Pressemitteilung Nr. 738 vom 12.12.2007

Das ehemalige RAW-Gelände wird durch die Unternehmensgruppe Semmelhaack erschlossen

Ausgangssituation
Das Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) liegt in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Hauptbahnhof und zum Busbahnhof an der Friedrich-Engels-Straße. Das Grundstück ist mit diversen Gebäuden bebaut, die für den Betrieb des RAW notwendig waren, jetzt nicht mehr genutzt werden und auch zeitgemäßen Ansprüchen für eine neue Nutzung nicht mehr genügen. Das RAW ist seit 1999 stillgelegt, das Gelände liegt seit dem Jahr 2002 brach.

Geplante Nutzungen
Die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam hat in ihrer Sitzung am 10. Oktober 2007 die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 103 „Ehemaliges RAW-Gelände Friedrich-Engels-Straße" beschlossen.

Ziel der Planung ist die Entwicklung der Fläche zu einem innenstadtnahen, attraktiven Gewerbe-, Hotel-, Ausstellungs- und Wohnstandort. Diese geplante Nutzung korrespondiert sowohl mit dem Standort des Geländes als auch mit der vorhandenen Büronutzung im näheren und weiteren Umfeld. Der Bebauungsplan ist auf die Wiedernutzbarmachung von Flächen ausgerichtet. Das brachgefallene ehemalige RAW-Gelände soll wieder Funktionen für das stadträumliche Gefüge übernehmen.

Das Gelände in Größe von ca. 85.000 qm wurde durch die Unternehmensgruppe Semmelhaack mit Sitz in Elmshorn und Potsdam gekauft um die Fläche einer neuen Nutzung zuzuführen und zu einem attraktiven und lebendigen Stadtquartier zu entwickeln, wie es der exponierten Lage im Stadtgebiet entspricht..) Von den vorhandenen Gebäuden soll die unter Denkmalschutz stehende sogenannte „Neue Halle" erhalten bleiben und eine neue Nutzung als Ausstellungs- und Messehalle erhalten.


Im Einzelnen sind folgende Nutzungen vorgesehen:

Teil 1 Wohnungsbau
Im westlichen Teilbereich wird auf ca. einem Drittel der Fläche die Errichtung von Kleinwohnungen (Studentisches Wohnen, Seniorenwohnen, Service-Wohnen) angestrebt. Diese Fläche bietet sich für diese Wohnform aufgrund der Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zum Stadtzentrum in besonderer Weise an.

Teil 2 Hotel und Boardinghouse
Östlich angrenzend an die Wohnbebauung sollen ein Hotel und ein Boardinghouse (Service-Wohnen) geschaffen werden. Das Hotel mit ca. 120 Zimmern soll im preisgünstigen Bereich angesiedelt werden. Zielgruppe sind insbesondere Langzeitgäste bzw. Gäste, die sich beruflich vorübergehend in Potsdam aufhalten. In Kombination mit dem Service-Wohnen mit ca. 70 Appartements wird hier eine Wohnform angeboten, die für Mitarbeiter und Gäste der umliegenden Gewerbebetriebe je nach Verweildauer in Potsdam und Servicebedürfnis eine ideale Ergänzung zu klassischen Wohnformen darstellt.

Teil 3 Handwerkerhof und Gewerbe
Östlich an diese Fläche schließen Grundstücke für einen Handwerkerhof, Handwerksbetriebe, Kleingewerbe und sonstige Gewerbebetriebe an. Parkplätze können hier ebenfalls in ausreichendem Maße vorgesehen werden. Aufgrund der Nutzbarmachung dieser Gewerbeflächen ist davon auszugehen, dass hier in den nächsten Jahren viele Arbeitsplätze entstehen werden.

Teil 4 Nutzung der denkmalgeschützten „Neuen Halle" als Messehalle
Die „Neue Halle" ist nach notwendiger denkmalgerechter Sanierung als ständige Messehalle vorgesehen. Damit erhält Potsdam zentrumsnah und durch öffentliche Verkehrsmittel bestens erschlossen eine Messe- und Ausstellungshalle, in der unterschiedliche Themenmessen und Ausstellungen stattfinden können. Ergänzt um ein gastronomisches Angebot sowie wechselnde Veranstaltungen wird hier ein weiteres attraktives Angebot geschaffen, das zu urbanem Leben in diesem Quartier beiträgt.

