Statistik zeigt: Potsdam punktet mit vielen Kindern, Studenten und Beschäftigten
Pressemitteilung Nr. 198 vom 02.04.2015

Potsdam schneidet im Vergleich der Landeshauptstädte gut ab

Brandenburger Tor. (© Barbara Plate)
Brandenburger Tor. (© Barbara Plate)
Brandenburger Tor. (© Barbara Plate)

Potsdam schneidet im Vergleich der 16 Landeshauptstädte, insbesondere aber im Vergleich mit den fünf ostdeutschen Hauptstädten und Berlin, auch im Jahr 2013 gut ab. Das zeigt der jetzt veröffentlichte Bericht „Die Landeshauptstädte der Bundesrepublik Deutschland im statistischen Vergleich 2013“, den die Landeshauptstadt Potsdam heute vorgestellt hat. „Die Zahlen zeigen die positive Entwicklung unserer Stadt in vielen Punkten. So liegt Potsdam bei den wachsenden Landeshauptstädten auf Rang 3 – nicht nur, weil hier viele Kinder geboren werden, sondern auch, weil es viele Studierende und Berufstätige hierher zieht. Das ist besonders erfreulich, denn es zeigt, dass sich Menschen in unserer Stadt wohl fühlen und hier ihre Heimat sehen“, sagt Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs.

Seit nunmehr 15 Jahren verzeichnet Potsdam ein stabiles Wachstum der Bevölkerungszahl. Ende 2013 lebten hier 161 097 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit hatte Potsdam 2 030 Einwohner mehr als vor einem Jahr. Das ist eine Steigerung um 1,3 Prozent – die drittgrößte Steigerungsrate aller Hauptstädte nach München (1,8 Prozent) und Berlin (1,4 Prozent). Ende 2014 lebten in Potsdam 163 668 Einwohner, also nochmals 2 571 Einwohner mehr als 2013. „Diese Entwicklung wird insbesondere durch die guten demographischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Potsdam unterstützt. Außerdem wirkte es sich aus, dass 2014 die Zahl der ausländischen Einwohner um 839 Personen zugenommen hat, so dass nun 8 617 Ausländer in Potsdam leben“, sagt die Leiterin des Bereichs Statistik und Wahlen, Heike Gumz.

Potsdam zählt zu den jüngsten Landeshauptstädten: Mit durchschnittlich 42,5 Jahren ist Pots-dam nach Mainz (41,1), München (41,3), Kiel (41,5) und Stuttgart (42,1) die fünftjüngste Landeshauptstadt. Allerdings hat sich das Durchschnittsalter in Potsdam geringfügig um 0,1 Jahre erhöht, während in der Mehrzahl der Landeshauptstädte das Durchschnittsalter sank oder konstant blieb. Potsdams Geburtenrate von 10,6 Geburten je 1 000 der Bevölkerung ist nach der von Dresden (11,3 je Tausend) und München (10,9 je Tausend) die dritthöchste. Da die Sterberate mit 9,2 Gestorbenen je 1 000 Einwohner im Vergleich relativ klein ist, hat Potsdam nach München das zweitgrößte natürliche Bevölkerungswachstum.

Fast die Hälfte aller Landeshauptstädte wuchs ebenfalls auch dadurch, dass mehr Kinder geboren wurden, als Einwohner starben. 2013 ist in Potsdam im Vergleich zu 2012 die Geburtenrate leicht gesunken (2012 lag sie bei 10,9 je Tausend). Die seit Jahren hohe Geburtenrate bewirkt, dass Potsdam anteilsmäßig mit 11,8 Prozent die größte Zahl an Kindern im Alter von unter 12 Jahren besitzt, gefolgt von Dresden (11,2 Prozent) und Wiesbaden (11,1 Prozent). „Trotz dieser großen Kinderzahl hat Potsdam mit einer Besuchsquote von 77,3 Prozent den größten Betreuungsgrad in der Kindertagesbetreuung für das Alter von 0 bis unter 12 Jahre“, betonte Dr. Matthias Förster vom Bereich Statistik und Wahlen, der den Bericht für die Landes-hauptstadt Potsdam bearbeitet hat.

Allen Hauptstädten ist gemein, dass in den letzten zehn Jahren der Anteil der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter bedeutend gestiegen ist – im Osten stärker als im Westen. Bis auf Potsdam (19,7 Prozent) haben nun alle ostdeutschen Landeshauptstädte sowie Bremen in dieser Altersgruppe einen Anteil, der über 21 Prozent liegt.

