Pressemitteilung Nr. 133 vom 10.03.2011

Die Landeshauptstadt Potsdam feiert im Jahr 2012 den 300. Geburtstag Friedrichs II.

Potsdam steht im Jahr 2012 ganz im Zeichen des 300. Geburtstages Friedrich des Großen. In diesem Jahr würdigen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die brandenburgische Landeshauptstadt, das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, das Potsdam Museum-Forum für Kunst und Geschichte sowie weitere Einrichtungen und Vereine das Leben und Wirken Friedrich II. (1712 - 1786). Mit ihm betrat eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts die europäische Bühne. Während seiner Regierungszeit stieg der noch junge Staat Preußen zu einer bedeutenden Großmacht auf. Die Ansprüche Friedrichs II. auf Schlesien machte er im Siebenjährigen Krieg geltend und bekam als ruhmreicher Feldherr den Beinahmen „der Große". In seiner fast ein halbes Jahrhundert währenden Regierungszeit gelang es dem sich als „erster Diener seines Staates" betrachtenden Monarchen nahezu alle Lebensbereiche innerhalb seines Herrschaftsgebietes im Sinne des aufgeklärten Absolutismus zu ordnen. Friedrich II. leitete umfassende Reformen im Heeres-, Recht- und Erziehungswesen sowie in der Landwirtschaft ein. Er war ein Mann mit ausgeprägtem Sinn für Literatur, Kunst, Musik und Philosophie.

Den historischen Leistungen Friedrichs II. widmen sich u.a. vier Sonderausstellungen:

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zeigt im Neuen Palais sowie im Schlosspark Sanssouci als Höhepunkt im Jubiläumsjahr vom 28. April bis zum 28. Oktober 2012 die Ausstellung "FRIEDERISIKO. Friedrich der Große". Der preußische König steht als zentrale Bezugsgröße im Mittelpunkt der Schau, welche die zahlreichen Facetten seiner Persönlichkeit, seiner Gedankenwelt und seines Wirkens deutet und erklärt. Als Schauplatz hat die Schlösserstiftung mit dem Neuen Palais den größten und prunkvollsten friderizianischen Schlossbau und einen authentischen Handlungsort Friedrichs gewählt, der das Politik- und Kulturverständnis des gereiften preußischen Königs nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges widerspiegelt. Nahezu alle Bereiche des Schlosses, ob restaurierte oder noch zu restaurierende Säle und Räume mit ihren Seidenstoffen, Damast- und Brokattapeten, einmaligen Parkettfußböden und Möbeln werden als Gesamtkunstwerk zu erleben sein. Auch der Garten wird in das Ausstellungskonzept einbezogen.

Vom 26. Januar bis 16. September 2012 ist im Filmmuseum Potsdam die Ausstellung „Friedrich II. - über Gebühr berühmt" zu sehen. Sie betrachtet den Lebensweg des Theater- und Filmschauspielers Otto Gebühr neu und geht inszenierten Geschichtsbildern sowie ihren Fernwirkungen nach. Passanten sprachen Otto Gebühr auf der Straße mit „Eure Majestät" an. Er spielte Friedrich den Großen zwischen 1920 und 1941 in 15 Filmen - und genoss dies durchaus. Doch hinter waffenklirrenden und mit fragwürdigen Anekdoten geschmückten Celluloid-Denkmälern für den preußischen König und Feldherrn verschwand der humorvolle und warmherzige Hauptdarsteller beinahe gänzlich.

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci präsentieren sich vom 9. bis 24. Juni 2012 unter dem Motto "Rührt Euch - Friedrich der Große, die Musik und Europa". Die Suche startet an den Originalschauplätzen des friderizianischen Musizierens, wo die Musiker Quantz, Benda, Graun und Carl Philipp Emanuel Bach im glänzendsten Orchester Europas zu finden waren, und lenken den Blick von hier zu den europäischen Zentren des Rokoko. Bereits am 21. und 22. Januar 2012 gibt es mit "Montezuma" eine Sondervorführung im Schlosstheater des Neues Palais von Sanssouci. Zum 300. Geburtstag wird die Opera seria (1755) in drei Akten von Carl Heinrich Graun (1704-1759) auf ein italienisches Libretto von Giampetro Tagliazucchi, nach einem französischen Entwurf von Friedrich II. von Preußen, aufgeführt.

Die Sonderausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Am Neuen Markt vom 27. Juli bis 28. Oktober 2012 trägt den Titel „König & Kartoffel. Friedrich der Große und die preußischen `Tartuffoli´". Sie leistet einen Beitrag sowohl zum Mythos Friedrich der Große als auch zur Sozialgeschichte Brandenburg-Preußens im 18. Jahrhundert. Dargestellt wird die Entwicklungsgeschichte der Kartoffel von der Zier- bis zur landwirtschaftlichen Nutzpflanze. Die Ausstellung verfolgt ihre Einfuhr, Verbreitung und Nutzung im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts und zeigt, wie der Kartoffelanbau in Preußen unter König Friedrich II. entscheidend befördert wurde. Dazu werden Edikte, wichtige ökonomische Berater, die zeitgenössische Hausvater-Literatur und „Ökonomische Katechismen" ebenso vorgestellt wie die Strukturen und Veränderungen in der Landwirtschaft Preußens im 18. Jahrhundert. Außerdem versprechen Kartoffel-Rezepte aus verschiedenen europäischen Ländern des 18. Jahrhunderts dem Besucher ganz praktische kulinarische Anregungen.

Das Motto der Sonderausstellung des Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte lautet „Friedrich und Potsdam. Die Erfindung einer Stadt". Zu sehen ist sie vom 20. August bis 4. Dezember 2012 am neuen Museumsstandort im Alten Rathaus Am Alten Markt. Diese Präsentation widmet sich auf ca. 500 m² in fünf Sektionen den besonderen Aspekten der Entwicklung Potsdams unter Friedrich II. Kaum eine andere Stadt in Europa wurde von einem Herrscher in so kurzer Zeit so grundlegend nach persönlichen Vorstellungen umgeformt. Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt auf dem König als städtischem Bauherrn, seine Förderung des Potsdamer Manufakturwesens sowie die nachhaltigen Folgen seiner Bau- und Militärpolitik für die Geschicke der Residenz- und Garnisonstadt Potsdam.

Die Veranstaltungen zum UNESCO-Tag am 2. und 3. Juni 2012 und der Tag des offenen Denkmals am 9. September 2012 stehen ebenso ganz im Zeichen des berühmten preußischen Königs, wie die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, die vom 8. bis 24. Juni 2012 unter dem Motto „Rührt Euch - Friedrich der Große, die Musik und Europa" präsentieren. Musik und Friedrich der Große sind auch das Thema für das Friedrich-Musical, das in den Monaten Juli und August in der Metropolis-Halle aufgeführt wird. Veranstalter hier ist die spotlight Musicalproduktion GmbH aus Fulda. Schließlich widmen sich auch die Höfischen Festspiele dem großen König. Ganzjährig werden in der Landeshauptstadt Potsdam Gebäude als Bauwerke aus der Zeit Friedrich II. inszeniert und es wird eine neue Führung per Handy geben.

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