Baukeramik und Klinker: Größe/Maße: ca. 1,90m (H) x 2,75 (B) ohne Klinkermauerwerk und Einzelteil; Gesamtbreite ca. 6,00m

Schmuckmauer, Egon-Igor Wrobel, 1973

Schmuckmauer (© Dirk Alexander Schermer)
Schmuckmauer (© Dirk Alexander Schermer)
Schmuckmauer (© Dirk Alexander Schermer)

Zwischen Pavillon und Pergola am Ufer der Alten Fahrt steht die 1973 errichtete Schmuckmauer von Egon-Igor Wrobel (*1939). Anlass dieser Aufstellung waren die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Sommer desselben Jahres. Die unter dem heutigen Namen bezeichnete Schmuckmauer war ursprünglich die Diplomarbeit des Künstlers (1967) und als Auftragsarbeit für ein Hotel im Badeort Jūrmala bei Riga als Freiraum-Trennwand gedacht. Nachdem dieses Kunstobjekt als zu teuer abgelehnt wurde, konnte es auf Vorschlag des Künstlers in abgewandelter Form neben dem neu errichteten Pavillon auf der Freundschaftsinsel errichtet werden.

Die Schmuckmauer setzt sich aus verschiedenen Abschnitten zusammen. Der Mittelteil besteht aus in drei Schichten aufeinandergesetzten Keramikelementen. Diese Bausteine haben einen spannungsreichen Grundriss, konkav und konvex, mit Aussparungen und Verdrehungen, wodurch sich verschiedene Ansichten und Durchblicke ergeben. Eine wellenförmige und teils aufgerissen wirkende Gestaltung erinnert an den ursprünglich gedachten Aufstellungsort an der See, passt aber durchaus zum neuen Standort am Fluss. Der Mittelteil wird zu beiden Seiten von gemauerten Wänden aus flächig vermauerten und genormten Klinkern flankiert, wobei die linke Seite die Höhe der Keramikwand weiterführt, hingegen ist die rechts anschließende Wand um fast die Hälfte der Höhe reduziert. Die Schmuckmauer wird rechts außen durch zwei aufeinandergestellte Keramikelemente abgeschlossen, welche wiederum die Formen des Mittelteils wiederholen. Die gesamte Wandgestaltung fasst die kleine Platzfläche zwischen Pavillon und Pergola und schließt diese zum Ufer hin räumlich ab.

Das Prinzip des sich wiederholenden aber variabel einsetzbaren, künstlerisch gestalteten Serienproduktes Keramik zeigt jene Bauhauseinflüsse, die Egon-Igor Wrobel durch Karl Müller (1888-1972) in seiner Ausbildung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle in den 1960er Jahren erhielt. Egon-Igor Wrobel zeigt mit seiner Schmuckmauer, wie er durch eine reduzierte aber fantasievolle Gestaltung kontrastvolle Zustände in Ton schafft, ein Wechselspiel aus unterschiedlichen Flächen und Formen erzeugt und somit die Mauer aus Eintönigkeit und Uniformität kunstvoll durchbricht.

Adresse: 
Freundschaftsinsel
Lange Brücke
14467 Potsdam
Deutschland