Seit dem Jahr 2000 hat Potsdam in der außerstädtischen Wanderung positive Salden zu verzeichnen. Dieser Trend setzte sich 2013 mit 10 341 Zuzügen und  8 630 Wegzügen fort. Der Wanderungsgewinn war mit 10,6 Personen bezogen auf 1 000 Einwohner der viertgrößte räumliche Bevölkerungszuwachs aller Landeshauptstädte.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Potsdam hat sich 2013 geringfügig vergrößert. Er beträgt 4,8 Prozent (2012: 4,6 Prozent) und liegt nun bei der höchsten Quote der ostdeutschen Hauptstädte. Allerdings haben die westdeutschen Landeshauptstädte im Vergleich dazu deutlich mehr ausländische Einwohner. Hier liegt der Anteil zwischen 8,3 Prozent in Kiel und 25,4 Prozent in München. In Potsdam liegt auch die aktuelle Ausländerquote von 2014 schon vor: Sie stieg weiter um 0,5 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Erwerbstätigen im Jahr 2012 war in den westdeutschen Hauptstädten deutlich größer als in den ostdeutschen. So war das Ergebnis von München oder Düsseldorf mit rund 82 700 Euro fast doppelt so groß, wie das von Potsdam mit 49 100 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen bis auf Kiel beim BIP alle Landeshauptstädte eine positive Entwicklung. Die Beschäftigungssituation hat sich bis auf Magdeburg und Schwerin in allen Landeshauptstädten verbessert. Im Jahr 2013 hatte Stuttgart mit 2,8 Prozent die größte Steigerungsrate an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aller Landeshauptstädte. In Potsdam arbeiteten 2013 circa 76 900 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Wird die Beschäftigungssituation nach dem Wohnort betrachtet, so besitzen in Potsdam 38,6 Prozent aller Einwohner eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das ist der zweithöchste Wert aller Landeshauptstädte nach München (38,8 Prozent) und vor Stuttgart (38,4 Prozent). Potsdam ist die Landeshauptstadt, die unter allen Hauptstädten den kleinsten Beschäftigtenanteil im verarbeitenden Gewerbe (2,3 Prozent) und den zweitkleinsten im Handel (10,0 Prozent), aber den größten Beschäftigtenanteil bei Kunst, Unterhaltung und Erholung hat. Bei Erziehung und Unterricht ist der Beschäftigtenanteil in Potsdam nach Dresden und bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen nach Magdeburg der zweithöchste Anteil.

Nach wie vor existieren zwischen Ost und West große Unterschiede in Punkto Arbeitsplätze. Im Baugewerbe, bei der Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen, in der Öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung sowie bei Erziehung und Unterricht sind die Beschäftigtenanteile in den ostdeutschen Hauptstädten tendenziell höher als in den westdeutschen Städten. Dagegen haben die westdeutschen Hauptstädte höhere Beschäftigtenanteile im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern, nicht ganz so dominant bei Information und Kommunikation und bei der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen.

Potsdam ist ein wichtiger Arbeitsstandort für das Umland und Berlin. „Werden die circa 46 200 Einpendler an den Beschäftigten des Arbeitsortes Potsdam (circa 76 900) gemessen, wird deutlich, dass mit 59,5 Prozent weit über die Hälfte der Arbeitsplätze in Potsdam durch Einpendler in Anspruch genommen werden. Im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten ist dies der fünfthöchste Wert und unterstreicht die Bedeutung Potsdams als Arbeitsort für das Umland“, so Dr. Förster. Andererseits hatte Potsdam mit einem Anteil von 28,5 Prozent Auspendler an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter den größten Auspendleranteil vor Mainz (25,3 Prozent) und Wiesbaden (23,9 Prozent). Es arbeiten also sehr viele Potsdamer außerhalb, zum Beispiel in Berlin und im Umland.

Die Arbeitslosenquote in Potsdam ist im Vergleich zum Vorjahr (2012) wie in der Mehrzahl der westdeutschen Hauptstädte geringfügig gestiegen. In den anderen ostdeutschen Haupt-städten sank allerdings die Arbeitslosenquote. Potsdam hat nach wie vor unter den ostdeutschen Hauptstädten mit 7,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Nur München, Stuttgart, Mainz und Wiesbaden hatten 2013 eine geringere Arbeitslosigkeit. Hinsichtlich der kleinsten Quote an Arbeitslosengeld-II-Empfängern je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter nahm Potsdam sogar den 4. Rang ein vor allen anderen ostdeutschen Landeshauptstädten und nach München, Stuttgart und Mainz.

In Potsdam studieren circa 24 100 junge Menschen. Potsdam besitzt nach Mainz die zweit-höchste Zahl an Studierenden je 1 000 Einwohner (150 Studierende pro 1 000 Einwohner).

Die Zahl der in den Hauptstädten erfassten Fälle krimineller Handlungen nahm in 10 der 16 Hauptstädte im Vergleich zum Vorjahr zu. In Potsdam ist die Anzahl der Fälle bezogen auf 1 000 Einwohner auf 102 (Vorjahr 99) gestiegen. Damit gehört Potsdam zu den Hauptstädten mit einer niedrigen Kriminalitätsrate, die niedrigste unter den ostdeutschen Hauptstädten.

Der Bericht zum Vergleich der Landeshauptstädte wird seit 1995 jährlich von der städtischen Statistikstelle herausgegeben. Der Hauptstadtvergleich steht im Internet zur Verfügung (www.postdam.de/statistik) oder ist im Bereich Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt in gedruckter Form erhältlich.