Potsdam eröffnet Häuser in Berliner Vorstadt und An den Kopfweiden / Leichtbau-Module auf Grundstücken in Babelsberg, Drewitz und weiteren Stadtteilen aufstellen
Pressemitteilung Nr. 539 vom 09.09.2015

Landeshauptstadt schafft mehr Unterkünfte für Flüchtlinge

Mit den besten Wünschen von syrischen Flüchtlingen: „Wir wünschen Euch Frieden und Gesundheit!“ Foto: CARE/Merlin Kegel
Mit den besten Wünschen von syrischen Flüchtlingen: „Wir wünschen Euch Frieden und Gesundheit!“ Foto: CARE/Merlin Kegel
Mit den besten Wünschen von syrischen Flüchtlingen: „Wir wünschen Euch Frieden und Gesundheit!“ Foto: CARE/Merlin Kegel

Die Landeshauptstadt wird in den kommenden Wochen die Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen erweitern. Bislang stehen zehn Unterkünften mit 815 Plätzen zur Verfügung – in den kommenden Monaten werden mehr als 700 neue Plätze geschaffen. Dafür werden in einem ersten Schritt die bestehenden Unterkünfte samt Notbetten voll ausgelastet, Zimmer in Pensionen angemietet, weitere 41 Wohnungen der städtischen Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam belegt, neue Unterkünfte in der Berliner Straße 79 und An den Kopfweiden eröffnet sowie die Preußenhalle in Groß Glienicke als Notunterkunft für 75 bis 100 Menschen vorbereitet. Zudem werden weitere Möglichkeiten wie die Anmietung von beispielsweise Schiffs-Pensionen sowie das Aufstellen von Leichtbau-Modulen auf verschiedenen Grundstücken in Babelsberg, Drewitz und anderen Stadtteilen als Notunterkünfte vorbereitet.

Oberbürgermeister Jann Jakobs: „Wir werden ein Bündel aus kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Maßnahmen ergreifen. Ziel ist es weiterhin, Zelte und Schulturnhallen zur Unterbringung zu vermeiden und die Menschen dezentral in der Stadt zu verteilen. Dennoch müssen wir für weiter steigende Zuweisungen vorbereitet sein. Mit der zunehmenden Zahl von Geflüchteten und Asylsuchenden nimmt in Potsdam erfreulicherweise auch die Bereitschaft zu, sich persönlich zu engagieren und mit Sachspenden zu unterstützen. Ich bedanke mich bei allen Potsdamerinnen und Potsdamern für diese große Hilfsbereitschaft.

Elona Müller-Preinesberger, Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Umwelt, sagt: „Wir sind vom Ministerium in dieser Woche aufgefordert worden, den Notfallplan in Kraft zu setzen. Wir werden alles tun, um den Menschen eine Integration vom ersten Tag an zu ermöglichen“, so die Beigeordnete. Weitere Unterkünfte, die möglichst bald eröffnen sollen, sind ein Haus in der Berliner Straße 136 sowie eine bisherige Gewerbeimmobilie im Handelshof.

Potsdam wird in diesem Jahr mehr als 1600 Menschen aufnehmen, etwa 900 müssen bis Ende des Jahres noch untergebracht werden. Aufgrund der neuen Herausforderungen ist verwaltungsintern eine Task Force Flüchtlinge unter Leitung von Frank Thomann, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales, gegründet worden. Die Arbeitsgruppe muss jede Woche Oberbürgermeister Jann Jakobs sowie der Beigeordnete Elona Müller-Preinesberger über aktuelle Ergebnisse der Arbeit berichten. Der Oberbürgermeister schlägt den Stadtverordneten zudem die Einberufung eines zeitweiligen Ausschusses für Flüchtlingsangelegenheiten vor. In diesem sollen Mitglieder aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sitzen.

Um die Flüchtlingsbetreuung durch die Verwaltung sicherstellen zu können, sollen in einem ersten Schritt ab dem kommenden Jahr 32 neue Stellen geschaffen werden. Auch das Jugendamt bereitet sich auf die Gesetzesänderung ab dem kommenden Jahr vor. Demnach werden mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Potsdam erwartet.