Ein Sportpark für alle

12. Mai 2013

Liebe Potsdamerinnen und liebe Potsdamer,

kennen Sie den Potsdamer Sportpark Luftschiffhafen? Seit 80 Jahren wird das Gelände als Sportpark genutzt. War es anfangs ein Gelände mit Stadion für 13.000 Zuschauer, Regattastrecke, Freibad, Fußball- und Hockeyplätze, eine Festhalle, eine Kleinkaliber-Schießanlage, Bootshäuser, einen Yachthafen, sowie Spielplätze und Gaststätten für Jedermann, so blieb es während der DDR-Zeit nur wenigen vorbehalten, dort zu trainieren. Inzwischen ist der Mix aus Sport und Freizeitvergnügen für alle wieder möglich und wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Ich freue mich, dass wir in dieser Woche den Grundstein für ein Wohnheim-Ersatzhaus legen. Das zeigt: Es geht voran.

Jahrelang haben wir in der Stadt auf die Entwicklung des Areals gewartet, doch erst der neueste Masterplan und die Übergabe des Areals an die Luftschiffhafen GmbH als Betreiberfirma waren der Durchbruch. Viel ist in den vergangenen vier Jahren vollendet und ausgebaut worden, was Jahre zuvor mit den Planungen begonnen hat. Sei es die Errichtung einer Mehrzwecksporthalle, der Bau neuer Fußballanlagen, ein Vereinshaus, die Sanierung des Olympiastützpunktes sowie nun eben der Beginn eines neues Wohnheims für Schüler der Eliteschule des Sports. Was allein nach Leistungssportförderung und Kaderschmiede klingt, ist in Wirklichkeit viel mehr. Es ist ein Sportpark für die Mitglieder der Potsdamer Sportvereine, der in den kommenden Jahren mit weiteren Sportstätten, Wohnungen, Übernachtungsmöglichkeiten für deutsche Top-Athleten, einem Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer in der dann sanierten Villa Carlshagen, Parkhaus sowie Büros ergänzt wird. Es ist ein parkähnliches Sport- und Freizeitareal für Jedermann, in dessen Entwicklung viel Geld und Engagement investiert wird.

Immer wieder wird der Vorwurf laut, das Gelände ist allein einem elitären Kreis vorbehalten. Viel Geld für wenige Nutzer. Falsch. Wer das immer wieder behauptet kennt die Realität nicht oder verdreht sie absichtlich, um dem Sport in der Stadt zu schaden. Allein die Schwimmhalle, in die angeblich keiner reinkommt, wird zum Großteil von Freizeitsportlern genutzt. Zugegeben, von Potsdamerinnen und Potsdamern die in einem Verein organisiert sind. Dass sind allein beim Potsdamer Schwimmverein um die 1000, nur der kleinste Teil betreibt tatsächlich Leistungssport. Auch die neue MBS-Arena ist keine Spielstätte für Sportmillionäre, sondern eine Schul- und Sporthalle für Nachwuchssportler ebenso wie für Vereinssportler. Beispielsweise trainieren dort die Judoka des UJKC Potsdam vom Kindesalter bis zum Senior. Und auch die Fechter des OSC Potsdam sind vom Kindesalter bis zum Senior aktiv und nur in den seltensten Fällen Hochleistungssportler. Selbst für zahlreiche Fußballteams auf Kreisebene steht der Sportpark als Trainings- und Spielfläche zur Verfügung, während nebenan die erfolgreichen Fußballerinnen von Turbine Potsdam trainieren.

Alle Investitionen, die wir als Stadt und die Pro Potsdam mit der Luftschiffhafen GmbH vornehmen sind daher Investitionen in den Freizeit- und Leistungssport der Landeshauptstadt. Und ohne den Leistungssport und die Förderung des Landes und des Bundes würde auch der Freizeitsport an diesem Standort leiden. Denn dann wäre das Areal für die Landeshauptstadt nicht mehr finanzierbar. Dann gäbe es keine Mehrzwecksporthalle, kein Vereinshaus, keine Schwimmhalle, keine guten Bedingungen für den Wassersport und wohl auch keine sanierten Stadien für die Läuferinnen und Läufer aller Potsdamer Vereine. Im Gegenzug zu den Zuschüssen des Bundes und des Landes werden den Hochleistungssportlern bevorzugt Trainingseinheiten bereitgehalten. In den anderen Zeiten werden die Anlagen - bis auf die Kanu-Gegenstromanlage - durch alle anderen genutzt. Ich finde, ein gerechtes System. Das verdient Anerkennung, weil davon alle Potsdamerinnen und Potsdamer profitieren können.

Ihr

Jann Jakobs

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