Die wichtigsten Fragen zum Umgang mit dem Corona-Virus

1. Wie ist die Landeshauptstadt Potsdam vorbereitet?
Das Gesundheitsamt Potsdam beobachtet die aktuellen Entwicklungen aufmerksam und steht in stetigem und direktem Austausch mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, den umliegenden Gesundheitsämtern, der Potsdamer Feuerwehr, dem Rettungsdienst sowie dem Klinikum Ernst-von-Bergmann und dem St. Josefs-Krankenhaus Potsdam. Die Landeshauptstadt Potsdam hat für den Ernstfall entsprechende Notfall- und Krisenpläne. Diese Pläne werden unter Berücksichtigung der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes und der aktuellen Lage angepasst und fortgeschrieben. In diesen Plänen ist detailliert geregelt, welche Behörden wann einbezogen werden. Momentan steht die Landeshauptstadt Potsdam auf der untersten Stufe, der Stufe 1 des Plans. Die Stufe sieht das sogenannte Containment, also das Eindämmen vor. Das bedeutet: Es wird alles versucht, dass sich die Erkrankung nicht weiterverbreitet. Auch die Kliniken haben Alarmpläne und sind in Krisenfällen in der Lage, über das normale Maß hinaus Personal zu akquirieren. Generell ist der Klinikstandort Potsdam sehr gut ausgestattet.

2. Was genau ist die Aufgabe des Potsdamer Gesundheitsamts bei einer Coronainfektion?
Primär geht es um die Unterbrechung der Infektionskette. Die Landeshauptstadt Potsdam ist der Allgemeinbevölkerung verpflichtet und Aufgabe ist es, die Bevölkerung zu schützen. Wenn es einen begründeten Verdachtsfall gäbe, ist die kommunale Aufgabe in erster Linie, Maßnahmen zu ergreifen, um die Weiterverbreitung zu unterbinden. Dazu gehört eine Umgebungsuntersuchung, Quarantäne, oder auch Tätigkeitsverbote. Diese Maßnahmen würden über einen Krisenstab koordiniert, entsprechend der Vorgaben aus dem Pandemieplan. Der Krisenstab wird lageabhängig und anlassbezogen einberufen. Je nach Art des Ernstfalls wird der Stab aus unterschiedlichen Funktionsträgern und Experten zusammengesetzt. Im Fall des Coronavirus würde er zusammenkommen, wenn der Oberbürgermeister nach Beratung durch den Geschäftsbereich Ordnung, Sicherheit und Gesundheit die Erfordernis sieht, dass die Bündelung aller Kräfte notwendig ist.

3. Wie handelt das Potsdamer Gesundheitsamt in einem Verdachtsfall?
Die Vorgehensweise ist eng an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts angelehnt: Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus feststellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Coronavirus-Meldepflichtverordnung melden. Auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Diese Angaben sind nötig, um die entsprechenden Personen zu kontaktieren und notwendige Maßnahmen (z.B. Isolierung des Patienten, Ermittlung von Kontaktpersonen) einzuleiten. Darüber hinaus werden die Informationen zu dem Fall im Gesundheitsamt erfasst und nichtnamentlich (also u.a. ohne Name, Adresse und Kontaktangaben) an die zuständigen Landesbehörden und von dort an das Robert Koch Institut (RKI) übermittelt.

4. Wie kann ich mich schützen?
Als wichtigste und effektivste Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung gelten die allgemeinen Empfehlungen zur Verhinderung von Atemwegsinfekten wie z.B. grippalen Infekten:

  • eine gute Handhygiene: Hände regelmäßig und gründlich waschen und nach dem Waschen Hände aus dem Gesicht fernhalten, Händeschütteln zur Begrüßung vermeiden
  • ein gesondertes Desinfektionsmittel ist nicht erforderlich, eine normale Flüssigseife ist für die Handyhygiene ausreichend
  • eine korrekte Hustenetikette: in die Armbeuge (und nicht in die Hand) Niesen und Husten, zum Schnäuzen am besten Papiertaschentücher benutzen und diese sofort entsorgen
  • das Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) zu krankheitsverdächtigen Personen

5. Wo erhalte ich aktuelle und weiterführende Informationen?
Ausführliche Informationen zum Coronavirus bietet das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Für telefonische Auskünfte wählen Sie bitte eine der folgenden Nummern:

  •  Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100
  •  Kassenärztlicher Notdienst: 116 117
  •  Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22

Sollte es zu einem begründeten Coronavirus-Verdachtsfall in Potsdam kommen, wird die Bevölkerung umgehend informiert. Dies erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und dem zuständigen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Hierfür wird ein anlassbezogenes individuelles Vorgehen gewählt.

Ihr Hausarzt ist Ihr erster Ansprechpartner, wenn Sie sich bei Ihren Erkältungssymptomen unsicher fühlen. Bitte rufen Sie ihn an und gehen nicht als ersten Schritt zur Praxis. Ihr Hausarzt entscheidet dann über die weiteren Maßnahmen. Über die oben angegebenen Telefonnummern können Sie sich tagesaktuell und umfangreich informieren. Bitte wenden Sie sich nur in Ausnahmefällen an die Rettungsstelle oder das Gesundheitsamt.