Der Fachbereich Wohnen, Arbeit und Integration informiert zu Corona

Wohnen in der Havelbucht (Foto: Dietmar Horn)
Wohnen in der Havelbucht (Foto: Dietmar Horn)
Wohnen in der Havelbucht (Foto: Dietmar Horn)

Die Corona-Krise hat auch Potsdam wirtschaftlich getroffen. Viele Potsdamerinnen und Potsdamer fragen sich, ob ihr Arbeitsplatz noch sicher ist; viele Potsdamer Freiberufler haben bereits jetzt kein Einkommen mehr. Die damit verbundenen Sorgen, ob die Miete für die Wohnung gezahlt werden kann, sind nachvollziehbar.

Wohngeld

Die besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit der aktuellen Krise machen sich verstärkt im Bereich Wohnen der Landeshauptstadt Potsdam bemerkbar: Der Bedarf an Beratungen ist hier enorm gestiegen, es gibt vermehrt Anfragen auf Unterstützung in Form von Wohngeld. Die Zahl derjenigen, welche Anspruch auf Wohngeld haben, hat sich vor diesem Hintergrund erhöht, auch wenn noch keine genauen Zahlen genannt werden können.

Gregor Jekel, Leiter des Bereiches Wohnen der Landeshauptstadt Potsdam, bittet Betroffene, die Hilfsangebote der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam zu nutzen. Einwohnerinnen und Einwohner, die Unterstützung für Mietzahlungen benötigen, können sich über folgenden Kontakt an die Wohngeldbehörde wenden:

Die Höhe der finanziellen Hilfe der Landeshauptstadt Potsdam ist abhängig vom Einzelfall. Grundsätzlich gewährt sie einen Zuschuss zur Miete, die vollständige Summe wird nicht übernommen. Für Hartz-IV-Empfänger ist das Jobcenter zuständig, es übernimmt die Miete vollständig. Beide Behörden stehen im engen Austausch.

Mit dem Stichtag 31. Dezember 2019 erhielten 1.300 Haushalte einen Mietzuschuss. Mit 50 Prozent bilden Rentnerinnen und Rentner die größte Bezugsgruppe, gefolgt von Studierenden und Azubis mit 10 Prozent. Ein knappes Viertel der Antragsteller sind Angestellte mit geringem Einkommen und Selbstständige mit etwa 4 Prozent. Bei den beiden zuletzt genannten Gruppen wird die Zahl der Anträge auf Unterstützung aufgrund der Corona-Krise stark ansteigen.

Unabhängig von der Krise wird das Wohngeld vom Bund und vom Land Brandenburg gezahlt. Die Landeshauptstadt Potsdam bearbeitet und bescheidet die Anträge. Die übliche Bearbeitungszeit eines Antrages liegt bei etwa vier Wochen. Durch den Angriff auf das IT-System der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsam zu Beginn des Jahres 2020 liegt die Bearbeitungszeit derzeit allerdings bei etwa sieben Wochen. Die Anträge werden generell priorisiert, Menschen in existentieller Not können mit einer schnelleren Bearbeitung rechnen.

Insgesamt dreizehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Wohngeldbehörde. Um die Gefahr der Ansteckung gering zu halten, arbeiten diese streng voneinander getrennt. Die Behörde ist „systemrelevant“. Im Notfall werden Verwaltungsmitarbeitende aus anderen Bereichen zur Unterstützung herangezogen. Die nahtlose Bearbeitung der Anträge ist somit gesichert.

Die Möglichkeit, Wohngeld zu erhalten, besteht übrigens nicht nur für Miethaushalte, sondern auch für selbstnutzende Wohnungseigentümer.

Miet- und Energieschulden

Über die Unterstützung für Mietzahlungen hinaus leistet der Fachbereich auch finanzielle Hilfen bei Miet- und Energieschulden. Normalerweise greift diese Hilfe bei ausgesprochener Kündigung durch den Vermieter. Mit Blick auf die aktuelle Notlage prüft die Behörde, ob diese Regelung auf Betroffene ausgeweitet werden kann, denen noch nicht gekündigt wurde. Das würde das vom Gesetzgeber erlassene Zwangsräumungsverbot ergänzen.

Wenn keine Möglichkeit mehr besteht, die Wohnung durch eigenes Einkommen und Vermögen oder die Stundung durch den Vermieter zu halten, kann die Landeshauptstadt Potsdam den Betroffenen ein zinsloses Darlehen gewähren. Diese Möglichkeit bietet die Potsdamer Verwaltung unabhängig von der aktuellen Krise an. Die Rückerstattung der Darlehen erfolgt in sozialverträglichen, kleinen Raten, die über mehrere Jahre gestreckt werden. In der Regel wird pro Haushalt ein niedriger vierstelliger Betrag als Darlehen gewährt.

Ähnlich würde der von der Politik diskutierte Wohnfonds zum Schutz von Mietern in der Corona-Krise funktionieren. Im Sozialgesetzbuch XII ist dieses Instrument – enger gefasst – bereits vorhanden. Miethaushalte, die von Mietschulden betroffen sind und deren Einkommen nachweislich weggebrochen sind, können sich zur Beratung über folgenden Kontakt an die Arbeitsgruppe Soziale Wohnhilfen wenden:

Das Beratungsangebot gilt auch für Vermieter.

Telefonische Terminvergabe

Für persönliche Termine wird der Sprechtagsbetrieb in der Behlertstraße 3a ab dem 18. Mai 2020 auf Terminvergaben - an den bisherigen Sprechtagen Dienstag und Donnerstag - umgestellt. Dazu können die bereits seit 17. März 2020 geltenden Telefonnummern weiter genutzt werden:

  • Soziale Wohnhilfen (Miet- und Energieschulden, Kündigungen, Räumungsklagen Zwangsräumungen)           0331/289-2680
  • Unterbringung Wohnungsloser und Geflüchteter             0331/289-2448
  • Wohnberechtigungsscheine, Benennungen, Angemessenheitsprüfung von Wohnungsangeboten                   0331/289-2694
  • Wohngeld     0331/289-3907

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