Bebauungsplanverfahren

Für das Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes wird ein Bebauungsplan aufgestellt, der, aufbauend auf dem der Stadtverordnetenversammlung zum Aufstellungsbeschluss vorliegenden städtebaulichen Masterplan, u.a. die zulässigen Nutzungen, die Bebauungsdichte sowie die Begrünung des Gebietes regeln wird. Wegen des in der Stadt vorliegenden Bedarfes an Wohnungen und des großen Interesses an der Wiedernutzbarmachung dieser innerstädtischen Brachfläche soll der Bebauungsplan in einem „beschleunigten Verfahren" durchgeführt werden. Grundlage dafür sind die für die Wiedernutzbarmachung von Flächen mit aufgegebenen Nutzungen im Baugesetzbuch verankerten Vorschriften. Im Winter 2007/Frühjahr 2008 sollen gleichwohl die üblichen Beteiligungsverfahren der Bürger und Behörden durchgeführt und ausgewertet werden, so dass unter günstigen Bedingungen die Erteilung von Baugenehmigungen im Frühsommer 2008 denkbar wäre.

Vorbereitung der Bebauung

Im ersten Schritt soll mit dem Bau der Wohnungen und der Sanierung der Messehalle begonnen werden. Die Erschließung des Geländes mit Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Straßen und Wegen wird durch die Unternehmensgruppe Semmelhaack durchgeführt, sobald die planerischen Voraussetzungen hierfür vorliegen. Mit einem Beginn der Abbrucharbeiten ist im Frühjahr 2008 zu rechnen. Der Abbruch und die Beräumung des Geländes wird durch ein Boden- und Entsorgungsmanagement eines auf Altlasten spezialisierten Ingenieurbüros in Abstimmung mit den zuständigen Behörden durchgeführt, um sicherzustellen, dass auf dem Gelände vorhandene Schadstoffe und Kontaminationen ordnungsgemäß entsorgt werden. Die vorgesehenen Begrünungsmaßnahmen werden abschnittsweise im Zuge der Bebauung realisiert.

Insgesamt sollen auf dem Gelände ca. 600 Wohnungen entstehen. Unter den begrünten Innenhöfen sowie unter den Gebäuden werden Tiefgaragen gebaut, so dass Stellplätze in ausreichender Anzahl angeboten werden können. In Zusammenarbeit mit einem Schallgutachter wurden architektonische Lösungen entwickelt, die sicherstellen, dass trotz der Nähe zur Bahn und zur Friedrich-Engels-Straße durch entsprechende Schallschutzmaßnahmen und Baukörperstellungen die Schallschutzanforderungen für Wohnungsbau eingehalten werden und ruhige Wohnbereiche entstehen. Auch im Wohnumfeld entstehen durch die abgeschirmten Innenhöfe und Grünanlagen ruhige begrünte Freiflächen, die zu einem attraktiven Wohnquartier beitragen und eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen.

Bei der Bebauung wird insbesondere Wert auf eine ökologische Bauweise gelegt. Durch eine hohe Wärmedämmung und die konsequente Ausrichtung auf Energieeinsparung bereits in der Planungsphase wird der Energiebedarf minimiert. Ebenso wird der Einsatz eines Blockheizkraftwerkes bzw. alternativer Energieträger angestrebt, um den hohen ökologischen Anspruch an dieses innerstädtische Quartier zu gewährleisten.

Parallel zur Wohnbebauung wird mit der Sanierung der denkmalgeschützten „Neuen Halle" begonnen, um hier eine attraktive Messe- und Ausstellungshalle zu schaffen. Für die Besucher der Messehalle soll ein Fußweg vom Bahnhof, vom Busbahnhof und vom geplanten Hotel gebaut werden, der teilweise überdacht wird und durch begrünte Bereiche entlang der Friedrich-Engels-Straße führt. Stellplätze für Besucher der Messehalle werden auf der Seite der Eisenbahn geschaffen.

Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird auf der brachgefallenen Bahnbetriebsfläche ein lebendiges Stadtquartier entstanden sein, das für Bewohner und Gewerbetreibende sowie Besucher und Gäste eine hohe Aufenthaltsqualität bietet.

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