Pressemitteilung Nr. 489 vom 05.09.2008

Zur Einbahnstraßenregelung in der Leipziger Straße

Die Situation in der Leipziger Straße wird wesentlich von der engen Straßenschlucht zwischen den Speichern geprägt. Dort sind nur minimale Nebenanlagen vorhanden, die zum Teil durch Gebäudesicherungsmaßnahmen nur sehr eingeschränkt nutzbar sind.
Gleichzeitig befindet sich in der Leipziger Straße der Schulweg zum Evangelischen Gymnasium Hermannswerder, somit wird sie zu jeder Jahreszeit auch von vielen RadfahrerInnen benutzt. Zu den Schülern kommt noch stärkerer Ausflugsverkehr Richtung Caputh hinzu, u.a. verläuft hier die touristische Fahrradroute F 1.

Seitens des Ev. Gymnasiums Hermannswerder wurde 2005/06 mehrfach auf die gefährliche Situation für Radfahrer in der Leipziger Straße hingewiesen und die Verbesserung der Situation eingefordert.
Im Jahr 2006 wurde eine Variantenuntersuchung zur Verkehrsführung im Bereich Leipziger Straße und Brauhausberg durchgeführt. Die inzwischen realisierte Lösung entspricht der herausgearbeiteten Vorzugslösung. Die zu gering dimensionierte Zufahrt des Brauhausberges an der Heinrich-Mann-Allee führt dazu, dass weiterhin der stadteinwärtige Verkehr überwiegend über die Leipziger Straße geführt werden muss. Die 2-malige Kreuzung der Verkehrsströme ist somit unvermeidlich aber laut Untersuchungsergebnis beherrschbar. Die Führung des Verkehrs über den Brauhausberg ist möglich, da diese Straße bereits vor Jahren eine geräuscharme Bitumendecke erhalten hat und ohnehin Teil der Bundesstraße 2 mit der entsprechenden Leistungsfähigkeit in Potsdam ist.

Im 2007 erstellten und im Mai 2008 von den Stadtverordneten beschlossenen Luftreinhalte- und Aktionsplan wurden in der Leipziger Straße im Bereich der Straßenschlucht zwischen den Speichern starke Überschreitungen bei den Feinstaub- und Stickstoffoxidwerten festgestellt und erforderliche Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte festgelegt. Dazu gehört ebenfalls die Herausnahme einer Verkehrsrichtung aus der Leipziger Straße. Da laut Bundesimmissionsschutzgesetz die Städte verpflichtet sind, erforderliche Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte umzusetzen, besteht daraus im Interesse der Gesundheit vieler Bürger ebenfalls Notwendigkeit der Einbahnregelung.
Die daraus resultierende Mehrbelastung der Straße Brauhausberg führt dagegen nicht zu Grenzwertüberschreitungen. Dort ist durch Begrünung, weitere Straßenräume und eine geringere Verkehrsbelastung als vordem in der Leipziger Straße die Situation relativ entspannt.

Die Umsetzung der Einbahnregelung sollte im Zusammenhang mit dem Baubeginn der Speicherstadt erfolgen. Am 24.06.2008 stellt die Speicherstadt Potsdam GmbH die geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen für die südliche Speicherstadt bis voraussichtlich Ende 2010 vor. Aufgrund der geplanten Arbeiten auf dem Geh- , Radweg und der Fahrbahn sowie des hohen Baustellenverkehrs zur Abfahrt des Bauschutt in Richtung Deponie in Ketzin, erfolgte die Einführung der Einbahnstraßenregelung entsprechend der oben genannten Variantenuntersuchung nunmehr zum Beginn des neuen Schuljahres .

Folgende Maßnahmen wurden zur Einführung der Einbahnstraße am 25.08.2008 umgesetzt:

- Neubau einer Lichtsignalanlage (LSA) am Knotenpunkt Michendorfer Chaussee/Brauhausberg
- Anpassung der Steuerung und Verkehrsorganisation der LSA am Leipziger Dreieck
o Installation eines Schutzblinkers an der Radfurt über die Straße Brauhausberg
o Erneuerung der Radfurtmarkierung über die Straße Brauhausberg
o Einführung einer zweiten Linksabbiegespur aus der Fr.-Engels-Straße anstelle der Geradeausspur in Richtung Leipziger Straße
- Anpassung der Steuerung der LSA am Knotenpunkt Bauhausberg/Einsteinstraße
o Einrichtung einer Linksabbiegespur in Richtung Einsteinstraße vom Leipziger Dreieck kommend
o Ertüchtigung des Gehweges zur Freigabe des Gehweges als kombinierten Rad- und Gehweg
- Anpassung der Steuerung der LSA Templiner Eck (Erlauben des Linksabbiegers in Richtung Caputh)
- Abstimmung und Anpassung der Koordinierung der vorgenannten LSA als Grüne Welle in Richtung Michendorf bzw. in stadteinwärtiger Richtung
- Anpassung der Vorwegweisung im gesamten Gebiet

Nach Einführung der Einbahnstraße wurden folgende Maßnahmen durchgeführt um den Verkehrsablauf und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verbessern:

Am 28.08.2008 erfolgte eine Feinjustierung der Ampelprogramme an der Kreuzung Michendorfer Chaussee und Straße Brauhausberg zur Verbesserung des Verkehrsfluss auf dem stadtauswärtigen Brauhausberg.
Aufgrund der beobachteten und stauverursachenden Schleichverkehre über die Templiner Straße zwischen Brauhausberg und Leipziger Straße, wurde diese am 29.08.2008 für den Durchgangsverkehr gesperrt (Anlieger und Linienverkehr frei).
Am 29.08.2008 erfolgte die Optimierung der eingerichteten Grünen Wellen auf der Michendorfer Chaussee stadteinwärts und der Straße Brauhausberg stadtauswärts.
An der Kreuzung Brauhausberg Ecke Albert-Einstein-Straße erfolgte am 04.09.2008 eine Änderung der Markierung um die Behinderungen des stadtauswärtigen Verkehrs durch Linksabbieger in die Albert-Einstein-Straße zu minimieren. Die Fahrspur wurde um ca. 1m verbreitert durch Verschwenkung des stadteinwärtigen Radstreifens.
Zur Verbesserung der Sicherheit der Radfahrer, die von der Langen Brücke kommend in Richtung H.-Mann-Allee fahren, wurde zur Verhinderung des zweispurigen Rechtsabbiegens in Richtung Brauhausberg eine Leitschwelle ausgelegt.
In der nächsten Woche ist die Optimierung der Ampel an der Kreuzung Einsteinstraße Ecke Brauhausberg geplant. Am 11.09.2008 erfolgt die Umsetzung einer verkehrsabhängigen Steuerung um die Freigabezeit der Hauptrichtung zu erhöhen.

Weitere Möglichkeiten zur Verbesserung des Kfz-Verkehrsablaufes werden geprüft. Dazu gehören die Verbreiterung der Straße Brauhausberg sowie der Bau einer freien Rechtsabbiegespur an der Einmündung Brauhausberg / Michendorfer Chaussee zur besseren Abwicklung des Verkehrs Richtung Caputh.
Langfristig, nach umfassenden Umbauarbeiten am Leipziger Dreieck ist die Umkehrung der Einbahnrichtungen geplant.
Zusammenfassend muss nochmals betont werden, dass diese Maßnahme im Interesse der Sicherheit für den Verkehr in der Leipziger Str. insbesondere der Radfahrer und der Gesundheit vieler betroffener Bürger eingeführt werden musste.