug der verbliebenen Fachhochschulbereiche im kommenden Jahr in den Campus Pappelallee steht das unsanierte Funktionsgebäude leer und soll abgerissen werden, um Platz für Neues zu schaffen.

Adresse: 
Grosser Hörsaal der Fachhochschule
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam
Deutschland