Pressemitteilung Nr. 673 vom 29.10.2012

BildungsForum: Umsetzung des monumentalen Wandbildes erfolgreich

Am Montag, den 29. Oktober informierten der Werkleiter des Kommunalen Immobilien Service Bernd Richter und der Geschäftsführer der Restauratorenwerkstatt Wandwerk GmbH Eberhard Taube über die Umsetzung des Wandbildes „Erben des Spartakus" von Kurt-Hermann-Kühn. Das Gemälde entstand von 1971 bis 1974, der ehemalige Standort des 4,9 x 16,25m langen Bildes war die Südwand der Eingangshalle der ehemaligen Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek.

Das monumentale Wandbild besteht aus 5 ineinander übergehende Bildfelder v.l.n.r.: Spartakusaufstand, Bauernkrieg, Lesender über Erdkugel („Freiheit des Geistes"), Französische Revolution, Deutsche Märzrevolution und Russische Oktoberrevolution.

Die Neugestaltung und der umfassenden Umbau zum BildungsForum mit völlig neuen Raumkonzepten erforderten den kompletten Rückbau der ehemaligen Südwand. Das bedeutende Wandbild sollte im Gebäude erhalten werden. Nach restauratorischen Voruntersuchungen und der denkmalrechtlichen Genehmigung erfolgte im August 2010 die Beauftragung der Wandwerk GmbH Berlin mit der fachgerechten Abnahme, Zwischenlagerung und Wiederanbringung im Zuge der umfassenden Baumaßnahmen.

Das in Silikattechnik auf Kalk-Gipsputz gemalte Wandbild wurde zunächst an der Wand in 24 Segmente geschnitten und mit dem flüchtigen Bindemittel Cyclododekan beschichtet. Dieses in der Restaurierung und Archäologie häufig verwendete Produkt erlaubt es, Oberflächen temporär gegen Beschädigungen zu schützen. Die harte, wachsartige Beschichtung, verflüchtigt sich temperaturabhängig nach einer bestimmten Zeit und hinterläßt keinerlei Rückstände oder Verfärbungen. Auf diese Schutzschicht wurden Gipskartonplatten mit einem massiven hölzernen Stützgestell geklebt. Die einzelnen Malereisegmente wurden mit dem Putz vom Ziegelmauerwerk gelöst und in unserem Berliner Lager bis zur Erstellung der neuen Rohbauwände aufbewahrt.

Zu Beginn des Jahres 2012 erfolgten der Rücktransport und die Wiederanbringung an drei unterschiedlichen Standorten im Gebäude. Der zentrale Bildteil des „Lesenden" befindet sich jetzt separat hinter der verglasten Südfassade, der linke Bildteil der Frühgeschichte mit Spartakusaufstand und Bauernkrieg schmückt die Ostwand des neu geschaffenen Auditoriums und die Bildfelder der Revolutionen der Spätgeschichte sind an einer Wand der zentralen Halle erlebbar. Bis auf die Retuschearbeiten der Bildnähte sind die Arbeiten der Wandwerk GmbH abgeschlossen.

Anschließend folgte eine kurze Begehung des BildungsForums. KIS-Werkleiter Bernd Richter gab einen Ausblick auf die weiteren Schritte bis zur Eröffnung des BildungsForums im Jahr 2013. „Aus dem Gebäude der ehemaligen Stadt- und Landesbibliothek wird jetzt das neue BildungsForum. Wir freuen uns, am 1. Dezember in den Büros im dritten Obergeschoss mit der Stadt- und Landesbibliothek den ersten Nutzer des BildungsForums begrüßen zu können."

Die Roh- und Fassadenarbeiten sind seit Mitte des Jahres abgeschlossen, die Ausbauarbeiten werden Ende 2012 beendet sein. Der geplante Fertigstellungstermin aller Leistungen einschließlich der Ausstattung für die Stadt- und Landesbibliothek und die Volkshochschule ist voraussichtlich Frühsommer 2013. Die Baumaßnahme wird aus Mitteln des Landes, des Bundes und der EU finanziert und setzt sich aus bewilligten Zuwendungen des städtebaulichen Denkmalschutzes inkl. Hauptstadtmittel von ca. 5,7 Mio. Euro, aus dem Programm zur nachhaltigen Stadtentwicklung (EFRE-Mittel) mit ca. 1,8 Mio. Euro sowie Eigenmitteln der Landeshauptstadt Potsdam und Kreditmitteln des KIS zusammen. Die Gesamtkosten betragen (ohne Wissenschaftsetage) ca. 14 Mio. Euro.