Pressemitteilung Nr. 23 vom 14.01.2015

Neuer Statistikbericht der Landeshauptstadt stellt Situation von Migrantinnen und Migranten in den Mittelpunkt

Infotag für berufliche Integration (© Landeshauptstadt Potsdam)
Infotag für berufliche Integration (© Landeshauptstadt Potsdam)
Infotag für berufliche Integration (© Landeshauptstadt Potsdam)

Die Landeshauptstadt Potsdam hat heute ihren neuen statistischen Bericht „Ausländer in der Landeshauptstadt Potsdam 2013 und die Migrantenbeiratswahl 2014“ vorgestellt. Anlass für die Publikation, in der die Situation von Ausländern in Potsdam anhand von umfangreichem Zahlen- und Datenmaterial dargestellt ist, war die Migrantenbeiratswahl, die 2014 zeitgleich mit den Europa- und Kommunalwahlen stattgefunden hat. Der Beirat vertritt die Interessen der in Potsdam lebenden Menschen mit Migrationshintergrund. Neben der Darstellung der Wahlergebnisse informiert der Bericht über die fünf vorangegangenen Migrantenbeiratswahlen. Den Schwerpunkt bilden aber zahlreiche Statistiken, die umfassend über die Lebenssituation von Ausländern teilweise in langen Zeitreihen ab Beginn der 1990er-Jahre informieren.

Seit 1991 ist die Zahl der Ausländer in Potsdam von 1108 auf 7778 im Jahr 2013 gestiegen. Waren es zunächst Männer, die überwiegend nach Potsdam zogen, so hat sich ab 2009 der Männerüberschuss in einen Frauenüberschuss gewandelt. Der Ausländeranteil ist in diesem Zeitraum von 0,8 Prozent auf 4,8 Prozent gestiegen. „Das ist im Vergleich zu anderen Brandenburger Städten ein hoher Anteil, jedoch stellt er im Vergleich zu westdeutschen Städten einen niedrigen Wert dar“, sagt Dr. Matthias Förster vom Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Potsdam.

In der Publikation werden auch die Ergebnisse der Bürgerumfrage zur Lebenszufriedenheit der Potsdamerinnen und Potsdamer vom Mai 2013 dargestellt. „Diese sind besonders erfreulich, denn die Auswertung offenbart ein positives Meinungsbild eines Großteils der Potsdamer, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund zum Beispiel zu Fragen nach dem Sicherheitsgefühl, der empfundenen Toleranz und der Einschätzung der persönlichen Zukunft“,
sagt die Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam, Magdolna
Grasnick. „Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass die Einschätzungen der Potsdamer mit Migrationshintergrund oft positiver sind als von Befragungsteilnehmenden ohne Migrationshintergrund.“

Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist der Anteil der Potsdamerinnen und Potsdamer mit einem ausländischen Pass im berufsbildenden Alter von 18 bis unter 24 Jahre mit 9,6 Prozent besonders groß. So beträgt in Potsdam der Anteil der ausländischen Studierenden an allen Studierenden 10,3 Prozent – mit wachsender Tendenz. Mit 8 Prozent ebenfalls hoch ist der Anteil der Ausländer an denjenigen, die einen zweiten Bildungsweg nehmen. „Diese Zahlen spiegeln wider, dass viele zugewanderte junge Erwachsene danach streben, in Deutschland Bildungs- und Schulabschlüsse zu erlangen“, so die Integrationsbeauftragte.
Die schulpflichtigen nichtdeutschen Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe sind mit
2,8 Prozent an Oberschulen, mit 2,2 Prozent an Gesamtschulen und mit 2,0 Prozent an Gymnasien vertreten.

Während bei den Deutschen 60 Prozent bezogen auf alle Deutschen im erwerbsfähigen Alter einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, sind es bei den Ausländern nur 31,8 Prozent. Eine ähnliche Relation zeigt der Anteil der Arbeitslosen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Bei den Deutschen beträgt dieser Anteil 5,7 Prozent, bei den Ausländern ist dieser mit 10,2 Prozent fast doppelt so groß. „Das macht deutlich, dass ein Bedarf an Maßnahmen für fördernde Arbeitsmarktintegration von ausländischen Einwohnern besteht“, so Magdolna Grasnick. Aus ihrer Sicht erfreulich ist, dass der Anteil der Arbeitslosen im jugendlichen Alter von 15 bis unter 25 Jahren bei den Ausländern mit 3,2 Prozent niedriger als bei den Deutschen mit 3,5 Prozent ist.

Der aktuelle statistische Bericht gibt auch Auskunft über die Herkunft und die Wohnorte der in Potsdam lebenden Migranten. Die Hauptherkunftsländer der Potsdamer Zugewanderten sind die Russische Föderation, die Ukraine, Polen und Vietnam. Die meisten Potsdamer mit einem ausländischen Pass leben in den Stadtteilen am Schlaatz mit 12,6 Prozent, in Eiche mit 9,4 Prozent, in Golm mit 8,6 Prozent und in Drewitz mit 8,5 Prozent. „Am Standort der Universität Potsdam nahe Eiche und in Golm leben viele ausländische Studierende vor allem in Studentenwohnheimen. Im Schlaatz befindet sich eine Gemeinschaftsunterkunft für ausländische Flüchtlinge. Außerdem ist im Schlaatz und in Drewitz noch bezahlbarer Wohnraum zu finden“, so Magdolna Grasnick.

Die aktuellen Daten vom Jahresende 2014 zeigen, dass im Jahr 2014 die Potsdamer Bevölkerung um 2571 Einwohner auf 163 668 Einwohner zugenommen hat. „Dieser besonders starke Zuwachs ist auch auf die große Zahl an zugezogenen Ausländern zurückzuführen. Nunmehr leben 8617 Ausländer in Potsdam - 839 mehr als zum Jahresende 2013. Der Ausländeranteil stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent“, so Dr. Matthias Förster.